Band: Julian’s Lullaby
Titel: Dreaming of your fears
Label: STF Records
VÖ: 2011
Genre: Gothic
Bewertung: 3,5/5
Written by: Robert

Hellas sagen die Heavy/Symphonic Metaller mit ihrem Debütalbum „dreaming of your fears“. Die 2004 gegründete Formation konnte bereits mit der Demo „I can hear you thinking“ einige Achtungserfolge verbuchen. Leider ist es halt bei solchen Formationen immer sicher dass sofort die Nightwish, Within Temptation Unkenrufe gleich ausbrechen. Mit diesem werden sich auch die Griechen sicher gleich konfrontiert sehen. Allerdings sollte der geneigte Fan des Genres es schon unterscheiden können ob es sich um einen billigen Abklatsch handelt oder um eine gut ausgereifte Formation. Letzteres trifft auf die Helenen zu, denn man bietet gutes Material das für den Genrefan bestens zu Recht gemacht wurde. Ein opulentes Mal in Sachen Heavy/Symphonic Metal also das man sich nicht entgehen lassen sollte.

Sehr folkloristisch und eher Pagan lastig wird „Where we stand there we fall“ zwar begonnen, doch sofort merkt man schon das gleich andere Wege bestritten werden. Diese Veränderung kommt von den Gitarren her sehr rau rüber, dennoch baut man einen guten ausgewogenen Bombastsound mit ein. Ein stetes Wechselbad der Gefühle wird klanglich sehr schön wieder gegeben und dabei darf man sich oftmals länger zurück lehnen und sich von den beiden Singvögeln der Truppe verwöhnen lassen.

Deutlich einfacher wurde nun „Scarlet Reign“ gestrickt. Sehr rockiges Melodic Stück das man uns sehr warmherzig und teilweise sehr lieblich zum Besten gibt. Etwas fehl am Platz finde ich persönlich die Trompetensounds, die klingen etwas billig. Stehen aber nicht unbedingt zur Debatte, da sie Gott sei Dank nur selten zum Einsatz kommen. Somit darf man sich der rockigen Symphonic Mischung weit mehr erfreuen und auch herzhaftere Durchstarter bereichern das Gesamtbild ungemein.

Vermehrt wieder ins folkloristische Eck, vor allem durch die gekonnten Streichereinlagen lenkt man das Schiff mit „Ocean of tears“ weiter. Auch hier besteht der Hauptanteil aus dem Rocklager und dieses Grundelement wird ebenfalls sehr gelungen mit Erweiterungen und Ergänzungen ausgebaut. Der raue Anteil steht hier wieder als dominante Grundlinie da und oft lenkt man alles ab und zu ins lieblichere Eck. Sehr farbenbunter Anstrich den man hier dem Ganzen verpasst hat und das wieder einmal mit einem ausgewogenen Händchen.

Tiefbetrüblich wird nun „Kiss me not (tonight)“ angestimmt. Sehr trauriger Faktor der sich einem hier erschließt und dabei zieht man binnen Sekunden ordentlich nach unten. Ja es gibt auch Power Balladen aus diesem Sektor die nicht vor schmalzigem Sound triefen. Das sehr ruhige Stück ist sehr schön entspannend und man wird nicht mit unsinnigen Kitschverzierungen zugekleistert.

Durch „Would it be?“ wird erneut eine ruhige Fortsetzung gewählt, wenn auch in diesem Falle deutlich folkiger angehaucht. Schön kann man hier nur sagen und mit einem seufzenden ach ja sich entspannt zurück lehnen und das Stück genießen.

Mit flotteren Schienen wird die Reise mit „Where are you?“ ausgelegt. Zusätzlich werden viele Bombast Allüren mit verwerkt, die aber hier deutlich hymnischer rüber kommen. Epochal nicht unbedingt aber in diese Richtung lenkt man es, doch bevor man dort angelangt ist schlittert man mit einer Wucht daran vorbei. Auch die harschen Vocalbeiträge lassen das Stück deutlich gereifter wirken.

Die harschen Vocals kommen auch beim folgenden „Sand on your hand“ zum Einsatz. Man bestreitet aber in diesem Song weitaus treibendere Wege. Zwischen Zuckersüß und Bitter wird eine schöne Mischung geboten die zu beeindrucken weiß.

„Turn me to dust“ wird nicht unähnlich ins Rennen geschickt. Wenn man sich auch hier seitens der Melodien und Arrangements etwas verspielter zeigt. Durch viele Querkerben wirkt der Song zwar oftmals etwas progressiver, doch schon lenkt man auf die straighte Grundlinie zurück.

Ein klassisches Klavierintermezzo, gefolgt von satten Streichereinsätzen dienen bei „Disinfecting my heart“ als Eröffnung. Auch fügt man dem Ganzen ein lustig – fröhliches Folklore Feeling bei das hierbei die Stimmung ordentlich hebt.

Auch bei der vorletzten Nummer „Just for that day“ dient eine klassische Klaviereinleitung als Start. Weiters kommen wieder folkloristische Streichereinlagen erneut zum Einsatz. Dennoch bewegt man sich aus diesem Milieu komplett weg und bestreitet eher melancholische Pfade. Schöne Nummer, mit vielen lieblichen – warmherzigen Schnörkeln.

Was zum Teufel die Griechen aber dazu verleitet hat gleich darauf dasselbe Lied mit einem Akustik Mix nachzuschieben ist mir schleierhaft. Sicher nicht schlecht aber gleich nacheinander folgend finde ich etwas einfallslos. Die Veränderungen sind sehr schön und dadurch wagt man einen etwas anderen Schritt. Aber solche Songs hätte man wohl anders positionieren können.

Fazit: Netter Symphonic Kraftstoff der gut in Szene gesetzt wurde. Keine billige, abgelutschte Variante, auch wenn diese Mannschaft etwas mehr im lieblicheren Eck fungiert.

Tracklist:

01. Where we stand there we fall
02. Scarlet Reign
03. Ocean of tears
04. Kiss me not (tonight)
05. Would it be?
06. Where are you?
07. Sand on your hand
08. Turn me to dust
09. Disinfecting my heart
10. Just for that day
11. Just for that day (Acoustic mix)

Besetzung:

Margina (voc)
Efthimia ‘Aprilia’ Manassi (voc)
Steve Geograkopoulos (guit)
Elias Negrin (guit)
Jim ‘The Rock’ Samael (bass)
Charis Kambitsis (drums)
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About Author

Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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