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Callejon, Darkness Dynamite, Artas & Cruzada Live Bericht

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Videodrom Tour 2010
feat. Callejon, Darkness Dynamite, Artas & Cruzada

15.04.2010 Rockhouse Salzburg


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Das „Metalfieber” grassiert momentan, soll jetzt aber nicht im positiven Sinne heißen, dass bei allen Konzerten der etwas härteren Gangart die Post abgeht und der Hitzepegel steigt, sondern leider eher im negativen Sinne! Die letzen Events die wir anpeilten waren allesamt von Besucherschwund betroffen, wie auch die Videodrom Tour mit den Deutschen Callejon als Headliner im Salzburger Rockhouse. Hier ging es dann sogar soweit, dass man die Acts in der Bar statt im Saal auftreten ließ, letzten Endes sollte sich dies allerdings als kluge Entscheidung erweisen. Wie dem auch sei, uns lockten vor allem die Vorbands in die Mozartstadt und die erste Truppe stand auch schon auf der Bühne als wir um ca. halb 9 eintrafen:



Cruzada ist eine junge Combo aus dem Oberösterreichischen Lande, irgendwie sagten uns die Burschen etwas, allerdings konnten wir sie noch nicht recht einordnen. Jetzt wissen wir es, denn vor allem deren Shouter ist uns ja noch bekannt von dessen vormaligen Engagement in der Gruppe Chainsaw. Der gute Mann wechselte also die Position, gab seine Gitarre ab um nun ins Mikrophon zu grölen und das machte er gar nicht mal so übel. Die Jungspunde servierten uns modernen Metalcore den man mit ein paar Spielereien aufpeppte, mit dem Keyboard zb. Eine eher ungewöhnliche Mischung, da dieses Instrument ja meist in der „Dudelmusik“ zum Einsatz kommt. Bei Cruzada passte das aber ganz gut rein ohne zu verkitschen & man hielt sich beim Tastendrücken auch eher zurück. Die Mannschaft bemühte sich redlich, wollte etwas Stimmung und Bewegung rein bringen, aber bei der kleinen Bühne und der spärlichen Gästeanzahl die sich eher im Hintergrund hielt ist das halt nicht so einfach. Trotzdem punktete mit einer kräftigen Stimme und einem Musikstil in dem wir durchaus Potential erkennen können – ein schöner Einstieg in den Konzertabend!



Danach folgte die uns völlig unbekannte aus Wien stammende Truppe Artas. Lediglich der Musikstil war uns bekannt: Thrash Metal wobei sich die Jungs allerdings auch viel im Core Sektor bewegten. Was uns hier geboten wurde würden wir schlichtweg als: Ganz großes Kino bezeichnen! Von 0 auf 100 vom Anfang bis zum Ende gab man so richtig Stoff als gäbe es kein Morgen mehr, da ließ man sich schon gar nicht von den wenigen Zuschauer beirren, ganz im Gegenteil umso mehr versuchte man die müde Meute zum schwitzen zu bringen wie der Fronter so schön sagte, denn nicht nur sie sollten Flüssigkeit vergießen sondern auch wir im Publikum. Die Äxtemänner wirbelten allesamt mit ihrer langen Haarpracht herum und schienen einfach nur Spaß am Spiel zu haben. Immer wieder wurde ihnen die Stage zu klein und man mischte sich unter die Leute. Ihre Songs waren zum größten Teil in Deutsch, man wollte gar etwas provozieren, etwa gegen den Schlankheitswahn mit dem Titel: Fick das Fett. Naja obwohl das hätten sie gar nicht nötig gehabt, denn Ihre Mucke fetzte einfach und wurde von den Herren mit viel Bewegung bestens rüber gebracht! Schön langsam taute da dann auch die Meute auf und ließ sich etwas mitreißen. Zum Schluss verneigte man sich sogar vor den Anwesenden, obwohl das ja eher hätte umgekehrt laufen müssen, dass wir uns vor ihnen knieten ob der explosiven Ladung! Erwähnenswert ist auch noch die kurze Gangstas Paradise Anspielung die recht witzig rüber kam. Hoffentlich sehen wir die Jungs alsbald wieder – ein unglaublich fantastischer Auftritt zum Dampf ablassen!



