Band: Jane’s Addiction
Titel: The Great Escape Artist
Label: EMI Music
VÖ: 2011
Genre: Rock
Bewertung: 4/5
Written by: Robert

Die umgekehrte Tee Party oder unter dem Motto wir waren immer schon etwas anders trifft genau auf die Truppe Jane’s Addiction zu. In den frühen 90ern aufgelöst und mit einem sehr schwachen 2003 Comeback steht man nun mit einer neuen Veröffentlichung auf der Matte. Die neue Langrille nennt sich „The Great Ecape Artist“ und man darf richtig gehend gespannt sein was sich bei den Alternative Ikonen in den letzten Jahren getan hat. Vorweg die klassischen Janes Ecken und Kanten wurden geglättet und beschichtet und zwar mit einem gustiösen elektronischen Konfekt. Dennoch wurden auch etliche, dunkle Schliffe hinzugefügt und das macht das Ganze Album sehr fesselnd.

Bei „Underground“ wird gleich eine Mischung aus sphärischen Klängen und spitzfinden, durchgreifenden Vibes geboten. Die sehr starke Progressive Breitseite wurde mit leicht hymnischen Anleihen verschmolzen und das durchmischte Klangbild fördert gleich zu Beginn einen Ohrwurm zu Tage dem man sich nur schwer wiedersetzen kann. Muss man auch nicht und die etwas glatteren Rock Beats die als Abrundung fungieren komplettieren sehr stattliche das Gesamtsoundbild.

Weiter im begonnenen Konzept wird gleich „End To The Lies“ in einer sehr ähnlichen, wenn auch deutlich idyllischeren Technik eröffnet. Dabei beschwingt man uns kurzzeitig mit besänftigenden Klängen, die man nur mäßig kräftig. Was aber nicht heißt dass man uns hier einen Liebessong vor den Bug knallt, nein dies nicht aber im Gegensatz zum Vorgänger ist diese Machart doch etwas dezenter ausgefallen. Weiterhin vermischt man im großen Stil das Soundgeflecht zu einem Gesamterscheinungsbild das einen nur staunen lässt. Der Suchtfaktor, vor allem bei verspielten Musikliebhabern ist hierbei sehr hoch.

Noch deutlich beschwingender lässt man nun „Curiosity Kills“ anlaufen, wobei man sofort deutlich bedrohlicher wirkt. Was vor allem auch bei der Fortsetzung aufgenommen und ausgebaut wird. Die Verzerrungen und progressiven Schübe hat man abermals zu einem stattlichen, aussortierten Brei vermengt der nicht minder lecker hätte aufbereitet werden können. Die klaren Ansätze rücken oftmals stärker und länger in den Vordergrund und drücken die rauen Ecken und Kanten deutlicher in den Hintergrund.

Von einem wesentlich simpleren Eingang wird bei „Irresistible Force“ gebrauch gemacht. Sofort schlittert man in ein besänftigendes Eck und setzt dem Ganzen eine schillernde Krone auf und zwar mit sehr besänftigenden Soundeinflüssen die man uns in ruhiger Spielform vorträgt. Besonders gelungen finde ich die sphärisch – hymnischen Zwischenunterbrechungen, bei denen man sofort durchgreifender ausspielt. Gutes, gleichberechtigtes Wechselspiel das weiterhin in einem sehr interessanten Soundgemisch zum Besten gegeben wird und selbstredend den Suchtfaktor weiterhin ordentlich nach oben schraubt.

In ruhigem, wenn auch simplerem Spiel wird nun „I’ll Hit You Back“ zum Anlaufen gebracht. Der sehr versetze Rockeinfluss, den man mit guten, ausgewogenen Akzenten zu einer durchaus massentauglichen Nummer zusammengeflochten hat wirkt durch seine steifen Aufbäumungen weitaus nicht so Kommerziell wie man vielleicht glauben mag. Sicher wurde etwas mehr in diese Ecke geliebäugelt, dennoch schlittert man abermals Meilenweit an dieser vorbei, wenn auch mit einem deutlich engeren Aktionsradius.

Die Einleitung von „Twisted Tales“ katapultiert uns wie schon beim „Underground“ Track in eine Ebene, wo man mit grandiosen Soundspielereien vorstellig wird. Dennoch wird hier weitaus nicht so dunkel ins Gefecht gegangen wie man das vielleicht glauben mag. Vielmehr offeriert man uns eine bestens aufbereitete Nummer, die mehr für den Genuss ist. Die teilweise sehr besänftigenden Linien lassen Entspannung zwar zu, dennoch kickt und zwickt man uns mit stärker durchgreifendem Soundbeat.

Lockerer geht man es nun bei „Ultimate Reason“ und dabei wird eine ruhige Linie sogleich gestartet, welche durch hauchzarte Vocalverzerrungen etwas komplexer erscheinen lässt. Bei denen belässt man es nicht und so kommen die druckvolleren Zwischenunterbrechungen genau zum richtigen Zeitpunkt, selbige halten deutlich länger an und bekommen bis zum Ende hin deutlich mehr das Ruder zum Fassen.

Wie schon Anathema vermögen auch Jane’s Addiction mit entspannenden Songs in eine Fantasy Reise uns zu entführen. So ist es kaum verwunderlich das genau „Splash A Little Water On It“ auf eine solche mitreist. Sanfte, sehr starke idyllische Klänge verfärbt man kunterbunt mit einer Vielzahl von Abrundungen. Zu Komplex? Wohl kaum, denn die Truppe hat einen Fable für einen ausgewogenen Soundklang und den setzt man hier sehr aussagekräftig um.

„Broken People“ wird mit einer sehr gut gemischten Melancholie Mischung angestimmt. Dabei klingt alles erst einmal sehr runter ziehend und leidend. Dabei wird auf eine ruhige Spieltechnik gebaut die sehr besänftigend vorstellig wird und selbstredend erneut entspannt auf eine Traumreise entführt. Erst im letzten Drittel des Stücks drückt man dem ganzen einen deutlich druckvolleren Stempel an, bei dem man aber auch weiterhin sehr handsam wirkt.

Der letzte Track im Bunde, „Words Right Out Of My Mouth“, wird durch ein Sprachintro eröffnet. Im Anschluss folgt eine sehr komplexe Mischung aus progressiven und herzergreifenden, teils punkig orientierten Soundbeats die ungemein ratternd in den Gehörgang gehen. Dennoch und obwohl man auch hier eine ordentliche Soundwand aufzieht vermag dieser Track weniger zu überzeugen, wie es die glanzvollen Vorgänger getan haben.

Fazit: Sehr stattliches Album für Liebhaber von progressiver Klangkunst, welche auch durchaus geneigt sind dem Alternative Soundbereich eine Chance zu geben. Welcome back and hopefully for a longer Time!!!!

Tracklist:

01. Underground
02. End To The Lies
03. Curiosity Kills
04. Irresistible Force
05. I’ll Hit You Back
06. Twisted Tales
07. Ultimate Reason
08. Splash A Little Water On It
09. Broken People
10. Words Right Out Of My Mouth

Besetzung:

Perry Farrell (voc)
Dave Navarro (guit)
Stephen Perkins (drums)
Internet:
Share.

About Author

Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

Comments are closed.

Diese Website nutzt Cookies. Bitte beachten Sie unsere Datenschutz-Erklärung

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close