Band: Coldspot 
Titel: Heldenlos
Label: Selfreleased
VÖ: 2009
Genre: Thrash Metal
Bewertung: 3,5/5
Written by: Robert

Für Freunde des Melodramatischen Death/Thrash haben wir heute genau das richtige. Die Bonner Coldspot meldeten sich bei uns und sandten ihr erstes Lebenszeichen „Heldenlos“ zu. Was auf den ersten Blick vielleicht oft gehört klingen mag ist es aber nicht. Fast nur deutsche Lyrics werden verwendet und das haben Danny (voc), Christian (guit), Bernd (guit) und Martin Epp (drums) recht gut aufgepeppt. Zeitgemäße Themen wurden hier klanglich, teilweise mit mehr oder weniger Wut auf einen Silberling gebracht. Wer vielleicht glauben mag das Material mit deutschen Lyrics kann nicht funktionieren der irrt, denn es entfaltet genau dadurch seinen breiten Charme und sticht auch aus der breiten Masse raus.

Gleich der Opener „Jerusalem“ ist ein zeitgemäßes Thema das sehr gut mit viel Gefühl umgesetzt wurde. Eine richtige Achterbahnfahrt der Gefühle wird hier vollzogen. Einerseits gibt es wutentbrannte Riffs im Thrash Style wo man wild zockt und dann wird es als Abwechslung wieder sehr melancholisch und das hat man sehr leidend umgesetzt. Auch ein großes Maß an Melodie wurde hinzu gefügt und komplettiert so den Beginn des Albums.

Mehr roher und ungeschliffener geht es nun mit „Das Ziel“. Der Beginn wirkt wie eine Doomige Schlagseite der etwas flotteren Fahrt. Gleich nach diesem Opening wird etwas mehr Wut freiem Lauf gelassen und es wird im besten Thrash Riffing geschrettert das natürlich sofort zum Bangen einlädt. Dennoch astrein in den Thrash Metal bzw. in Death oder gar Dark/Black Metal darf man die Herrschaften nicht stecken. Von allem etwas wird hier verbraten und das mit einer gut positionierten Art und Weise. Recht facettenreich klingt der Song dadurch, dennoch überbeansprucht man die Hörerschaft auf keinen Fall. War man noch vorher mit gemischten Gefühlen unterwegs, so kann man hier nur eines raus hören und zwar klipp und klar Wut und Hass.

Recht groovend leitet man nun über zu „War“ eine recht schroffen Stück. Etwas kantiger wird auch hier musiziert und der melodische Anteil kommt hier von einigen Solis die das Stück etwas erweitern. Im Prinzip bekommen wir hier einen kraftvollen Thrash Banger, der mit einigen groovenden Breaks aufwartet. Klingt sehr traditionell und dennoch kann man gleich jenen den Wind aus den Segeln nehmen, vielleicht gleich laut aufschreien: „Altbacken“!! Gute Mischung aus traditionellen Elementen und moderner Spielweise.

Sehr ruhig und erst einmal richtig beschaulich wird es „Fly Away“ und natürlich kommt gleich ein melancholisches Feeling auf. Düsterer, leidender Midtempotrack der eindeutig fürs tiefe Seelenheil bestimmt ist und einen auch richtig runter zieht. Sehr wankelmütige Gefühle wurden hier perfekt soundtechnisch umgesetzt.

Das darauffolgende „Lauf“ ist wie eine Initialzündung und man jagt die Hörerschaft gleich von den ersten Tönen an hoch und treibt diese mit aufwühlender Rhythmik vor sich her. Dreckiger Thrasher mit modernen Akzenten und kleinen, melodischen Nuancen als Zusatz. Viel Wut und Hass lässt man auch hier vom Stapel und knallt uns dies mit einem sehr speedigen um die Ohren. Dennoch, begibt man sich an und ab kurzzeitig wieder in leidendere Gewässer, doch schon reißt man das Steuer um und tendiert wieder in Richtung temporeiche Bretterkunst.

Weiter geht die Fahrt mit „Desert of Ashes“ welches zwar melodischer eröffnet wird, sich aber als guter Bangertrack mit viel Kraft und Wind in den Segeln entpuppt. Knackiger, gesteigerter Härtegrad den man hier vollzogen hat. Dies unterbricht man erneut kurzzeitig, doch schon donnert man wieder mit viel Tempo dahin und lädt wieder ein seine Rübe zu der thrashigen Rhythmik kreisen zu lassen.

„Belogen“ reiht sich nahtlos im Thrash Menü ein und erst einmal gibt es hier zu Beginn die sehr moderne, groovige Version. Das kommt dem herrlich erfrischenden Charme natürlich zu Gute mit dem die Bonner agieren. Diese begonnene Schiene hält man durchwegs bei und versetzt dies nur mit kleineren Melodic Angriffen.

Abgeschlossen wird mit „Heldenlos“ dem Titelstück und zum Ende hin fährt man noch einmal alle Geschütze auf. Die Burschen verstehen es traditionelle Musik und moderne Spielart, mit vielerlei aufgegriffenen Gefühlslagen zu vertonen. Zum Ende hin wird dies noch einmal getan und dabei lässt man hier alles vom Stapel was sich wohl in den einzelnen Bangmitgliedern aufgestaut hat. Somit kann man sich schon einmal vorbereiten, denn es geht quer durch den Gemüsegarten von Hass, Wut bis hinüber zu anklagend und leidend.

Fazit: Durchaus Lecker was uns die Jungs hier bieten. Die Spielart die sich die Jungs auf den Banner geschrieben haben, könnte vor allem jene interessieren, die mit astreinen und zu sturen, simplen Soundstrukturen nicht viel anfangen können. Recht reichhaltig wird hier eine gute Achterbahnfahrt der Gefühle geboten und das zu einem Spottpreis.

Tracklist:

01. Jerusalem 04:50
02. Das Ziel 04:47
03. War 05:04
04. Fly Away 05:03
05. Lauf 05:22
06. Desert of Ashes 03:48
07. Belogen 04:14
08. Heldenlos 04:03

Besetzung:

Danny (voc)
Christian (guit)
Bernd (guit)
Martin Epp (drums)

Internet:

Coldspot Website

Coldspot @ MySpace

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About Author

Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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