As Darkness Dies – As Darkness Dies

Written by Daniel. Posted in A, CD-Berichte

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Published on November 01, 2015 with No Comments

Band: As Darkness Dies
Titel: As Darkness Dies
Label: Pure Steel Records
VÖ: 30.10. 2015
Genre: US Metal
Bewertung: 5/5
Written by: Daniel

Warum sich die aus Seattle stammenden AS DARKNESS DIES ihres alten Namen Graven Image entledigt haben, kann man erahnen, wenn man diesen bei den Metal Archives eingibt.
Das unter diesem Namen erschienene Album The Future Started Yesterday ist mir auch völlig unbekannt.
Genauso wie die Kapelle an sich. Und überhaupt steht Metal unter dem “US” Banner ohnehin seit Jahren kreativ im Abseits.
Ein solides Fundament hat dieses Genre zwar nach wie vor, aber wirklich herausragende Alben des klassischen US Metals sind eher rar gesäht. Seit der Jahrtausendwende gab es selten meisterliches.
Mir persönlich fallen auch nur drei Bands und deren Veröffentlichungen ein, die seitdem diesem sträflich unterbewerteten Stil neue Impulse gegeben haben:
Artizan brachten mit ihren Alben gleich drei Referenzwerke des anspruchsvollen Melodic Metals raus, das Wretch Debüt ist unbestritten eines der besten Metal Alben aller Zeiten und auch das Zweitwerk kann zumindest daran anknüpfen.
Und dann wären da noch Seasons Of The Wolf. Die haben, was eigenständige, zeitlos geniale Musik anbelangt, ebenfalls mit New Age Revolution und Once In A Blue Moon Musikgeschichte geschrieben.
Das war`s dann aber auch schon, und so dümpelt dieses einst erhabene Genre (kleine Lichtblicke wie Darkology und Power Theory ausser Acht gelassen) vor sich hin…

Wo sind sie, die Bands die es schaffen, die düstere Epik, die vereinnahmenden Melodien und die Härte des Metals auf den Nenner zu bringen?
Anscheinend gibt es sie nicht mehr, die Masse der stärksten US Metal Releases kam in den letzten Jahren eher aus Europa, während man im Heimatland des reinen Stahls grandiose Veröffentlichungen des Euro Metal hervorbrachte.
Verkehrte Welt also. Doch nun, ja nun, ist endlich Licht am Ende des Tunnels.

Die Weltordnung scheint – zumindest für genau 60 Minuten – wieder hergestellt, denn was diese Band auf ihrem selbstbetitelten Album abliefert, kann man kaum erfassen!
Sie verbinden die mystische Magie Heir Apparents mit der Epik Iron Maidens, vereinen die Entschlossenheit der Frühwerke von Iced Earth und Metal Church mit der Unbekümmertheit alter Fates Warning und Queensryche.

Und sie schaffen es, all diese Zutaten zu einem eigenen Gericht zu kredenzen und servieren dem Hörer unsterbliche, zu Tränen rührende Jahrhundertwerke.
Da wären Searching For Light, Ghost, High Road und Life Incomplete. Monumente zwischen Anmut und Härte, zwischen progressiv und konservativ, die in ihrer Dunkelheit immer Hoffnung lassen, in ihrer Intensität stärker nicht sein könnten.
Die Aura, diese Magie des Heavy Metals, ist allgegenwärtig. Auch bei Black Death (dem besten “Steel Prophet Song” seit Messiah!), Silent Wings (mit dessem Riff man den Begriff “Metal” nicht besser umschreiben kann!!), One Mistake (so düster und trotzdem erhaben klingt keine Black Metal Band auf diesem verkackten Planeten!!!) und Demons (der mit seiner Kompromisslosigkeit und gleichzeitigen Progressivitat ein US Metal Referenzsong ist!!!!).

Es sind solche Werke, solche Songs die einen mit Stolz erfüllen. Dem Stolz, ein Metaller zu sein!
Weil es schier unglaublich ist, was hier Drummer Harry Blackwell (EX Steel Prophet) und Basser Andrew Purchia an vertrackten Rhytmen auffahren. Und es trotzdem wie aus einem Guss klingen lassen.
Es ist berauschend, wie es Paul Coleman und Scott Williams mit anscheinender Leichtigkeit vermögen, dieser Weltklasse mit straighten Riffs und einigen der großartigsten Melodien, die jemals kreiert wurden, Paroli zu bieten.
Noch beeindruckender ist allerdings die Darbietung von Frontmann Martin O’Brien, der – mit der Aura eines Dickinson, dem Talent Conklins und der Intesität eines Watson – über allem thront!
All diese Fakten werden von der Produktion Mike Vesceras untermauert, der es tatsächlich geschafft hat, den Sound von Somewhere In Time und Into The Void zu vereinen und somit den besten Sound, den man sich für ein solches Album wünschen kann, erschaffen hat.

AS DARKNESS DIES ist ein Album, dessen Titel man nicht besser hätte wählen können, denn als die Dunkelheit (welche über diesem Genre lag) starb, trat das Licht wieder zu Tage.
Und zwar in Form dieses Meisterwerkes, dessen Musik unbeschreiblich intensiv ist und dessen reelle Bewertung eigentlich jeglichen Punkterahmen sprengt.


Trackliste:

01. Black Death
02. Cloaked in Darkness
03. Searching For Light
04. Silent Wings
05. Ghost
06. Other Side
07. High Road
08. World Of Decay
09. Life Incomplete
10. One Mistake
11. Demons
12. Far Away (Bonustrack)

Besetzung:

Martin O’Brien – vocals
Paul Coleman – guitars
Scott Williams – guitars
Andrew Purchia – bass
Harry Blackwell – drums/percussion

As Darkness Dies im Internet:

Homepage

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About Daniel

Moderater Rebell in allen Lebenslagen. Momentane High Five: Psychoprism - Creation / Running Wild - Rapid Foray/ A Tortured Soul - On This Evil Night / Dexter Ward - Rendezvous With Destiny / Ravensire - The Cycle Never Ends

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