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Agnostic Front, This is Hell, Call to Preserve, Do or Die & Bloodshed Remains

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Agnostic Front This is Hell, Call To Preserve, Do or Die &Bloodshed Remains
07.04.2010 Spinnerei Traun


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So ziemlich genau ein halbes Jahr ist es schon wieder her, dass wir uns das letzte Mal in der Spinnerei in Traun eingefunden haben. Ein gewöhnlicher Mittwochabend nach den Osterfeiertagen sollte es sein, aber doch nicht ganz, denn die New Yorker Hardcore-Punk Legende Agnostic Front sagte sich an. Grund genug also für uns wieder mal ins Oberösterreichische Ländle zu tingeln um uns ein bisschen traditionellen Hardcore um die Ohren blasen zu lassen. Bei tollem Wetter und etwas Landluft in der Nase verging die Fahrt auch wie im Flug, sodass wir pünktlich bei unserm Ziel ankamen. Die erste Band stand auch schon bereit – schnell die Tickets gecheckt und rein ins Vergnügen:



Den Anfang machte die Harcore Formation Bloodshed Remains aus Ybbs die sich anno 2006 zusammenrauften – die Lokalmatadore zuzusagen, denn alle anderen Truppen an diesem Abend kamen von weit her. Die 4 Jungs turnten schon mal nett umher und gaben sich Mühe als guter Einheizer zu fungieren, was ihnen leider nicht so ganz gelingen wollte. Ein paar Nasen hatten sich zwar schon eingefunden und bildeten einen schönen Halbkreis, wohlgemerkt aber mit Sicherheitsabstand zur Bühnen um gegebenenfalls den Tänzern etwas Platz zu lassen. Man nippte auch schon etwas zu den Klängen mit doch mehr war leider nicht drinnen. Der Fronter begab sich auch das ein oder andere Mal von der Stage und nutzte den freien Raum um das Publikum doch noch etwas zu animieren. Man lieferte saubere kurze Songs ab, die immer brav mit etwas Höflichkeitsapplaus belohnt wurden, doch wie gesagt zu mehr sollte es einfach nicht reichen. Technisch gab es da eigentlich nichts zu bemängeln, der gute Wille war da nur etwas mehr aus sich raus gehen hätte man noch können um die müde Meute etwas wach zu rütteln.



Als nächstes präsentierte sich mit einem kurzen stimmigen Intro die Hardcore-Punkt Truppe Do or Die, welche es schon seit 1999 gibt, wobei man sich allerdings rasch wieder trennte und ab 2004 mit Besetzungswechseln abermals durchstartete. Hier bot sich auch schon ein ganz anderes Bild, denn gleich 2 Schreihälse röhrten ins Mikro. Wobei letzteres zu Anfang des Auftrittes ein paar Mal unangenehm krachte, doch man bekam das Problem relativ rasch in den Griff. Do or Die bewiesen mit dieser Show sichtlich, dass auch in Belgien in Sachen Hardcore die Post abgeht – wir erinnern uns etwa an Ihre Landsmänner: The Setup die ja auch nicht von schlechten Eltern sind. Die beiden Fronter hörten sich unseres Erachtens zwar relativ gleich an, spielten allerdings klasse zusammen und sorgen für ordentlichen Schwung, doch nicht nur sie sondern auch die anderen Bandmembers standen nicht wie angewurzelt da. Ihre Mucke hat einen tollen Groove und das erzeugte auch deutlich Resonanz bei den Zusehern, so ging diese Performance auch viel zu schnell vorbei. Man verlange gar eine Zugabe, welche leider nicht gewährt werden konnte, jede Truppe hatte nur an die 30 Minuten oder weniger um zu überzeugen. Do or Die machten dies auch mit Bravour – für uns die Überraschung des Abends!



Nachdem Gewitter der Belgier folgte das Hardcore-Punk Quartett Call To Preserve aus Florida. Bis auf ein paar Ausnahmen lieferten uns die Amis eher schwere, aggressive Kost die wenig Zeit zum Verschnaufen lies. Ein „Power Ranger“ nutze gleich die Gelegenheit um sich da schon mal warm zu laufen aber auch der Rest des Publikums traute sich wie auch schon bei der letzten Gruppe näher zur Bühne ran. Im Gesamten konnte man allerdings nicht so fesseln wie die Vorgänger da Ihre Stücke einfach zu schnell und etwas konfus auf den Boxen knallten, uns konnte man jedenfalls nicht vom Hocker hauen. Positiv stach hier allerdings der Drummer heraus, der gekonnt in seine Trommeln dreschte, sodass es eine Freude war ihm zuzusehen und nein das lag nicht nur daran, dass er mit nackten Oberkörper spielte – der Mann hatte es nämlich echt drauf!