Mystisch hingegen begann die Show der Franzosen Darkness Dynamite – ja ganz richtig, man glaube es kaum, auch in Frankreich gibt es Metalbands! Nach dem ruhigen in Nebel und rotem Licht getunkten Einstieg ging es aber auch hier ordentlich rund. Zwar schien der Schreihals anfangs etwas angepisst, weil das Publikum wieder eher in den hinteren Reihen ausharrte, aber dies legte sich Gott sei Dank, denn auch diese Jungs wussten sogleich mit einer Performance aufzuwarten die sich gewaschen hatte! Brauchte man zuerst noch etwas um in das Material hinein zukommen fesselte einen der Stil dieser Truppe die zwar irgendwie Metalcore spielten aber doch auch recht viele traditionelle Rock Elemente hervor brachten. Dies ist vor allem dem Sänger zuzuschreiben der seine inbrünstigen Stimme gekonnt mit passendem Acting zu unterstreichen wusste, sodass es eine Freude war ihm zuzusehen. Seine Mitstreiter beübten brav die Instrumente und wirkten dabei äußerst professionell und konzentriert. Viele schredernde Gitarrenpassagen luden dazu ein etwas zu moshen das checkten alsbald auch die Zuseher, dazu turnte der Frontmann auch schon mal auf dem Schlagzeug herum, gut das dieser ein Fliegengewicht ist – sonst hätten die Trommeln das wohl nicht ausgehalten. Ansonsten viel uns bei dieser Karottenhosenfraktion auch der Bassist auf, der mit seinen dunklen Saiten eine gute Untermalung in die Lieder rein brachte. Steil können wir da nur sagen, man höre/sehe sich das an und staune!



Dann war es also soweit und die letzte Band des Abends: Callejon auf die wohl der Großteil der Anwesenden gewartet hat enterten die Bühne. Die Deutschen waren uns ja insofern schon ein Begriff, da sie bei der letzten Darkness over X-mas Tour in Henndorf aufgeigten und uns damals schon recht gut gefallen haben. Man bedenke, dass hier die Meinungen ja gerne auseinander gehen: Zum einen spielt man die harte Musikrichtung ungewöhnlicher weise mit deutschen Texten, aber auf der anderen Seite wird die Mucke auch gerne in die „Emo“ Schiene gedrückt – egal das liegt wohl im Auge des Betrachters und uns ist das ohnehin ziemlich egal und den Fans an diesem Abend sowieso, denn nun ging endlich auch mal direkt vor der Stage die Post ab. Ganz nah an ihren Idolen konnten die Zuseher so richtig die Sau raus lassen – insofern also vorteilhaft, dass das Event in der Bar und nicht in der Halle stattfand. Frenetisch angefeuert und des Öfteren lautstark gesanglich unterstützt war es den Burschen eine Freude mit ihrer Musik zu glänzen. Etwas aufgepeppt wurde die Performance von Bildschirmen neben dem Schlagzeuger die verschiedene Einspielungen zeigten, sowie einem flackerndem weißen Licht und jede Menge Nebel aus der Maschine. Zwischen den Songs gab’s auch viele elektronische Elemente sprich Einspielungen, man experimentiert ja gerne herum. Vom Stil her befindet man sich zwar eher im seichten Sektor aber das soll jetzt aber auch nichts Schlechtes bedeuten, denn man hatte einfach nur Fun auf der Bühne und genoss die Nähe zu den Fans. Im Großen und Ganzen war man allerdings flott unterwegs, vor allem der Drummer dreschte unentwegt und wie wild in seine Trommeln und gab dabei den Ton bzw. das Tempo vor. Bekannte Stücke vom letzten Album „Zombieaktionhauptquartier“ aber auch Songs vom neuen Silberling „Videodrom“ gab as zu hören, als Zugabe die beiden schon sehnsüchtig erwarteten Songs: Sexmachine und Porn from Spain das kurzerhand in Porn from France unbenannt wurde, wohl als Huldigung der Supportband. Alles in allem fabrizierten Callejon einen kurzweiligen Auftritt und punkteten mit einer interessanten, sympathischen Show bei der einfach der Spaß im Vordergrund stand. Zu ihrem Stil und den Liedern kann man nun stehen wie mal will, entweder es gefällt oder eben nicht - wir jedenfalls wurden gut bedient und freuen uns dabei gewesen zu sein!

Die „Videodrom Tour 2010“ machte also auch halt im Rockhouse: Ein passabler Einstieg, 2 begnadete Vorbands und eine gute Unterhaltung zum Schluss so lässt sich der Abend für uns am besten beschreiben! Bleibt nur zu hoffen, dass die anderen Gigs der Tournee besser besucht werden oder waren als jener in Salzburg. Vor allem Artas & Darkness Dynamite sind dazu bestimmt auf größeren Bühnen und vor breiterem Publikum zu spielen das trauen wir uns hier ungeniert zu sagen!

Konzertbilder


Für Euch vor Ort waren Rosi & Michi

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