Band: Days Of Loss
Titel: Our Frail Existence
Label: Terrasound Records
VÖ: 2009
Genre: Death/Thrash Metal
Bewertung: 4,5/5
Written by: Robert

Zwar konnte man den Release dieser Wiener Death/Thrash Truppe schon vollends feiern. Doch aufgrund beruflicher Aktivitäten konnte ich mich dem Werk erst jetzt genauer widmen. Schon beim ersten Durchlauf war mein Pulsschlag über 180 was aber nicht unbedingt an einer schlechten Kondition liegt. Nein eher ist es mit dem Machwerk von Days of Loss aus Wien so, dass man nicht anders kann komplett auszuticken. Kein Wunder, denn mit „Life is Decay“ ziehen Benjamin Pauswek (voc & bass), Alexander Schmid (guit), Dariusz Oles (guit) und Thomas Urbanek (drums) einen ersten Release aus dem Rucksack der einem wie ein Orkan um die Birne fegt. Eine Granate schlägt nach der anderen hier ein und auf so ein Debütalbum kann man schon jetzt sehr stolz sein und mit ein stolz – geschwelgten Brust durch die Landen ziehen.

Mit dem düsteren „Intro“ zaubern die Jungs einen recht interessanten, schaurigen Anfang auf Album, welcher von einer ruhigen, akustischen Gitarrenbegleitung gekrönt ist. Die komplette Maschinerie ist beim darauf folgenden „Unavoidable Obliteration“ am Laufen. Die wilden, treibenden Beats, werden sehr kantig und ungeschliffen durch die Boxen gejagt und dabei wechselt man öfters in einen Speedausbruch der besonderen Art. Etwas Death/Thrash lastiger wurde hier der Rhythmus ausgelegt und nur dezentere Melodielinien kommen hier zum Einsatz. Dafür wird ein mächtiges Bangerinferno mit viel Wut im Bauch zelebriert dass es in sich hat. Eine schöne Bretterseite im bekannten Götheborg Stil wird uns nun bei „Godlike Betrayal“ geboten. Dennoch klingt das Stück nicht etwas abgelutscht, nein auf keinen Fall, denn die Truppe serviert uns hier einen leckeren Melodic Death Happen mit vielen rauen Ecken und Kanten. Dadurch bewahrt man auch hier weiterhin den sehr schroffen Stil und man wirkt nicht überproduziert. Dies liegt am Sound er Hinterhofstudios und auch bei dieser Truppe merkt man sofort die Produktion an, die nicht besser sein könnte. Mit „White Page“ brettert man weiterhin sehr kantig dahin und vorerst kommen die groovigen Elemente zum Einsatz, welche immer wieder durch ungestüme Gemütsausbrüche abgelöst werden. Viel Wut und Hass gilt es auch hier aufzunehmen und dies kann man im gediegeneren Bangen sehr gut. Auch die Melodie rückt man erneut etwas dezenter in den Hintergrund, dafür kommt das schroffe Spiel mehr zum Tragen, wenngleich man sich an und ab kurzzeitig von der melodischen Seite zeigt. Diese bekommen aber nicht das Oberwasser und so werkelt die Formation im eingeläuteten Stil und das wühlt superb auf. Mit viel Groove im Gepäck galoppieren die Jungs nun mit „Life is Decay“ daher. Das Titelstück hat einen guten Zahn drauf und auch hier kommen viele Bangerelement zum Tragen. Doch auch viel Melodie wurde hier gekonnt mit verwerkt und diese paaren sich sehr schön mit den groovenden Einflüssen und das Gemisch explodiert wutentbrannt und das dadurch entstandene Lauffeuer animiert gehörig. Mit einer sehr schleppenden Einleitung schleppt man bei „Nature’s Revenge“ den Kadaver in Keller. Nach etwa 40 Sekunden zerstückelt man vollends den Torso und wie die Kannibalen fallen die Burschen hier auf die Hörerschaft her und ballern aus vollen Rohren. Immer wieder werden kurze Ruheparts nach den Speedgranaten geboten, doch schon geht es mit einem Affenzahn wieder weiter