Der letzte Act vor dem Headliner nannte sich This is Hell und kommt wie die Hauptband des Abends aus New York. Der Name der Truppe ist übrigens auf den Titel eines Elvis Costello Songs zurückzuführen, hier gab’s dann auch wieder etwas mehr Speed auf den Brettern und zur Abwechslung mal ein etwas höheres Gekreische als bei den anderen Bands. Man machte seinen Job durchaus passabel und spulte seine prägnanten Songs runter. Hier wiederum viel der Gittarist auf der cool seine Saiten zupfte, umhersprang, manchmal ins Mikrofon grölte, aber vor allem andauernd umher spuckte. Zum Glück tat er das nicht Richtung Publikum, er saute aber sicherlich die Bühne voll, man konnte also nur hoffen, dass da dann keiner daran ausrutschte. Im Großen und Ganzen konnte man mit dem Mix aus schnellen und gut eingehenden Passagen punkten – gerne wieder!



Nun war es also soweit die Begründer des New York Hardcores Agnostic Front betraten die Bretter die die Welt bedeuten! Gut gelaunt und voller Elan schritt man sogleich zur Tat und knallte uns ihre Scheiben vor den Latz. Unglaublich wie viel Spielfreude man an den Tag legte bedenkt man, dass man schon seit Anfang der 80er Jahre werkelt, zwar mit Unterbrechung (Reunion wurde 98 gefeiert) aber immerhin, denn Hardcore ist bekanntlich nicht Schlagermusik und dennoch nach über 25 Jahren Liveerfahrung merkte man noch lange keine Ermüdungserscheinungen bei diesen Herren! Kurz und schnell sind auch ihre Songs, wobei allerdings einige Thrash/Metal Einschläge zu hören waren. Auch hier begann man mit einem kurzen Intro und bedankte sich artig bei den Supportbands. Die jeweiligen Shouter dieser ließen sich nicht lumpen und unterstützten ihre Idole bei dem einen oder anderen Lied. Die Kommunikation mit den Fans beherrschte Agnostic Front bestens und hier ging dann auch wirklich die Post ab, denn das Publikum moshte, hüpfte & sang nach Kräften oder besser gesagt Können mit. Die Truppe freute sich sichtlich ob der Rückmeldungen und ernannte uns sogleich alle zu ihren Freunden, welche sie auch gerne nach der Show kennen lernen würden um mit uns zu quatschen und ein Bier zu trinken. Einen Song widmete Sänger Roger Miret sogar seinem BruderFreddy Cricien seinesgleichen Sänger der Truppe Madball. Und auch hier stach einer besonders hervor nämlich Ur-Gitarrist Vinnie Stigma der irgendwie am meisten Fun auf der Bühne zu haben schien und unentwegt herumposte. Dafür war allerdings Bassist Mike Gallo eher verhalten und hielt sich still im Hintergrund. Die Stimmung war vom Anfang bis zum Ende sehr gut, da gab es nun sogar den ein oder anderen Circlepit sowie Stagedives. Auch diese Show ging letzten Endes viel zu schnell vorbei, nach ca. 45 Minuten Spielzeit auch kein Wunder. Ein paar mehr Songs wären wünschenswert gewesen, aber leider wurde keine Zugabe gewährt, schade aber wie gesagt Hardcore ist eben keine ruhige Mucke und eine dreiviertel Stunde wohl schon das höchste der Gefühle & sie sind ja schließlich auch nicht mehr die Jüngsten!

So konnten wir also um 23 Uhr schon die Heimreise antreten, was ja auch nicht weiter tragisch war, denn der nächste Tag war schließlich ein Arbeitstag und eine gut 2stündige Fahrt lag noch vor uns. Schade war irgendwie, dass es keine Running Order gab, den Mainact zu kennen ist ja keine Kunst, aber die Vorbands alle namentlich zu wissen war schon schwierig, aber dafür gibt es ja Gott sei Dank das Internet. Beim großzügigen Merchandisestand in der Halle konnte man sich dafür mit Shirts & Cds eindecken und was auch diesen Abend wieder auffiel waren die wirklich humanen Preise in der Bar! Leider ließ die Besucheranzahl aber wie schon so oft in Traun wieder zu wünschen übrig. Bei
Agnostic Front war die Halle zumindest angenehm befüllt aber bei weitem auch nicht voll. Lag es an dem Mittwochabend? An der schlechten Bewerbung des Events? An der Lokation? Oder ist Hardcore momentan einfach zu wenig populär? Für die Auftretenden wäre natürlich mehr Publikum & Resonanz wünschenswert gewesen, alle machten jedoch das Beste daraus und so soll es ja auch schließlich sein!


Konzertbilder


Für Euch vor Ort waren Rosi & Michi

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