Band: Grenouer Blood
Titel: Unwanted Today
Label: Mausoleum Records
VÖ: 2015
Genre: Modern Alternative Metal
Bewertung: 4,5/5
Written by: Thorsten Jünemann

In den frühen 90er Jahren gründete sich die Band GRENOUER in St.Petersburg und startete im Extrem Metal Bereich, doch im Verlauf der letzten Alben, entwickelte sich daraus eine Modern Metal Band, der irgendwo zwischen Devin Townsend, Meshuggah, P.O.D., Linkin Park, Disturbed, usw. liegt.

Das Rad des Modern Metal erfinden die sympathischen Russen damit nicht neu, können aber mit dem klaren Gesang, fetter Produktion und beinahe eingängigen Songs ordentlich punkten und können zurecht darauf pochen, auch im geografischen Westen endlich ein paar Lorbeeren verdient einzuheimsen.

Ich habe wirklich sehr lange gebraucht, mich für ein Review hinzusetzen, denn mit dem Vorgängeralbum „Blood On The Face“ konnten Andrey, Alex und Co. bei mir hoch punkten und es verging monatelang nicht ein Tag, ohne das Album mind. 1x gehört zu haben. Die sehr eingängige Stimme die irgendwie immer wieder an die US Melodic-Avantgarde Rocker von SAIGON KICK, erinnert, gepaart mit harten und fetten Gitarrenwänden hat mich überzeugt und gepackt, war das Album doch gespickt mit Melodien und Ohrwürmer…

Funktionieren GRENOUER anno 2015 genauso oder mindestens ähnlich?
Hmmm…das ist der Grund, warum ich mir soooo lange Zeit ließ…ich wollte das Album auch zu jeder Möglichkeit, Situation, Zeit hören und erleben und komme nun final zu dem Entschluss, dass etwas Weiterentwicklung klar herauszuhören ist. Aber leider auf Kosten der unglaublich eingängigen Melodien und Ohrwürmer…

Nein, ganz so schlimm ist es nicht, sonst hätte ich das Album auch fanboygerecht nach den ersten beiden Durchläufen mit voller Punktzahl bewerten können.

Aus meiner „Hörsicht“ wurden diesmal ein paar progressive Brocken eingebaut, die das Gesamtwerk leider etwas sperriger wirken lassen und dadurch der Eingängigkeit im Weg stehen, wobei das jetzt nicht der Beinbruch ist, denn hochklassiges Songmaterial ist auf dem aktuellen Album „Unwanted Today“ definitiv vorhanden.

Ob man diesmal bewusst auf Rap-Einlage und Coversong verzichtet hat, entzieht sich meiner Kenntnis, wird aber bei einem demnächst folgenden Interview hoffentlich geklärt.

Aber so gut wie der Vorgänger läuft das Album nicht bei mir rein, ich erwische mich immer wieder dabei, wie ich nach einem Durchlauf Bock habe, „Blood On The Face“ zu hören…!

„Unwanted Today“ ist ein Album, in das man sich reinhören muss, was einem Zeit und Geduld, sowie musikalisches Verständnis abringt, sprich: nicht wirklich leichte Kost denn GRENOUER hört man nicht nebenher!

GRENOUER wollen Deine komplette Aufmerksamkeit und wenn Du sie Ihnen gewährst, macht auch das aktuelle Album viel Spaß. Die Jungs sind auch sonst im künstlerischen Teil sehr aktiv, so gibt es z.B. zu beinahe jedem Song des letzten Albums einen gut durchdachten Videoclip die man auf der Bandsite und bei YouTube sehen kann.

Man kann nur hoffen, dass sich endlich ein Booker o.ä. der Band annimmt, um GRENOUER auch endlich in unseren Breitengraden durch Gigs populärer zu machen, denn die Russen müssen sich hinter niemanden verstecken. Zuletzt auf dem Prog-Power Festival 2014 in Belgien, wurde die Band ganz ordentlich gefeiert und eine Euro-Tour hätte folgen müssen, um das Album ordentlich promoten zu können. So liegt es wieder an den DJ´s und an den Promotern, der Band endlich den Erfolg bescheren zu können, den sie sich seit langem verdient haben.

Stillstand ist nicht erkennbar, denn kein Album der Band klingt wirklich wie der jeweilige Vorgänger, weshalb ich hier mind. bei der selben Punktzahl bleiben sollte, aber weil ich auch ein kleines Faible für proggige Sounds habe, und die auch wirklich sinnvoll eingebaut sind, muss ich einfach die 4,5 von 5 Punkte Karte ziehen. Warum nicht die volle Punktezahl?

Ich habe das Gefühl, das GRENOUER musikalisch noch nicht am Ziel sind.
Es ist immer noch genug Luft nach oben, um mich davon zu überzeugen, daß die Band weiß, wohin nun der letztendliche Weg geht. Aber ich verfolge das musikalische Spektakel sehr gern, finde es aber sehr schade, sie immer noch nicht live gesehen zu haben.

Muss ich wirklich nach St. Petersburg um mich von den Live-Qualitäten überzeugen zu können?
Ein Aufruf an den Chefredakteur:
ICH MUSS NACH RUSSLAND!!! 😉

Kurzum:
GRENOUER haben Ihre Hausaufgaben gemacht und sollten von Fans der genannten Vergleichbands unbedingt mal angecheckt werden, denn die Musiker haben viel für´s musikalische Kopfkino zu bieten. Teilweise bis an den Rand des Melodicrock von knappen extremen Sounds getrieben, zeigen die Mannen was songwriterisch in Ihnen steckt. Melodie und Härte gepaart mit proggigen Einsprengseln und gefühlvollen warmen Gesang sowie einem sehr ausgeglichenen Mix aus Halbballade, Stadionrocker und harten technischem musikalischen Beiwerk überzeugen mich auf´s Neue und ich MUSS die Band einfach jedem ans Herz legen, der gern groovenden, dicke-Eier-Metal hört, genießt…

Tracklist:

01. Awake
02. Unwanted Today
03. A Little Too Obsessed
04. Something Really Bad
05. On a Rainy Day
06. Blossoms in the Dust
07. I Can’t Stand It
08. Daily Miracles
09. Going to Stay
10. Point of No Return
11. Artificial Tears
12. Don’t Let Them Get You Down
13. Clearway

Besetzung:

Andrey Ind (voc)
Alexander Motor (guit)
Danny D. (drums)
Al Bolo (bass)

Internet:

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