Band: Lacuna Coil
Titel: Delirium
Label: Century Media Records
VÖ: 27.05.16
Genre: Alternative Rock
Bewertung: 5/5
Written By: Totti

Wow.w…
Da scheint sich der Besuch für Lacuna Coil in ein verlassenes Irrenhaus in Nord-Italien gelohnt zu haben.
Wenn das Umherwandern in einem horrorfilmartigen Gebäude, zwischen vielen verlorenen Seelen ein Album schafft, womit die Italiener etwas mehr rootslastig aber doch modern die letzten beiden (etwas überbewerteten) Alben in den Schatten stellen….sollten einige andere Bands doch auch mal einen Betriebsausflug starten…nicht unbedingt in die nächste Trinkhalle oder Kneipe um die Ecke…wobei dort auch viele Geschichten des Lebens geschrieben werden, aber nicht unbedingt immer für Lacuna Coil Sounds relevant sind!

Die Band nimmt etwas (Nein, ganz schön) an Härte zu, vergisst aber nicht die sphärischen Goth-Elemente der Anfangstage welche von Sängerin Cristina in bestgewohnter Manier noch einen Zacken theatralischer, eingängiger, brillant untermalt werden (NICHT Heulbojen-mäßig!!!) während Brüllwürfel Andrea inzwischen wirkt, als würde er auch im normalen Tagesablauf so schön growlen und rülpsgrunzen.

Überhaupt klingt die Band nicht nur bestens produziert sondern auch auch wie eine eingeschworene Einheit par excellence! Was sich wiederum positiv auf die Spiel- und Hörweise , der Attitüde niederschlägt.
Willkommen bei meinem 2. Lieblingsalbum aktuell: „Delirium“!

Erschreckt es eher, wenn ich mal in dem Raum stelle, dass die Band ansatzweise nach Fear Factory und Korn klingt?
Nur besser und ausgefeilter?

Nein, sie verlassen ihren Pfad nicht, denn sie bleiben auch den Paradise Lost´schen Einflüssen treu, aber sprengen ihre „Soundketten“ immer wieder neu und loten diesmal sehr gut aus, wie weit sie gehen können, was auf den beiden Vorgängern ja leider nur bedingt der Fall war…

Sehr groovig und doch sphärisch, hart und doch catchy servieren uns die Italiener Modern Gothic Metal Kost vom allerfeinsten, der auch auf Bandtrademarks wie die manchmal sehr kitschigen Refrains und Passagen zum Glück nicht verzichtet.

Man könne auch in den Raum stellen, die Band ist mit dem Album Hit-sicher auf Kurs gegangen um auch wirklich noch viel gezielter auf dem US Markt punkten zu können, wo die Band demnächst eine Tour absolviert. DAS ist mir aber als Hörer und Follower letztendlich egal, denn anbiedernd klingt hier nichts, wenn man die musikalische Geschichte Lacuna Coil´s kennt und weiß, wie die Band früher klang, klingen wollte und nun endlich klingt!

Achja, Myles Kennedy (Alter Bridge, Slash, …) verewigte sich auch kurz in dem Song „Downfall“.

Mehr Pathos und kleine elektronische Spielereien lassen manchmal den Verdacht aufkommen, dass frühe Melancholie schwinden musste, was aber bei genauem „Hinhören“ nicht der Fall ist.

Von martialischer Härte der neuen Zeit bis zur sphärischen Melancholie der vergangenen Tage kombiniert, bieten Lacuna Coil mit „Delirium“ einen sehr guten Überblick über das Können und Schaffen des italienischen Gothic-Export, der sich dabei nicht wiederholt und kopierend bei sich selbst bedient!

Im Gegenteil klingt das Songmaterial unglaublich frisch und momentan dreht das Album bereits seine zigste Runde…und will und will einfach nicht langweilen und / oder mich zum skippen zwingen! Herrlich….wobei man doch („kritisch“) benennen muss / kann, dass zum Ende des Albums mehr auf gesetzte Töne gebaut wird, während anfangs ordentlich modern geknüppelt wird!
Andererseits haben Lacuna Coil mit dem sog. Rauschmeißer eine melodisch mitreißende Knüppelnummer geschaffen, die auch als Einlaufhymne für Sportler funktioniert, bevor es dann in Richtung Stille, bzw, erneutes Drücken der Play-Taste geht!

Fazit: Für mich ist „Delirium“ ein typisches, aber doch modernes Lacuna Coil Album (in dem Fall typischer als die letzten beiden Veröffentlichungen, die zwar auch ihre Höhepunkte besitzen, aber doch irgendwie doch fremd klangen)! Es enthält wirklich alle Trademarks der Band, lässt viel Raum für neue Spielereien, denen sich die Italiener auch in ihrer Vergangenheit nicht verschlossen haben!

Eine Handvoll Punkte nach Italien!!!

Ohne Ende hochklassige Veröffentlichungen in diesen Tagen, in diesen Monaten, bereits in diesem Jahr. Wer erzählt Rock und Metal wäre tot, will ihn wahrscheinlich nur tot sehen, bzw. nicht mehr hören…

Tracklist:

01. The House of Shame 05:17
02. Broken Things 03:59
03. Delirium 03:16
04. Blood, Tears, Dust 03:55
05. Downfall 04:21
06. Take Me Home 03:45
07. You Love Me ‘Cause I Hate You 03:49
08. Ghost in the Mist 04:14
09. My Demons 03:56
10. Claustrophobia 04:07
11. Ultima Ratio 04:08

Besetzung:

Cristina Scabbia (voc)
Andrea Ferro (voc)
Marco Coti Zelati (bass)
Marco ‘Maus’ Biazzi (guit)
Ryan Blake Folden (drums)

Internet:

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