Band: Der W
Titel: III
Label: 3R Entertainment
VÖ: 2012
Genre: Hard Rock, Rock
Bewertung: 4,5/5
Written by: Thorsten Jünemann

Der Denker und Lenker sowie Bassist der BÖHSEN ONKELZ meldet sich nach unendlichen erfolgreichen Tour-Odysseen mit seiner Solo-Mannschaft zurück und hat sein 3.Album im Gepäck.

Kritiker und Lästerer schreien auf, es wären ja doch nur wieder die ONKELZ in einem anderen Gewand, der weiterhin seinen alkoholgetränkten Prollrock verbreiten will… Aber wer bereits die beiden Vorgängeralben seiner Solokarriere gehört hat, wird mitbekommen haben, dass dem nicht so ist.

Ohne den Herrn Weidner unbedingt persönlich mögen zu müssen, sollte man sich aber ehrlich eingestehen, dass die ersten beiden Alben eben nicht nach BO klingen sondern teilweise sehr experimentierfreudig und angenehm melodisch ausgefallen sind und Songmaterial enthalten, welches auch Radiopotenzial besitzt. Kann ich nur empfehlen, sowohl musikalisch als auch lyrisch.

Nun kommt Album Nummer „III“ um die Ecke und DER W nahm eine kleine Veränderung vor;
Es wird mehr gerockt. Dazu muss man sagen, dass die Songs der ersten beiden Alben live auch unglaublich schweißtreibend rocken und nicht so friedlich wie auf CD präsentiert werden.
Und genau das passiert auch auf „III“:

Die Band ist gefestigt als Band und lässt regelrecht die Sau raus.

Mit punkigen und metallischen Attitüden „rotzt“ Herr Weidner und seine zur Einheit verschmolzenen Mannen der unzähligen Anhängerschaft die gut durchdachten Texte und Riffs erdig gekonnt um die Ohren, ganz ohne ausufernde Soundtricksereien die ihm aber auch sehr gut zu Gesicht standen.

Mit „III“ werden keine Gefangenen gemacht; ausgestattet mit eingängigen Refrains, Mitsing-Chöre und allen weiteren Zutaten die ein gewaltiges Rockalbum benötigt, wird dem Zuhörer ein Songprogramm kredenzt, welches textlich sehr weitgehend nicht nur in die Ohren sondern wirklich in den Schädel geht und nicht wie viele andere Fun-Pseudo-Punkrocker nur zum Lachen einstimmt. Intelligent/dramatisch/philosophisch/und auch mal depressiv, wird zum nachdenklichen Hörgenuss eingeladen, aber ohne wie ein Oberlehrer den Finger zu heben und den Spaß an dem Rock´n´Roll zu versauen.
Kombiniert mit seiner ganz eigenen Einstellung zu Menschen, Religionen, Politik, Gesellschaft und der allgemeinen Einstellung zum Leben, ist hier großes Kino für den Kopf angesagt.

Leider fehlen dem Album die schnellen Radiohits wie sie noch auf den Vorgängern eingängig und zu Hauf vorhanden waren, d.h., man muss diesem Rockalbum etwas Zeit zugestehen, aber dann geht die Rechnung auf und es explodiert regelrecht zwischen den Synapsen.

Außerdem vermisse ich den Easyrocker „Leinen los“ auf dem Album, der bereits im Vorfeld der VÖ downgeloadet werden konnte.

Der Lohn dafür sind 4,5 / 5 Punkte und die Empfehlung, sich das Album anzuhören und eines der demnächst stattfindenden und auch beinahe ausverkauften Konzerte zu besuchen. Aber zieht Euch nicht zu warm an, denn die Band macht auch aus dem Nord- oder Südpol ´ne Sauna…

Tracklist:

01. Operation Transformation
02. Mordballaden
03. Herz voll Stolz
04. Kampf den Kopien
05. Vergissmeindoch
06. Pack schlägt sich, Pack verträgt sich
07. Kafkas Träume
08. Judas
09. Gespräche mit dem Mond
10. Lektion in Wermut
11. Lachen steckt an
12. Stirb in Schönheit

Besetzung:

Stephan Weidner (voc & guit)
Dirk Czyua (guit)
Henning Menke (bass)
JC Dwyer (drums)

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