Band: Ferdy Doernberg
Titel: Orexigenic Songs For Overfed People
Label: Rebellion Records
VÖ: 24.11.15
Genre: Singer / Songwriter
Bewertung: 5/5
Written by: Totti

Würde man stur nach dem Genre des zu besprechenden Album gehen, fragt man sich, was eine Singer / Songwriter Platte hier im Metalunderground zu suchen hat.

Es geht dabei aber nicht um Reinhard Mey oder ähnlichen Personen…

Hier und heute dreht es sich um einen Multi-Instrumentalisten den wir Rock- und Metalheads von Größen wie u.a. Axel Rudi Pell, Rough Silk, uvm. kennen. Und vielen mehr?

Ja, denn der gute Mann spielt Gitarre, Keyboards, Trompete, Akkordeon, Slide, Lap Steel auch bei Matt Gonzo Roehr und wirkte als Studiomusiker / Gastmusiker auf unzähligen Alben der unterschiedlichsten Künstler und Bands mit (im noch folgenden Interview gehe ich mehr auf seine Karriere usw. ein).

Es geht um Ferdy Doernberg!
Es war ja schon längere Zeit mein Wunsch, ein kleines Special über ihn zu verfassen.
Nun war es recht spontan soweit und das Interview wird in den nächsten Tagen auch folgen. Er hat viel erlebt, gesehen, gehört, gemacht,…es gab viel zu erzählen…
Wie gesagt, demnächst noch mehr hier!

Heute geht es um sein 6. Soloalbum mit dem aus dem Rahmen fallenden Titel „Orexigenic Songs For Overfed People“, welcher Grund genug für Nachfragen war.

„Appetit anregende Lieder für übersättigte Menschen“ sollte ursprünglich „Positive Songs For Negative People“ heißen, doch hatte da bereits eine andere Band ein Album solchen Titels auf dem Schirm und adäquat kam es dann zum genannten, der ihm sogar letztlich besser gefiel.

Was auch seinen leicht britischen Humor unterstreicht, der sich textlich auch deutlich wie ein roter Faden durch das Album zieht.
Er verarbeitet mal mehr-mal weniger augenzwinkernd seine Scheidung, rechnet schwarzhumorig mit der (auch besoffenen) Gesellschaft ab, ehrt seinen verstorbenen Vater und spricht aber auch ernstere Themen des Lebens an, die nicht jedem immer angenehm sind, aber man sich doch durch eigene Erfahrungen im Leben, gut hineinversetzen kann. 19 Songs, wobei ein Song eine gesungene Thanks-Liste ist…

Hier und jetzt auf jeden einzelnen Song detailliert einzugehen, würde den Platz sprengen, doch es sei gesagt: Jeder Song ist eine kleine in sich abgeschlossene Geschichte, mal eindeutig lustig, mal zweideutig, abstrakt…ausgestattet mit allen Attributen und Rechten, die einem Singer / Songwriter zustehen, bzw. ausmachen. Seine Waffe ist das Wort… 😉
Musikalisch läuft´s rockend, folkig, bluesig, metallisch, akustisch, es gibt zarte Reggae Einsätze,…er nutzt (s)ein großes Sammelsurium an Instrumenten und setzt sie zu den richtigen Stellen gekonnt ein um den einen Song tragend, den anderen Song aber wieder ironisch und die nächste Nummer gute-Laune-verbreitend ins Ohr zu schicken. Wobei noch angemerkt sei´, das jeder Song auf seine Art zum Nachdenken anregt, ob nun augenscheinlich durch überlange Titel wie „Sometimes My Penis Is A Little Bit Cleverer Than My Brain“ oder durch den Inhalt, wenn es z.B. „The Dating Dilemma“ heißt und von Dingen erzählt wird, die man irgendwie schon ähnlich erlebte und / oder erst gar nicht erleben will.

Nun verrate ich auch noch, wen sich der gute Ferdy alles ins Boot holte, um dieses schöne Stück Musik zu verwirklichen…

Geschrieben und produziert wurde das Album von ihm selbst, hauptsächlich auch in seinem eigenen „Droehnwerk-Recording-Studio“.

