Band: Evergrey
Titel: Torn
Label: SPV/Steamhammer
VÖ: 2008
Genre: Dark Melodic Metal
Bewertung: 4,5/5
Written by: Robert

Eine Band die viele Genre Fans im Metal vereint und zusammenfasst sind die Schweden Evergrey. Wer diese Formation kennt, weis das sie niemals Material fürs schnelle Durchhören geschaffen haben. Ändert sich dies wohl mit dem neuesten Output „Torn“. Die Antwortet lautet nein, denn auch Anno 2008 hat man genau das parat für das sie bekannt sind. Langatmiges Material, das wenn es zum Zünden kommt nicht mehr aus dem Hirn zu bringen ist und man die Cd immer und immer wieder abspielen muss. Tom S. Englund (guit & vov), Henrik Danhage (guit), Jari Kainulainen (bass), Rickard Zander (keys) und Jonas Ekdahl (drums) haben nun ihr 11 Track Monumentalwerk veröffentlicht und in das will ich mich genauer reinhören.

Recht lieblich und verträumt läutet der Keyboarder „Broken Wings“ ein. Die Lieblichkeit hört aber mit dem einsetzten des fetten Gitarrensounds sofort auf. Man ackert sich solide und etwas melancholisch durch den Track. Einen guten Querschnitt aus melancholischen Power/Melodic Metal, als auch einigen Gothic Einflüssen beschert man uns zu Beginn des Outputs. Feine sanfte Melodien werden immer wieder durch härtere, rauere Unterbrecher aufgelockert. „Soaked“ ist nun etwas progressiver ausgefallen und die Schweden liefern hier die volle Breitseite. Die rockigen Vocals die Mr. Eglund hier für uns parat hat sind einmal mehr unglaublich. Man wechselt immer wieder von stampfenden bis hin zu etwas sanfteren Ecken und genau diese Wechsel machen das Stück recht farbenbunt, als auch abwechslungsreich. Als Zugabe serviert man uns einen recht rockigen, melodisch sanften Mitteilteil, bevor man es zum Ende hin etwas flotter ausklingen lässt. Nach diesem recht sanften Vorgängerstück schiebt man nun mit „Fear“ nun eine sehr schnelle, stampfende groovige Nummer nach. Bestes Nackenbrechermaterial wie es im Buche steht. Die progressiven Elemente ziehen sich wie einer roter Faden durchs Album, so wie man es von den Jungs aus Göteborg gewohnt ist. Dennoch wechselt man diese Ausrichtung immer wieder. Einmal mehr und einmal weniger werden diese Arrangements eingesetzt. Diese Nummer kommt mit etwas weniger progressiven Feinheiten aus, dafür serviert man uns ein etwas härteres Brett, das durch die gefühlvolle Stimme des Fronters aufgelockert wird. So schreibe ich diese Nummer mehr der Power Metal Ecke zu. Zwar wird zu Beginn von „When Kingdoms Fall“ ordentlich geschrettert was das Zeug hält, aber etwa nach einer Minute schlittern die Herrschaften in melancholische, ruhige Gefilde. Feine Sanfte Melodien werden immer mit einem herrlichen Düstersound gepaart. Die rauen Vocals machen ihr übriges und werten das gesamte Stück noch etwas mehr auf. Sehr viel Düstersound wurde nun bei „In Confidence“ eingebaut. Dieser Track steuert unvermindert etwas mehr die Power Metal Ecke an und genau die Mischung aus Power Metal und Düstersound macht es aus und läst die Nummer recht farbenbunt erstrahlen. „Fail“ startet nun mit beschaulichem Gitarrensound, bevor wieder ein ordentlich, schnelles Brett fährt. Doch lange bleibt man nicht in dieser schnellen Ecke und driftet nun endgültig in die gefühlvollere Ecke und dort verbleibt man auch. Sanfte Melodien hat man für uns parat und dieser Track ist ein echter Gusterhappen. Zwar kommt an und ab der Düstergitarrensound wieder zum Einsatz, doch weniger als bei den Vorgängerstücken. Hier heißt es einfach die Seele baumeln lassen und sich von den Klängen der Schweden auf eine Reise mitnehmen lassen. Deutlich aggressiver geht es nun bei „Numb“ zu. Viele Bass und Gitarrenriffs wo man hinhört. Zackig und kantiger kommt diese Nummer daher. Doch nur die Harte Schiene wird hier nicht gefahren. Dafür sorgt der Frontmann der wieder gefühlvolle Vocals wieder für uns parat hat. Solche Abwechslungen können einen nicht ruhig sitzen lassen oder? Stimmt genau, so kann man zu diesem Track ordentlich abgehen und abshaken. Der Titeltrack „Torn“ strotzt nur so vor Kraft. Ein recht stampfender Song, der viel Abwechslung bietet. Serviert man uns doch immer wieder viele sanfte Ecken wo man es sehr melancholisch angeht. Die akustischen Gitarrenunterbrechungen werden gut durch die melancholischen Vocals, als auch Chorvocals gleichermaßen abgelöst. So wechselt man hier von den druckvollen Passagen, hinüber in ruhigere Gefilde. Meiner Meinung nach, das wohl abwechslungsreichste Stück des Albums. Rau und kantig geht man nun über zu „Nothing Is Erased“. Sehr viel Druck wird hier ausgeübt und die progressiven Einsätze kommen hier deutlich mehr zum Vorschein. Die Düsterarrangements die im Hintergrund eingeflochten wurden werten die Nummer um einiges auf. So werden hier viele Elemente am laufenden Band geboten und diese wurden sehr ausgewogen in Szene gesetzt. Deutlich mehr Härtekohlen werden nun bei „Still Walk Alone“ in den Ofen geschippert. Erdig – raue, harte Elemente an allen Ecken und Enden. Der Sound wurde sehr druckvoll eingesetzt und man ackert sich sehr flott durch den Song. Eine weitere Nackenbrechernummer die an und ab mit einigen ruhigeren Ausbrechern aufwartet. Sehr bombastisch und theatralisch endet das Album mit „These Scars“. Viele schnelle Rifffs und Breaks geben sich mit vielen bombast Arrangements die Hand. Evergrey fahren noch mal alle Geschütze auf. Bei diesem Stück hat man alles in einen Song kompakt gepackt. Harte, melodische, progressive, aber auch sanfte Melodien wechseln immer wieder und beschließen ein weiteres Hammeralbum aus dem Hause Evergrey.

Fazit: Wer diese Formation bis dato immer geliebt hat, wird auch hier nicht enttäuscht und nach allen Regeln der Kunst verwöhnt. Dennoch etwas schwerer verdaubar als bei den letzten Alben ist das Material schon. Wer aber nicht auf sofortige Zünder steht, wird hier viele Sachen immer wieder aufs Neue entdecken und das Album nicht so schnell aus dem Player nehmen.

Tracklist:

01. Broken Wings 04:42
02. Soaked 04:59
03. Fear 04:16
04. When Kingdoms Fall 05:33
05. In Confidence 04:03
06. Fail 04:50
07. Numb 05:18
08. Torn 04:43
09. Nothing Is Erased 04:41
10. Still Walk Alone 04:44
11. These Scars 05:51

Besetzung:

Tom S. Englund (guit & voc)
Henrik Danhage (guit)
Jari Kainulainen (bass)
Rickard Zander (keys)
Jonas Ekdahl (drums)

Internet:

Evergrey Website

Evergrey @ Facebook

Share.

About Author

Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

Comments are closed.

Diese Website nutzt Cookies. Bitte beachten Sie unsere Datenschutz-Erklärung

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close