Band: After All
Titel: Cult Of Sin
Label: Dockyard 1
VÖ: 2009
Genre: Thrash Metal
Bewertung: 4,5/5
Written by Robert

Wer Speed/Thrash Metal der besonderen Art steht, der sollte den 23.03.09 dick und rot im Kalender anstreichen, denn After All sind hier mit „Cult of Sin“ zurück. Gut verschwunden waren sie nie, dennoch hat es drei Jahre gedauert bis man den siebten Streich eingezimmert hat. Die Belgier haben dabei auf eine gute Mischung aus kristallklaren, aber aggressiven Sound geachtet und das kann sich mehr als sehen lassen. Piet Focroul (voc), Dries Van Damme (guit), Christophe Depree (guit), Erwin Casier (bass) und Kevin Strubbe (drums) reihen sich dadurch nahtlos in die Riege der Metal Bands ein, die mittlerweile immer stärker aus Belgien drängen.

Mit einem sehr amerikanisch lastigen Intro wird der Silberling eröffnet. Selbiges nennt sich „Another False Prophecy“. Das Sprachintro wird hier durch sanftere wenn auch tolle und ruhige Gitarrenklänge begleitet. Auch beim gleich druckvollen Nachfolger „My Own Sacrifice“ merkt man den leichten Blick in Richtung Amerika. Dennoch auch einige traditionellere Trademarks deutschen Speed/Thrash hört man deutlicher raus. So erinnern mich manche Passage an unseren guten alten Freund Charly Steinhauer und seine Paradox Jungs. Um Ecken schneller galoppiert nun „Scars Of My Actions“ daher. Deutlich rauer wird hier gewerkelt. Schnelle treibende Beats sind auch hier das Erfolgsrezept. Weiters gibt es einige melodischere Riffs als Zugabe und die sind nicht von schlechten Eltern. Dieser Track ist etwas aufwühlender und für jene gedacht die im Pit ordentlich umwüten wollen. Sicher hat man viel Old School Feeling für sich gepachtet, dennoch altbacken klingt das Material der Belgier beiweiten nicht. Eher im Gegenteil man verbindet sehr schöne alte Traditionen im Metal und verfeinert diese mit klitzekleinen moderneren Arrangements. Deutlich thrashiger dröhnt nun „Betrayed By The Gods“ aus den Boxen. Schöne flottere, doomigere Gitarrenriffs läuten diese Granate ein. Doch das flotte Tempo behält man nicht weiter und so driftet dieser Song in die stampfende, groovende Richtung. Dadurch kann man wirklich von einer Hymne sprechen, denn genau das versprechen uns hier die Maneken und verfeinern diese Nummer mit einigen melancholischeren Parts. Durch selbige wirkt das Ganze etwas farbenbunter und breit gefächert. Bei den kürzeren Stopps serviert uns die Seitenfraktion einige leckere Solis auf dem Silbertablett. Wie ein Blitzschlag erschallt nun „Devastation Done“. Mit viel Speed unterm Hintern wütet die Formation ordentlich um. Auch die aufwühlenden Trademarks haben wieder Verwendung gefunden, welche nur durch kürzere klare Solis abgelöst werden. Wie ein genaues Uhrwerk wird immer wieder gewechselt und bescheinigt das Potential der Truppe. Wie eine Maschinengewehrsalve geht es nun bei „End Of Your World“ weiter. Zwar wird nach einigen Minuten der Griff etwas gelockert, aber die sägende Gitarrenfraktion beschert dem geneigten Fan Momente zum ordentlichen Bangen. Nun ist es wieder mal Zeit zum Ausrasten, nun ja keine Angst es ist keine Ballade, auch wenn man den Fuß merklich vom Pedal genommen hat. Hier bekommt die Fanschar viel groovende Musik geboten und durch die stampfende Ausrichtung kann man hier bestens Abtanzen und auch seine Rübe besonnener schütteln. Ein kurzes, ruhiges Zwischenintro wird durch „Doomsday Elegy (2012)“ geboten bei dem akustische Gitarrenarbeit das Geschehen dominiert. Fast your seat belts please, denn bei „Embracing Eternity“ wird nach dieser kurzen Pause wieder ordentlich gebrettert was das Zeug hält. Die Rob Halford lastigen Screams kommen als Abwechslung recht gut rüber und lassen das Ganze etwas Power Metal lastiger klingen, wenn auch von der härteren Art. Sehr beschaulich eröffnet die Truppe nun „Hollow State“. Erst nach und nach nimmt die Dampflok an Fahrt zu, doch schlussendlich beschert man uns wieder tolles speediges, thrashiges Kraftfutter, welches nur mit kurzen Breaks auskommt. Vor allem das Reibeisenorgan des Fronters kommt hier sehr gut zur Geltung. Ein Brüllknabe ist er dennoch nicht, Piet Focroul wechselt lieber immer wieder von klaren und rauen Gesangspassagen. Dies verbindet bzw. passt er zur Rhythmusfraktion bestens an. Melodische Solis läuten den vorletzten Kracher „Release“ ein. Nach der melodischen Einleitung rotiert das Quintett in bester Manier und hält immer wieder für kurze klare Pausen, bevor sich das Karussell wieder ordentlich dreht. Vor allem die Solis in den Breaks sind eine Wucht und zergehen einem auf der Zunge wie guter Jahrgangswein. Das Dio Cover „Holy Diver“ macht hier den Abschluss. Muss sagen gut ohne den Kampfzwerg Ronnie weis ich nicht was ich davon halten soll. Sicher solide Arbeit, es ist halt so, den Gesangsgott kann man nicht ersetzen. Dennoch denke mir als Zugabe auf der Bühne oder so kommt dieses Cover sicher ganz gut an. Auf Cd ist es halt eher „nice to hear but nothing special“.

Fazit: Saubere Arbeit im Speed/Thrash Bereich. Dennoch eher für Old School Fans gedacht. Fans von moderner angehauchten Metal sollten lieber auf eine andere Scheibe sparen. Als Old School Fan so wie ich kommt man aber um dieses leckere Machwerk nicht drum herum. Heißes Teil für die ältere Metal Fraktion. MAHLZEIT!!!

Tracklist

01. Another False Prophecy 02:04
02. My Own Sacrifice 03:59
03. Scars of My Actions 03:22
04. Betrayed by the Gods 05:20
05. Devastation Done 03:51
06. End of Your World 03:51
07. Land of Sin 04:02
08. Doomsday Elegy (2012) 01:06
09. Embracing Eternity 02:54
10. Hollow State 05:26
11. Release 08:22
12. Holy Diver (Dio cover) (bonus track) 04:19

Besetzung

Piet Focroul (voc)
Dries Van Damme (guit)
Christophe Depree (guit)
Erwin Casier (bass)
Kevin Strubbe (drums)

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Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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