Band: Amorphead
Titel: Chaos Expression
Label: Casket Music
VÖ: 2011
Genre: Death Metal/Thrash Metal
Bewertung: 3,5/5
Written by: Robert

Nach dem fulminanten Debüt „Psychotic“ aus dem Jahr 2009 kehren die Kalabrier von Amorphead mit „Chaos Expression“ zurück und legen gleich einen ordentlichen Patzen nach. Mittlerweile konnte man verständlicherweise bei einem Label anheuern. Es ist dies Casket Music welches ab nun so hofft die Redaktion den Italienern ordentlich unter die Arme greift. Fünf geballte Death/Thrash Sprengladungen hat man hier parat und das wieder mit einer erfrischenden, modernen Spielweise so wie man es braucht.

„Scream Inside“ wird leicht doomig und mit einem sehr dunklen Faktor begonnen. Guter Anfang auf das folgende sehr gut vorbereitet. Die etwas langatmigere Einleitung ist ein guter Stimmungsmacher und somit verdingen sich die Italiener etwas mehr im verspielteren Eck. Nach gut 1:21 Minuten hat man aber genug von der Spielerei und ab diesem Zeitpunkt walzen die Burschen mit einer enormen Kraftwalze alles platt. Den leichten verspielten Akt legt man aber nicht komplett ad acta und so wirkt das Stück etwas progressiver, aber nur eben ganz leicht. Der Hauptbestandteil ist melodische Death/Thrash Kraftfutter der soliden Art.

Als nächstes steht „Depth“ an bei dem man wesentlich kompakter durch die Boxen knallt. Rotzig, rau und sehr modern wurden hier die Vibes ausgerichtet. Streckenweise würde ich sogar kleinere Einflüsse aus dem groovigen Thrash Core dem Stück zuordnen. Gute Mischform die man sehr pressgenau zusammengeführt hat.

Leicht melancholisch lässt man den dritten Track im Bunde, „5.22“ anlaufen. Tiefbetrüblicher Start der sehr idyllisch, mit eben traurigen Linien zum Anlaufen gebracht wird. Das etwas längere Instrumental ist technische Feinkost die man sich unbedingt geben sollte. Ausgefeilte Ansätze und Erweiterungen wurden hier wie bei einem Streuselkuchen darüber gestreut und das beeindruckt ordentlich.

Rotzig und groovend Kraftschnaubend legt man gleich „Holes“ nach. Solide Abgehmucke der ungehobelten, ungeschliffenen Art wird dabei am laufenden Band geboten. Sachte Melodieverzierungen komplettieren das Gesamtprogramm ungemein.

Das 9:32 Minuten lange „Chaos Expression“ steht als Schlusslicht. Begonnen wird das Stück wie auch beim Vorgänger äußerst rau und ungehobelt. Der Groovefaktor wirkt sich auch hier maßgeblich aus und dabei steckt man ordentlich an. Die komplettierenden Melodien sind um Nuancen leichter angesiedelt worden und dadurch erschließt sich einem ein durchaus ungeschliffenes Stück. Lediglich zu gewissen, fast schon orientalisch wirkenden Parts bekommen Melodietechniken etwas Oberwasser. Beeindruckende Veränderung die vor allem den Rezensenten überzeugt. Alles in allem spielt sich die Mannschaft quer durch die längere Spielzeit komplett und so schnellt der Progressive Pegel binnen Sekunden nach oben. Zu Komplex? Nein mitnichten, denn die Italiener offerieren uns ein leicht verdauliche, technisches Progressive Konzept mit dem man das zu schlichte Lager Kilometerweit verlässt.

Fazit: Locker kann man an das Debüt anknüpfen. Freunde des modern ausgerichteten Death/Thrash Sound werden hellauf begeistert sein. Man muss aber schon bereit sein, auch technisch ausgefeilte, teils progressive Züge zu lieben, sonst wirkt das Ganze für einen zu komplex.

Tracklist:

01. Scream Inside
02. Depth
03. 5.22
04. Holes
05. Chaos Expression

Besetzung:

Master (voc)
Mlex (guit)
Paul (guit)
Kronos (drums)
Greg (bass)

Internet:

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Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.