und erneut ruft man zum Kopfschütteln bis dass der Notarzt kommt auf. Die Spartianer rufen bei „Immortal“ zur Schlacht und das mit vielen schwedischen Melodic Death Einflüssen die man sehr gekonnt und herrlich erfrischend in Szene gesetzt hat. Das Tempo wurde gemäßigter eingesetzt und die dadurch entstandene Rhythmik zaubert ein besonders tiefgründiges Flair ans Tageslicht. Gut situierter Death Stahl Track mit weniger Tempo, dafür mit viel Groove im Blut das die Venen binnen Sekunden durchfließt und nach dem Rhythmus der Truppe süchtig werden lässt. Das nachgeschobene „Live to Suffer“ wurde ebenfalls mit einem Sprachintro gesegnet, doch gleich im Anschluss tritt man wieder das Gaspedal bis zum Anschlag und die Death Maschine ist mit viel Tempo wieder am Laufen und lädt zum infernalen Abgehen ein. Auch das gewisse Maß an Melodie darf nicht fehlen, dieses wird aber durch viele Speedige, aber auch thrashige Ausflüge abgelöst und mit viel ausgewogenem Spiel räumt man allen Elementen einen gleichberechtigten Platz ein. Weiter geht die wilde Karussell Fahrt mit „Falling Down“ welches etwas klarer und viel speediger daher rattert und weiterhin die Bangerparty am Laufen hält. Viel Wut lässt man auch hier freiem Lauf und dabei ackert mit einem höllischen Tempo das einem die Spucke weg bleibt. Rohe Ecken und Kanten, werden immer wieder hinterlassen, bevor wieder glattere, melodische Einsätze eingefädelt werden. Gute Mischung die man auch hier parat hat und dabei achten die Jungs stet auf das gleichberechtigte Maß und mischen dazu viele Groove Parts ein die laut aufhorchen lassen. Dem Vorgänger etwas ähnelnd geht es nun mit „Steel March“. Dennoch wird hier vermehrt auf Thrash Metal Einflüsse geachtet und die Melodieinsätze kommen nur mehr als kurz angespielte Solis zum Tragen. Dafür wird ein enormeres Groove Bretterprogramm geboten dass zu gefallen weiß und man sofort aufgestachelt wird hier mitzumachen. Mit einem kurzen tiefgründigen Sprachintro beginnt man den Rausschmeißer, welcher sich „Faithless Roaming“ nennt und sehr melodisch rüber kommt. Der begonnen Linie bleibt man treu und dennoch wird hier etwas das Zahnrad nachjustiert, bis man einfach den Bolzen löst und die Maschine komplett am Laufen ist und man mit viel Tempo dahin brettert. Dennoch gibt es gut situierte Breaks im gewohnten Groove Style die viel Laune machen.

Fazit: Endlosgeil was uns hier von Days of Loss ereilt hat. Die Truppe weiß wie man mit altgedienten Death/Thrash Elementen einen zweiten Frühling zaubert. Dabei achtet man stets auf eine gute Mischung und diese kommt hier vollends zur Geltung. Das Album lässt im internationalen Vergleich viele Kollegen alt aussehen und die Riege der NEW WAVE OF AUSTRIAN HEAVY METAL Liga lehrt die Kameraden aus dem restlichen Europe immer mehr das Fürchten.

Tracklist:

01. Intro 01:36
02. Unavoidable Obliteration 03:12
03. Godlike Betrayal 04:05
04. White Page 03:47
05. Life Is Decay 04:03
06. Nature’s Revenge 04:15
07. Immortal 03:49
08. Live to Suffer 03:11
09. Falling Down 03:51
10. Steel March 03:04
11. Faithless Roaming 04:18

Besetzung:

Benjamin Pauswek (voc & bass)
Alexander Schmid (guit)
Dariusz Oles (guit)
Thomas Urbanek (drums)

Internet:

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Days of Loss @ MySpace

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About Author

Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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