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Avantasia 04.12.2010 All-Karthalle Kaufbeuren Live Bericht

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Avantasia
04.12.2010 Allkarthalle Kaufbeuren


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Wir schreiben den 1.August des Jahres 2008 – ein kleiner Ort im hohen Norden Deutschlands der auf den Namen Wacken hört. 80000 Menschen stehen vor zwei gigantischen Bühnen – mittendrin meine Wenigkeit. Eigentlich war ich ja da, um die berühmte Show der norwegischen Bösewichte Gorgoroth zu begutachten, dafür mussten aber noch 90 Minuten eines Projektes, rund um den Edguy-Sänger Tobias Sammet, verstreichen. Gerade diese 1,5 Stunden später war mir klar – das war jetzt eines der größten Konzerterlebnisse, welches ich bisher erleben durfte. Die Rede ist hier natürlich von der Metal Oper Avantasia, die damals auch ein paar Festivals live-technisch besuchte.

Wir schreiben den 4.Dezember des Jahres 2010 – All-Karthalle Kaufbeuren – Avantasia is back. Nach den grandiosen Releases Angel of Babylon und The Wicked Symphony hat es Tobi auch wieder geschafft eine schlagkräftige Band zusammenzustellen um die Metal Oper auch wieder auf die Bühne zu bringen. Da durch die vollen Terminpläne der Musiker nur wenige Wochen bleiben, um dieses Mammutprojekt auf die Beine zu stellen, war es dann natürlich klar, dass das Konzert mit der geringsten Entfernung ein Pflichttermin wird, und so fiel die Wahl auf die All-Karthalle in Kaufbeuren.

Pünktlich vor Ort angekommen, ging der erste Weg auch gleich mal zum Merchstand, der doch relativ wenig Auswahl zu bieten hatte, die Preise – 20€ für T-Shirts, 40€ für Hoodies – waren aber auf alle Fälle okay. Auch die Preise an den zahlreich vorhandenen Essens- bzw. Getränkeständen konnten sich durchaus sehen lassen – 2,50 für 0,4l Bier oder 2,50 für 0,5l Cola sind wirklich okay.




LNachdem die Halle bereits sehr gut gefüllt war, dauerte es aber auch nicht mehr lang bis die Jungs und die Dame endlich loslegten. Mit einem Doppelpack vom Scarecrow Album startete man in ein Best Of Set, bei dem Tobias Sammet zuerst alleine Twisted Mind zu Besten gab, ehe er sich für Song Nummer 2 – The Scarecrow – Unterstützung vom norwegischen Masterplan-Sänger Jorn Lande holte. Mit Jorn im Schlepptau ging es auch gleich mit Promised Land vom Angel Of Babylon Album sowie Serpents In Paradise vom Debütalbum Metal Opera 1 weiter. Leider spielte bei den ersten Stücken der Sound nicht unbedingt mit, irgendwie war da alles doch etwas undifferenziert – außerdem griff vor allem Jorn doch manchmal etwas daneben. Zum Glück besserte sich diese Situation im Laufe des Konzertes und so war in der Mitte des Sets doch alles wieder in Ordnung. Nach diesem Stück war der erste Auftritt von Jorn Lande auch wieder vorbei und es war Zeit für den wohl ältesten Mann, der an diesem Abend die Bühne betreten durfte – Magnum Sänger Bob Catley war an der Reihe um gemeinsam mit Tobi The Story Ain’t Over zu performen. Die Stimmung im Publikum wurde von Song zu Song besser, was nicht nur an den witzigen Ansagen von Tobi lag. Ein Highlight für (vor allem ältere) Metalfans folgte danach – der legendäre Ex-Helloween Sänger Michael Kiske feierte nach Jahren der Live-Abstinenz sein Comeback. Leider war der Ausnahmesänger an dem Tag leicht erkältet, was man durchaus bei Reach Out For The Light erkennen konnte. Auch der Sound war gerade bei den beiden Songs mit Kiske auf der Bühne alles andere als gut. Nach dem einen Ex-Helloween Sänger war auch gleich Zeit für den nächsten Ex-Helloween Sänger. Kiskes Vorgänger bei den Kürbisköpfen Kai Hansen durfte sich versuchen, das auf Cd von keinem geringeren als Jon Oliva dargebotene Death Is Just A Feeling auf die Bühne zu bringen.

