Edens Curse – Trinity

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Published on Februar 22, 2011 with No Comments

Band: Eden’s Curse
Titel: Trinity
Label: AFM Records
VÖ: 2011
Genre: Melodic Heavy/Power Metal/Hard Rock
Bewertung: 4,5/5
Written by: Robert

Wer steht auf fluffigen Power/Melodic Metal zwischen Brainstorm und Edguy? Du fühlst dich betroffen und magst auch eine breite, rockige Beimischung a la Axel Rudi Pell bei den Songs? Tja dann kann man dieser Zielgruppe bzw. dir nur Eden’s Curse neuesten Streich „Trinity“ für den nächsten Einkauf empfehlen. Bereits mit den voran gegangenen zwei Full Length Alben konnten die Engländer für viel Furore sorgen. Denke mal die Zeit ist nun gekommen das man etwas mehr Zuspruch in der Szene seitens der Fans bekommt. Denn Lob und Tadel seitens der Medien ist immer so eine Sache, das heißt noch lange nicht dass die Musikliebhaber sich deshalb genau diesen Bands zugesprochen fühlen oder nicht. Im Falle der Engländer wäre es zwar wünschenswert, aber das letzte Machtwort spricht immer der Fan für sich selbst und das ist auch gut so.

Das fast schon Filmmusikreife Intro „Trinitas Sanctus“ beschert mir ein grinsen. Vor allem erinnert mich der Sprecher hier etwas an den Typen von Savatage‘s Einleitung zu „Jesus Saves“ vom „Streets: A Rock Opera“. Klanglich hat man hier auf ein vorbereitendes Prinzip geachtet und so entfaltet sich die Eröffnung sehr interessierend und somit ist man gespannt was nun aus den Boxen dröhnen wird.

„Trinity“ wird uns in einem sehr farbenprächtigen Soundvermischungsprinzip schmackhaft gemacht. Zwischen kernigem Power Metal und idyllischem Hard Rock wird eine gute Portion ins Menü getan. Aufgewertet durch einige melodische und symphonische Spitzfindigkeiten hat man eine sehr qualitativ hochwertige Mischform parat die wie Ambrosia fürs Gehör ist. Im shakigen Tempo juckt es einen dadurch bis in die letzte Zehenspitze.

Mit „Saints Of Tomorrow“ bestreitet man etwas melodisch – rockende Pfade. Zwischen flotten Passagen und sehr stark abbremsenden, idyllischen wird eine sehr tolle Berg und Talfahrt geboten. Zu glatt lässt man es aber nicht klingen und das weiß zu gefallen. Immer wieder schleift man das Ganze etwas rauer ab. Somit sehr ausgereift und stattlich ausgestattet, aber man überfordert durch die gute Rhythmische Anordnung nicht mit sinnlosem Power Gedudel die bei vielen Szenekollegen eher einen Brechreiz hervorrufen als sonst was.

Bei „No Holy Man“ kommt man etwas mehr in den Genuss eines soliden Midtempotracks. Fast schnörkellos bestreiten die Engländer die Fortsetzung. Allerding befördert man sattere Melodieerscheinungen, als auch symphonische Querverstrebungen hervor und setzt sie sehr passend, wenn auch etwas spärlicher ein. Deutlich kompakter wirkt dadurch das Stück und somit gibt es das Ganze in mehreren Phasen Scheibchenweise vorgesetzt.

Durch „Guardian Angel“ wird nun das kuschelige Eck angesteuert. Balladesker Song, mit sehr soliden, warmherzigen Linien. Es ist einfach bei solchen Stücken so, entweder man schnalzt uns eine lieblose schmalzige Runde vor den Bug. Oder man weiß wie man den schwer zu bestreitenden Grat durchwandert. Letzteres betrifft in diesem Fall die Briten, denn das Stück ist unglaublich und dabei bewirkt man bei etlichen Passagen eine starke ausbreitende Gänsehaut.

Genug gekuschelt, denn als Fortsetzung setzt man mit „Can’t Fool The Devil“ sehr treibende Beats in den Vordergrund. Knackig bringt man das Ganze Stück teils erdig – groovend zum Punkt. Rhythmisch bahnt man sich dadurch sehr flott den Weg und hat es einmal mehr auf unsere Nackenmuskulatur abgesehen.

