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Forging Europe Tour 2011 PART II
feat.: Amorphis, Orphaned Land & Ghost Brigade
23.11.2010 Backstage München
Es ist Dienstag, das Wetter katastrophal und in ca. 150 km Entfernung steht eine Band auf der Bühne, die in diesem Jahr ihr 20-Jahr Jubiläum feiert. Worum es jetzt eigentlich geht? Das Team des Backstage München präsentierte ein schlagkräftiges Lineup, bei dem Headliner Amorphis von den Israelis Orphaned Land und ihren Landsmännern Ghost Brigade unterstützt wurden.
Pünktlich beim Backstage angekommen und auch die kurze Warteschlange vor dem „Werk“ überstanden, dauerte es auch nicht mehr lang, bis Ghost Brigade die Bühne betrat. Eigentlich hätte ich ja an diesem Abend nicht so ganz mit einer großen Anzahl an Besuchern gerechnet, die Konzerthalle war aber schon ca. zur Hälfte gefüllt als die Band rund um Sänger Manne Ikonen ihr leider viel zu kurzes Set begannen. Die Jungs vermischten progressive Elemente mit klarem gefühlvollem Gesang, schnelleren härteren Parts und verträumten Melodien. Sänger Manne ist zwar jetzt nicht der Partymensch, der Sound aus Richtung Katatonia oder Swallow The Sun kann vor allem beim Stück Into The Black Light punkten. Das Publikum dankte es den Finnen mit rotierenden Köpfen und einem ordentlichen Applaus nach leider nur ca. 30 Minuten Programm.
Nach kurzer Umbaupause ging es in eine komplett andere Richtung. Die israelischen Folk Metaller rund um ihren Frontmann Kobi (ich bin nicht Jesus - ich trage All-Star Schuhe) Farhi durfte vor einem ca. ¾ gefüllten Backstage ihre orientalischen Klänge zum Besten geben. Instrumental ist da alles Top, die Jungs beherrschen ihre Instrumente (vor allem Drummer Matan und der durchgehend in Bewegung bleibende Gitarrist Sassi machten eine sehr gute Figur), leider greift jedoch Kobi mehrmals ziemlich daneben (ich bin mit dem Material leider nicht so vertraut, vielleicht soll ja dieser orientalische Metal so klingen). Das Programm ist wirklich nicht einfach, wird jedoch im Laufe des Gigs immer melodiöser und sorgt so für immer bessere Stimmung. Auch wenn das starke Norra El Norra am Ende nochmals die letzten Reserven rausgeholt hat, die vielen vom Band stammenden Sounds und die gesamte Show konnten doch nicht restlos überzeugen. Nach 45 Minuten war aber wieder Schluss mit Metal aus dem mittleren Osten, es war wieder Zeit für Sound aus Finnland.
Nach fast 30-minütiger Umbaupause ging es aber endlich mit der Band um Mastermind Esa Holopainen und Ausnahmesänger Tomi Joutsen los. Gleich zu Beginn konnte man aber auch gleich sehen, dass Tomi gesundheitlich nicht gerade topfit in das Konzert ging. Auch stimmlich war da nicht immer alles so ganz im grünen Bereich, was man vor allem bei den höheren Tönen (speziell beim Stück Silent Waters) nicht überhören konnte. Das soll jetzt aber nicht schlecht klingen, auch wenn viele ihn schon mal besser gesehen haben, was er liefert ist immer noch weit über dem was andere bringen. Gespielt wurden hauptsächlich Sachen vom letzten Output Skyforger – Stücke wie Sky is Mine oder Silver Bride durften da auf keinen Fall fehlen. Auch Songs von früheren Outputs wie Silent Waters oder ältere Sachen (Better Unborn vom Elegy Album) konnten beim Publikum immer punkten. Instrumental sind die Jungs in Topform (vor allem Lead-Gitarrist Esa besticht durch präzises Gitarrenspiel) und haben leichtes Spiel mit dem Publikum im sehr gut gefüllten Backstage Werk. Nach ca. einer Stunde war aber schon wieder Schluss und die Band zog sich zurück, um dann aber doch noch für 3 Songs (unter anderem House Of Sleep und My Kantele) auf die Bühne zurück zu kommen.
Was bleibt da noch zu sagen? Ghost Brigade lieferten einen Klasse Auftritt, Orphaned Land ist gewöhnungsbedürftig und über Amorphis gibt’s nicht viel zu sagen – große Klasse. Man kann dem Backstage-Team nur danken, dass uns ein großartiger Konzertabend präsentiert wurde.
Konzert Bilder
Für euch vor Ort war Chris Egger
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