Garantiert Spaß dabei hatte mit ihm Mike Terrana (Axel Rudi Pell, Yngwie Malmsteen,..), Alex Wenn (Matt Roehr,…), Mike Mandel (Rough Silk,…), Christof Stein-Schneider (Fury In The Slaughterhouse), Sebi Stomper (Stomper 98), Chris Zeller (Rotz & Wasser), Stefan Putnik (Wien´s No. 1), Hinkel von den Schwerinern Volxsturm sowie mit Anke / Curt .

Anke Doernberg sollte Euch als (Ex-)-Bassistin von NIKKI PUPPET bekannt sein und ist die wesentliche Figur in dem Song „My Soon-To-Be-Ex-Wife“ in dem sie auch den Bass spielt…

Sie ist inzwischen die Bassistin bei Rough Silk.
Der englische Melodicrock-Produzentencrack und Multi-Instrumentalist Pete Newdeck (Grim Reaper, Harem Scarem, Newman, Issa, Eden´s Curse) spendierte einen warmen aber auch düsteren Synthesizerteppich zum Song „The Dating Dilemma“, welcher von Chris Laut (Ohrenfeindt) mit der Mundharmonika eingeleitet wird, und sich über gospelartige Sounds zu einer Mitsinghymne entwickelt. Chris Caffery von Savatage / TSO spendierte Solos zum Instrumentalstück „The Boogie“!
Ferdy Doernberg selbst bediente (natürlich) u.a. die Slide-Gitarren, die elektrischen und akustischen Gitarren, Dobro, Piano, Lap Steel, Hammond Orgel und unzählig mehr…und klar: das Mikro!

Mein Fazit: Ich kenne seine vorigen Solo-Alben nicht, bin über FB erst jetzt darauf gekommen, weil mich der Titel sehr irritiert und neugierig gemacht hat. Das Album ist Abwechslung pur, doch herrscht der ruhigere Ton vor, der teilweise auch radiokompatible Songs enthält. Ein „Nebenbei-Hören“-Album ist das definitiv nicht, doch wenn man Musik HÖRT und nicht konsumiert, wird man mit einem tiefgründigen Album belohnt das (glaube ich) einen sehr privaten Ferdy Doernberg präsentiert, der einem durch diese musikalische Reise unglaublich beansprucht. Und wenn mich Musik herausfordert, dann hat die Musik bereits gewonnen…

5 / 5 Punkte

Am 24.11.2015 findet in Hannover die Record-Releaseparty statt, bei der das Album Live vorgestellt wird! Mehr Infos auf FB und auf der sehr fein aufgemachten und informativen HP.

Tracklist:

01. No Respect
02. Sometimes My Penis Is A Little Bit Cleverer Than My Brain
03. My-Soon-To-Be-Ex-Wife Says
04. Punkrock-Valentine’s Day
05. Leave The Rest For The Crows
06. A Sad Little Song In G (Feat. Matt Gonzo Roehr)
07. When The Northwind Is Calling Your Name
08. Clown Without A Circus
09. My Personal Superhero
10. Bad Decisions Make Good Stories
11. Orexigenic Songs For Overfed People
12. The Dating-Dilemma
13. Back Where I Belong
14. Rearviewmirror
15. I Hate Drunk People
16. Why Can’t You Just Be A Little Bit More Like Your Picture?
17. The Boogie (Feat. Chris Caffery)
18. Thank You
19. I Wonder What Jesus Would Have Said (Bonustrack)

Besetzung:

Ferdy Doernberg: Lead Vocals, All Guitars, Piano / Keys & Hammond, und so vieles mehr…
Anke Doernberg: Bass
Curt Doernberg: Drums
Martin Doernberg: Violine
Alex Wenn: Drums & Percussion
Mike Terrana: Drums
Mike Mandel: Bass, Additional Rhythm Guitar
Ecki Huedepohl: Bass
Matt Gonzo Roehr: Guitar Solo
Chris Caffery: Guitar Solo
Peter Burrack: Upright Bass
Pete Newdeck: Synthesizer
Hinkel: Radiospeaker
Marina Ludolph: Tuba
& Sebi Stomper, Christof Stein-Schneider, Chris Zeller, Stefan Putnik: Background Voices

Internet:

Ferdy Doernberg Website

Ferdy Doernberg @ Facebook

Ferdy Doernberg @ MySpace

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