Band: Kingdome Come
Titel: Outlier
Label: SPV / Steamhammer
VÖ: 2013
Genre: Hard Rock
Bewertung: 4,5/5
Written by: Thorsten Jünemann

Seit knapp 30 Jahren „cruist“ Lenny Wolf durch die „zwielichten“ Welten des Rock, polarisierte auf Grund seiner eklatanten Art des Auslebens seiner musikalischen Vorstellungen, enttäuschte und erfreute, verschreckte aber auch im Laufe der Zeit einige seiner Fans und Zuhörer, denen er viel zu brutal modern wurde.

Der typische melancholische KINGDOM COME Sound aus denen Hymnen wuchsen, bekam durch viele technische Finessen und auch Ausflügen in die kleine Industrialwelt, neue Gesichter, mit deren Härte nicht jeder klar kam, oder wollte…

Doch das war Mr. Wolf in den Momenten egal denn er zog nur sein Ding durch und heraus kamen dabei Alben, die nicht schlecht sind, aber mit denen auch keine dicke Summen mehr verdient werden konnten, bzw. nicht mehr die große Menge an Fans erreicht werden konnte. Highlights gab es immer in irgendeiner Form auf jedem Album, es war halt kein melodisch-melancholisch-hymnenhafter Hardrock, mit dem KINGDOM COME ihre größten kommerziellen Erfolge weltweit feierten. Man musste kleinere Brötchen packen und der Tatsache ins Gesicht sehen, dass diese Zeiten wohl nicht mehr wieder kommen werden…

Es erschienen einige Alben in den letzten Jahren, die alteingesessene KINGDOM COME Fans nicht mal mehr besitzen wollten, weil sie sich mit dem Sound einfach nicht mehr identifizieren konnten und/oder wollten, obwohl textlich vieles beim alten blieb, denn immer noch betreibt Lenny Wolf einen wahren lyrischen Seelenstriptease, den aber auch nicht jeder folgen kann und/oder will da man meist sehr engstirnig im Rock´N´Roll an Sauf/Party/Sex-Texturen denkt. Und zu viel wurde mit Soundspielereien experimentiert, bei denen man zeitweise anfing zu denken, ob der gute Lenny ins Fass voll Schnee gefallen ist…

Nun liegt „Outlier“, das aktuelle Album des Meisters vor mir und ich muss sagen: Das gefällt! Es gefällt sehr gut!

Es ist eine gut ausgewogene Mischung aus traditionellem Hard Rock mit den typischem KINGDOM COME Merkmalen und den bereits erwähnten Ausflügen in die Welt des Industrials, der Geräusche und Sounds. Nur klingt diesmal alles ein wenig passender, konformer… nicht künstlich zusammengeschustert weil er jetzt vielleicht Pro-Tools o.ä. beherrscht sondern einfach nur homogener, wärmer! Auf dem Album sind Tracks, die sich gern in frühem Charme verlieren, aber auch weiterhin aufzeigen, dass Lenny Wolf und Experimente ein und dasselbe ist!

Aufgenommen wurde „Outlier“ in Wolfs eigenem Hamburger Studio ´Two Square Noise Factory`. Mit Ausnahme der von Eric Förster beigesteuerten Sologitarren stammen sämtliche Instrumente vom Kingdom Come- Mastermind selbst. Zudem hat Wolf das neue Album eigenhändig produziert, engineert, gemischt und gemastert. Große Last, große Bürde, großes Risiko, aber doch alles richtig gemacht, denn seit „Magnified“ 2009 gibt es hier wieder komplett neue Songs mit Tiefgang, Herz und Seele.

Wieder werden sich bestimmt genug Nörgler und Puristen daran reiben, aber das kennt Lenny ja bereits seit gefühlten Jahrhunderten… Recht machen kann man es nicht allen und will man auch nicht allen, so die Devise.

Für mich ist „Outlier“ ein großer Schritt nach vorn und bringt Songs hervor, die Live bestimmt nicht nur schwer umzusetzen sind, aber auch für einige Gänsehautmomente sorgen werden. Für mich ist´s 4,5 / 5 Punkte wert!!! Und Fans des „Hamburger Jung“ sollten mal fix reinlauschen und sich ebenso begeistern können!

Tracklist:

01. God Does Not Sing Our Song
02. Running High Distortion
03. Rough Ride Ralleye
04. Let The Silence Talk
05. Holy Curtain
06. The Trap Is Alive
07. Skip The Cover And Feel
08. Don’t Want You To Wait
09. Such A Shame
10. When Colors Break The Grey

Besetzung:

Lenny Wolf (voc)
Eric Foerster (guit)
Frank Binke (bass)
Nader Rahy (drums)

Internet:

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