Krankheit – Sanatorium

Written by Robert. Posted in CD-Berichte, K

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Published on Oktober 21, 2013 with 1 Comment

Band: Krankheit
Titel: Sanatorium
Label: ((echozone))
VÖ: 2013
Genre: Dark Metal/NDH
Bewertung: 5/5
Written by: Robert

Es ist immer so eine Sache, wenn man eine Band kennt, oder eine Entstehung über einen längeren Zeitpunkt mitverfolgt. Auch ist es eine komplett andere Sache, wenn man Stücke, wie auch ein Album seit Beginn von einzelnen Soundstücken bis zum vollendeten Produkt mitverfolgen kann. Bei Krankheit konnte wir als Zine von Beginn an dabei sein und das erfreut einen dann auch, wenn man vorab einige Rezensionen zur neuen Scheiblette „Sanatorium“ liest und hier gleich hochgelobt wird, da sagen wir danke liebe Kollegen ihr habt das Richtig erfasst. Eigentlich müsste ich jetzt das Gegenteil tun, doch warum sollte ich, denn das Material ist wirklich bemerkenswert und dies ändert sich auch auf dem Full Length Release nicht. Eher im Gegenteil noch mehr weiß man eine breite Palette zu unterhalten. Vergleiche mit etlichen NDH Bands kann man nicht abwehren, muss man aber auch nicht, denn Krankheit sind keine Nacheierer, sondern haben eine eigenständige Tür aufgestoßen. Klassik ist auch weiterhin dabei, dennoch wurde sie mal mehr, mal weniger in den Vordergrund bzw. Hintergrund gestellt. Damit ist bei der Erstellung der Tracklist eine sehr gute Vielschichtigkeit entstanden. Selbstredend sind auch einige Stücke dabei, welche bereits bei der Menschenfänger EP dabei waren. Durch superbe Produktion, wie auch kleineren nachjustierungen würde man diese nicht mal mehr erkennen, wenn man es nicht genauer wüsste. Somit seien all jene die bis dato der Truppe das Messer an die Brust gesetzt haben gewarnt. Die Unkenrufe man solle die Zeit sinnvoller nutzen sind somit wohl wirklich weggeräumt und dies haben ja schon andere Szenekollegen bestätigt, dass hier etwas ganz besonderes die Szene erobert. Witzig ist auch immer wieder, wenn man die Jungs in Deutschland beheimatet. Wird wohl an der Stimme von Chris liegen, welcher bei den Stücken ja sehr betont und in einem sehr klaren, wenn auch sehr düsterem deutsch uns das Fürchten lehrt. Arrangierungen und Produktion sind einzigartig und die Vermischung eben der NDH Bruchstücke, mit klassischen Soundfragmenten sind wohl bis dato noch weniger verwendet worden. Der Unterhaltungswert von Tony, Chris und Robin ist unglaublich und man weiß, wenn man die Truppe kennt, dass die Umsetzung der Stücke mit einer Bühnenshow für eine düstere Unterhaltung sorgen wird. Meine persönlichen Hightlights auf dem Album behalte ich für mich und kann nur jedem NDH und Dark Metaller empfehlen hier alsbald die Scheiblette zu ordern, denn diese zahlt sich einfach aus und bietet für eine breite Palette eine besondere Art einer Rocky Horror Picture Show. Durch das aufstoßen der Tür würde ich der Formation einen alsbaldigen Aufschwung in ihrer Karriere attestieren und darüber freuen sich wohl die Jungs am meisten. Doch auch wir als Magazin werden wohl noch recht bald über Scheiblette, Release Party und so weiter berichten.

Fazit: Der Virus Krankheit zieht weiterhin seine Kreise, wohlgemerkt ist der Virus nun eine Epidemie und hier gibt es nur eine Medizin. Die Musik des Trios ganz laut zu hören und sich dem düsteren Schwall zwischen Dark Metal, NDH und umgewandelter Klassik zu ergötzen.

Tracklist:

01. Tausendfüssler
02. Figaros Schlachtfest
03. Komm zu mir
04. Menschenfänger
05. Kranke(n)schwester
06. Guten Abend gute Nachtmusik
07. Die Antwort
08. MenschMaschine
09. Für Elise
10. Weisser Mann
11. Schlampe
12. Teufelsneurose488

Besetzung:

Christian Präauer (voc)
Anton Tony Gassner (drums)
Roy Robin Preissler (guit & bass)

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Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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  • Band: Krankheit
    Titel: Sanatorium
    Label: ((echozone))
    VÖ: 2013
    Genre: Dark Metal/NDH
    Bewertung: 5/5
    Written by: Thorsten Jünemann

    Wie der Kollege Robert bereits schrieb, ist es nicht ganz so leicht, das Album einer Band ohne Vorurteile o.ä. zu bewerten, wenn man die involvierten, sehr angenehmen und lustigen Musiker kennengelernt hat, die Karriere intensiv verfolgt, usw.!