Ganz originalgetreu ist es ihm natürlich nicht gelungen, die Leistung war aber trotzdem auf alle Fälle großartig. Mit weiteren Stücken wie dem viel kritisierten Lost In Space, der tollen Ballade In Quest For (mit Bob Catley), dem grandiosen Runaway Train (mit Kiske, Catley und Lande) und Dying For An Angel (Kiske ersetzte hier Scorpions-Fronter Klaus Meine) setzte man das Set fort ehe zum ersten Mal auch Gitarrist Oliver Hartmann seine Qualitäten als Lead-Sänger beim Stück Stargazers vorzeigen durfte. Wie schon bei den restlichen Sängern an diesem Abend ist auch Hartmanns Leistung sehr stark, er greift zwar bei den sehr hohen Tönen doch etwas daneben, teilweise ist sein Gesangsstil er aber doch dem von Jorn Lande sehr ähnlich. Für die nächste Ballade (Farewell) durfte dann auch mal die Dame aus dem Hintergrund – Amanda Somerville – zeigen was sie so drauf hat. Die Erkenntnis ist ganz klar, dass ein paar Einsätze mehr durchaus nicht geschadet hätten. Nach weiteren Stücken (unter anderem das perfekt dargebotene Wicked Symphony – sehr stark dabei Oliver Hartmann – und The Toy Master – Kai Hansen macht das um Welten besser als Alice Cooper auf Cd) ging das Konzert aber doch dem Ende entgegen. Kai Hansen wechselt für die letzten Stücke noch zur Gitarre (was bei Avantasia und Shelter From The Rain überhaupt nicht funktioniert da seine Gitarre streikt) und nach der Einleitung von Sign Of The Cross wurde auch der Rest der Band von Tobi vorgestellt. Keyboarder Miro Rodenberg (unter anderem im Studio bei Edguy, Kamelot oder Brainstorm im Einsatz), Bassist Robert Hunecke (Aina, Heaven’s Gate), Gitarrist Sascha Paeth (unter anderem Produzent von Kamelot, Epica, Edguy, Rhapsody Of Fire), Gitarrist Oliver Hartmann (At Vance, Hartmann) und Schlagzeuger Felix Bohnke (Edguy) ,die mit Ausnahme von Sascha und Felix auch für den Backgroundgesang zuständig waren, wurden von Tobi etwas ausgedehnt vorgestellt (bei Robert’s Vorstellung wurde dann noch Viva Colonia vom Publikum gesungen), ehe Sign Of The Cross und ein Teil von The Seven Angels das Konzert noch mal mit allen Beteiligten auf der Bühne den Abschluss des Konzertes bildeten.

Ja was bleibt nach dieser Performance noch zu sagen. Wenn man die wenigen Minuspunkte wie den Sound zu Beginn und den Ausfall der Gitarre von Kai Hansen bei 2 der 3 Stücke die er spielte wegnimmt, bleibt nur ein einfach großartiger Abend, mit einer super spielenden Band, einer super Setlist (auch wenn vielleicht mehr von den neuen Alben fein gewesen wäre), vielen großartigen Sängern und fairen Preisen. Es bleibt da nur zu hoffen, dass es nicht das letzte Mal war, das Tobi seine Mannschaft zusammen stellt und auf Tour geht. Sonst kann man sich nur noch auf den letzten geplanten Auftritt – das Wacken Open Air 2011 freuen.

Konzert Bilder


Für euch vor Ort war Chris Egger

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