Band: Crises
Titel: Coral Dreams
Label: 7hard Records
VÖ: 2009
Genre: Progressive Metal
Bewertung: 5/5
Written by: Robert

Progressive Power und dazu noch ein gewisses Quäntchen an Härte habe ich heute zum Rezensieren vor mir. Die Truppe nennt sich Crises und stammt aus Würzburg. Die Bayern stehen ihren Landsmännern von Brainstorm in nichts nach und diese Truppe erinnert oftmals sehr stark an diese. Dominik Eckert (voc), Ondrej Hurbanic (guit), Pavel Hurcik (bass) und Thomas Abts (drums) sind aber weit mehr als nur eine Schlappe Kopie und herrlich erfrischend präsentieren sie sich auf ihrem Output „Coral Dreams“ der nicht wie der Titel erahnen lassen mag ein Weichspüler ist, keineswegs hier paart sich quer durch den Gemüsegarten Härte mit Power und wurde noch zusätzlich mit viel Einfallsreichtum ausgeschmückt.

Mit einer gehörigen Portion Groove serviert man uns Track Nummer Uno. Dieser nennt sich „Joan“ und erinnert durch seinen Power Metal der modernen Art derart stark an Brainstorm, dass man schon glauben könnte es sei eine Nummer die Andi persönlich eingesungen hätte. Als besonderen Zuckerguss wurden noch einige Bombastingredienzen drüber gestreut und dadurch wirkt der Song um Ecken wuchtiger. Deutlich druckvoller, aber ebenso mit viel Groove versetzt knallt man uns nun „Faker“ vor den Bug. Durchwegs flotte Nummer mit vielen Erweiterungen. Vor allem sind hier die Progressiven Elemente besonders hervorzuheben, die kommen öfters zum Einsatz und vor allem im Vocalbereich spielt man sich ausgewogen mit vielen Gesangsverzerrungen. Ruhig und beschaulich, mit einer Brise an melodischem Melancholiegefühl schiebt man nun „The Chase“ nach. Doch lange verweilt man nicht in der beschaulichen Ecke und schon startet man die Motoren und drückt gleich das Pedal bis zum Anschlage. Eine gute Bretterseite wird uns hier mit vielen Groovebeisätzen geboten. Zu dieser Rhythmik lässt es sich gut Bangen, aber auch etliche Shakerbeisätze wurden eingearbeitet um das Stück facettenreicher wirken zu lassen, was den Herrschaften auch geglückt ist. Nahtlos wird mit „When You Were Mine“ angeknüpft, welches vorerst erdiger rockend durch die Anlage kommt. Einmal mehr ist der Song sehr stark an Brainstorm angelehnt, doch als Nacheiferer würde ich jetzt die Jungs hier nicht bezeichnen. Immer wieder wird stärker abgebremst, bevor man wieder deutlich flottere Ausbrüche wagt. Gutes Wechselspiel das sehr beeindruckt, was vor allem an den Vocals liegt die sich ebenfalls binnen Sekunden dem Wechselrhythmus anpassen und man hier einiges geboten bekommt. „Horizon“ beginnt äußerst balladesk und in dieser Ecke wird erst einmal weiterhin verweilt. Zwar begibt man sich oftmals auf eine schnellere Rockschiene, doch diese Welle brandet unvermindert Sekunden später an ruhigen Ufern und dort wird dominant gute, verträumtere Kost geboten und das ohne den Bogen zu überspannen und in die kitschige Ecke zu driften. Genug dem ruhigen Temperament gefrönt, denn schon setzt man uns in Form von „All Against Me“ deutlich flottere Kost vor. Eine gute Mischung aus melodischem – symphonischen Power Metal, den man sehr gut mit einigen melancholsichen und groovigen Beigaben versetzt hat. Enorm aufwiegelnde Nummer, vor allem in den groovigen Passagen. Von der Machart sehr ähnlich, wenn auch deutlich symphonischer und dunkler schickt man nun „Hopeless“ ins Gefecht. Sehr facettenreich wird uns auch hier die Soundoptik geobten und so versucht sich der Trupp mit vielen kleineren Klangexperimenten die sehr gut auf einen gemeinsamen Nenner gebracht werden. Unterm Strich kommt es auch hier zu einem breiten, farbenbunten Klangbild, wobei man sich hier wesentlich mehr austobt. Sehr lieblich, verspielt ist nun die Einleitung von „Indifference“ ausgefallen. Doch nach dieser Eröffnung reißt man das Steuer kurz um, ein Temposchub kommt zum Einsatz und schon wird stark herum gerudert und wir befinden uns in ruhigeren Gewässern wieder. In diesen verweilt man fast durchgängig und nur zu kurzen Angriffen wird eine Korrektur vorgenommen. Sehr Groove rockend geht die Geschichte mit „Stormy Weather“ weiter. Etwas kompakter und härter gibt sich die Mannschaft hier und da steht auch der Frontmann seinen Kollegen in nichts und dadurch wirkt auch die Mehrheit der Vocalpassagen sehr druckvoll und hart, auch wenn er gleich wieder sich von der sanfteren, melancholischen Art präsentiert. Mit einer elektronischen Introspielerei schiebt man nun den Groove Bretterhappen „Coral Dreams“ nach. Quer durch die Palette wird uns hier gutes Bangerkraftfutter im erdigen Bereich geboten, welches mit viel Tempo ausgestattet wurde. Mit einer bombastischen Einleitung wartet man nun zu Beginn von „Fighting with Myself“ auf. Gleich im Anschluss kommen verträumte, mit viel Schmuseromantik ausgestatten Klänge zum Einsatz, welche von einem sehr warmherzigen Gesang erweitert werden. Ruhiges, genussvolles Stück, welches man in entspannter Lage genießen kann. Besonders sind hier die symphonischen Einschübe zu nennen, die man uns hier als Hörgenuss der besonderen Art vorsetzt. Als Abschluss gibt es noch „The Blame (Remake)“ und hier beendet man äußerst druckvoll den Silberling, mit vielen Erweiterungen im symphonischen, als auch bombastischen Gewässer.

Fazit: Superber Progressive – Power Metal Happen, der durch seine vielen Erweiterungen sehr erfrischend und experimentierfreudig rüber kommt. Sehr interessante Tracks die man uns hier zum täglichen Menü vorsetzt und man uns dennoch nicht überfordert oder gar übersättigt.

Tracklist:

01. Joan 04:15
02. Faker 03:16
03. The Chase 04:52
04. When You Were Mine 03:47
05. Horizon 03:42
06. All Against Me 03:47
07. Hopeless 03:58
08. Indifference 04:09
09. Stormy Weather 03:19
10. Coral Dreams 03:55
11. Fighting with Myself 04:36
12. The Blame (Remake) 07:13

Besetzung:

Dominik Eckert (voc)
Ondrej Hurbanic (guit)
Pavel Hurcik (bass)
Thomas Abts (drums)

Internet:

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Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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