    Nun habe ich seit meinem Besuch in den Alpen zur Release-Party genug Zeit hinter mich gelassen und das Album auch mind. täglich gehört um festzustellen, welche Songs mir eigentlich den Nerv töten oder doch auch nach dem zigsten Mal Hören funktionieren! Oder ob der Sound wirklich gut genug ist um international mithalten zu können. Oder ob hier anstatt Kunst doch nur Klassik/Metal-Müll fabriziert wird. Oder, oder, oder,…..

    Ganz klar: Das hier ist Musik, gute Musik! Kunst!

    KRANKHEIT haben genau dort weitergemacht, wo sie mit ihrer EP Menschenfänger angefangen/aufgehört haben! Ganz klar weiterentwickelt, vom Sound, von den Songs und vom Songwriting her, kann man zu jeder Sekunde Evolution/Fortschritt hörbar wahrnehmen.
    Goth sei Dank…

    Auf dem offiziellen Debütalbum „Sanatorium“ gibt es 6 neue Tracks zu hören sowie die 6 Songs von der EP, die nun aber im etwas veränderten und wesentlich besser klingenden Soundgewand durch meine heiligen Hallen schallen und immer noch tief im Gehörkanal den Anker werfen! Dasselbe passiert auch mit den neuen Songs, wobei ich zugeben muss, dass z.B. die „Teufelsneurose 488“ mehr Zeit brauchte als der „Tausendfüssler“ um bei mir eingängig landen zu können!

    Für die, die es noch nicht wissen:
    KRANKHEIT aus Österreich haben ein Faible und das glückliche Händchen dafür, meist allgemein bekannte Klassiksongs mit düsteren Metalparts/Industrialelemente zu kreuzen.
    Heraus kam dabei ein Bastard der mit einem Wort für die Genre-Schublade nicht zu beschreiben ist, denn zu hören ist u.a. Industrial, Metal, Dark Metal, Goth, Klassik, NÖH-Fragmente (Neue Österreichische Härte), kurz: KRANKHEIT!

    Clever und düster vertextet, erinnert diese musikalische Melange mal an Rammstein, mal an Marilyn Manson, Megaherz, und wie die ähnlichen Genre-Kollegen noch so heissen…was auch zum Teil unmittelbare Einflüsse sind. Aber eine Coverband oder gar miese Klone sind sie in dem Fall keineswegs denn weder RAMMSTEIN nutzen wirklich Klassik und kehlig „singen“ tun weder T.Lindemann noch M.Manson! Viel eher hätte ich beim ersten Mal hören an DIE ALLERGIE („Psalm in Blei“) gedacht…wobei: auch nur vom „Gesang“ her!

    Ich habe mir viel Zeit gelassen, um vielleicht doch irgendwas schiefes zum Meckern, jammern und nörgeln zu finden, was ich in diesem Review negativ erwähnen kann, damit irgendwie doch Glaubhaftigkeit erhalten werden kann (und nicht der pure Fanboy das Review schreibt!), aber mich reißt dieses Debüt einfach jedes Mal wieder um. Es gab im Metalbereich schon einige Versuche, diverse Klassikparts oder komplettes Klassikliedgut mit schnellen und lauten Gitarren zu vermischen, doch das gelang wirklich nur selten gut! Ausserdem baut man meist die verschiedenen Klassikparts in den Song ein und kann sie dadurch wesentlich leichter variieren.

    KRANKHEIT bauen aber ihren Soundmix in den Klassiksong ein und können mit Hilfe der düsteren Goth´schen Dramaturgie einem fröhlichen Lied wie Figaros Hochzeit das Leben entziehen und daraus eine verdammt düstere Anleitung zum Schlachten („Figaros Schlachtfest“) basteln!

    Fröhliches Schlachten allseits, eine leicht perverse Art des Gut und Bösen; sehr interessant gothicmetallisch verpackt, die bedeutend besser funktioniert, als das bekannte und inzwischen ausgelutschte „Trällerweibchen-gut gegen Growler-böse“ System.

    Recht abwechslungsreich wird eine Palette sehr gut organisierte Songs präsentiert, welche mal schneller ins Ohr gehen, andere aber erst nach dem zweiten oder dritten Mal zünden und trotzdem nicht langweilen. Letztendlich macht dieses Album viel Spaß, solange man in dem Düster-Genre von Spaß reden darf…aber über den eigentlich finsteren Gollum lachen wir ja auch!
    Aus meiner Sicht wird hier eine Art musikalisches Novum abgeleistet, was mich immer mehr davon überzeugt und mich dazu bekräftigt, nicht nur die volle Punktzahl zu vergeben sondern auch die Blindkauf-Empfehlung auszusprechen (gibt es nicht oft von mir!)!

    Ganz so falsch scheine ich nicht mit meiner Meinung zu liegen denn die Band durfte bis dato eine Menge guter Reviews und positives Echo einfahren, der verdiente Lohn für eine gute Leistung! Bleibt zu hoffen, dass der Rest der Welt sich infizieren lässt und KRANKHEIT endlich ein bisschen durch die Republiken touren können, denn live ist die Band ein kleines Spektakel für sich, wie die vielen Youtube-Filme zeigen…Infiziert Euch!

    5/5 Punkte + Blindkauf-Empfehlung für die Düsterheimer-Fraktion und Tellerrand-Blicker!