„Rivers Of Destiny“ ist im Anschluss gleich wieder etwas lieblicher ausgerichtet worden. Balladenstück? Nein dazu ist der Track mit zu viel Power gespickt. Zwischen deutlich treibenden Midtempo und Power Ballade Techniken wird komplett hindurch gewechselt. Auch das hymnische Feeling kommt dabei bestens zur Geltung und die dadurch geschaffene Melange ist einfach dermaßen lecker das man kaum genug bekommen kann.

Als Ablöse hat man mit „Dare To Be Different“ wieder einen sehr erdig – treibenden Fortschritt zu vermelden. Die teils Old School lastigen Keyboardeinflüsse (erinnern an Größen wie Deep Purple) vermischt man gekonnt mit Einflüssen aus dem Melodic Power Bereich neueren Datums. Gute Fusion die man sehr reichhaltig ausschmückt. Die Jungs haben ein gutes Händchen wie eben ausgewogene Ausstattungen klingen müssen und dadurch wird uns nur das Beste zu teil.

Der ruhige, sehr genüsslich arrangierte Synthyeingang von „Children Of The Tide“ knallt einem die Sicherungen raus. Einfach unglaublich mit welcher Genauigkeit man hier wieder einmal das Ziel getroffen hat und das mit einem großen Wums. Obwohl man hier erneut fast durchgehend ruhige Ufer belagert wirkt das nicht überzogen. Wiederum glänzen die Jungs mit einer guten Spieltechnik, die man etwa ab der Mitte verlässt und sich deutlich herzhafteren Spielereien zuwendet.

Sehr zahnig schreiten die Engländer durch „Black Widow“ voran. Zwischen Power Metal und rockigen Melodic Anleihen wurde einen symphonischen Klangeffekt eingefädelt der das Stück sehr progressiv erscheinen lässt. Der Aha Effekt kommt beim Einsatz des zweiten Sängers der sich hier ein Stell dich ein gibt. Andi Derris von Helloween unterstützt den Frontmann und mit diesen Duettgesängen wertet man das Stück umso mehr auf.

Stampfend und streckenweise weiterhin etwas groovender wird die Reise mit „Jerusalem Sleeps“ weiter vollzogen. Als Abrundung mündet das Ganze immer wieder immer in sehr stattlichen – hymnischen Ausläufern. Mit dem gleichberechtigten, ausgewogenen Mischprinzip wird keine Linie zu stark bevorzugt. Die alles vollendende Komplettierung schafft man durch oftmalige Bombastschübe die das Stück umso mehr aufwerten.

Eine große, tiefe Verneigung vollführt man noch mit dem abschließenden Dio Cover „Rock N’Roll Children“. Sehr gutes Stück das eben durch die Bandeigenen Einflüsse gut aufgepusht daher rattert. Glanzvolle Leistung die ja nicht leicht ist. Doch durch pfiffige Ergänzungen verrät man das Original nicht und dennoch kann man eigene Stempel drauf drücken.

Fazit: Es wäre wirklich schade wenn die Jungs von Eden’s Curse mit der Flut der Alben die ja monatlich erscheinen untergehen. Durch gelungene Mischungen und der sehr ideenreichen Anordnungen der Tracks besticht das Album mit allerhöchster Qualität. Pflichtkauf für jeden der sich irgendwo im Herzen als Power oder Melodic Fan sieht.

Tracklist:

01. Trinitas Sanctus (Intro) 1:38
02. Trinity 4:54
03. Saints Of Tomorrow 3:52
04. No Holy Man 5:40
05. Guardian Angel 6:07
06. Can’t Fool The Devil 3:47
07. Rivers Of Destiny 5:08
08. Dare To Be Different 5:00
09. Children Of The Tide 5:50
10. Black Widow 5:05
11. Jerusalem Sleeps 6:36
12. Rock N’Roll Children 4:35

Besetzung:

Michael Eden (voc)
Thorsten Koehne (guit)
Paul Logue (bass)
Alessandro Del Vecchio (keys)
Pete Newdeck (drums)

Internet:

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About Robert

Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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