Band: Lausch
Titel: Glass Bones
Label: Rough Trade/Noisolution
VÖ: 09.10.15
Genre: Alternative/Post-Rock
Bewertung: 4,5/5
Written by: Robert

Eigentlich soll man zu Beginn einer Rezension nicht mit Danksagungen starten. Dennoch muss ich dies einmal machen, denn Arne von Noisolution erweitert mit seinen Bands meinen Horizont ungemein und dies muss einfach mal gesagt werden, danke dafür. Flattern hier doch Releases ein, die ich so eigentlich nicht in meinem Warenkorb legen würde. Wenn dann auch noch ein Rundling zur Rezension ansteht und dieser aus dem eigenen Land kommt und man nie von den Jungs eine Notiz nehmen würde dann ist das einfach grandios. In diesem Falle handelt es sich um die 2005 gegründeten Lausch. Ein eher schlichtes Coverartwort ziert hier die Scheibe. Ja dann lauschen wir halt wirklich einmal und werden nach einem sehr doomigen Start komplett vom Hocker gerissen.

Viele Nachwuchs Kapellen aus dem Rockbereich eiern ja diesem Mundartkonzept mit primitiven Texten und schon Zick tausendmal gehörten Vibes nach. Diese Vertreter bauen auf eine Art Alternative Rock der extravaganten Art und Weise. Dies klingt nicht amerikanisch oder einfach nur locker vorgetragen. Nein hier baut man auf eine facettenreiche Mischung. Somit eine sehr irreführende Verpackung. Doomige Einschläge, funkige Wechsel, sowie der gehörige Einsatz von wummernden Gitarren. Zum einen könnte man hier und da glauben, ja jetzt geht diese pseudo psychedelische Einlage los, aber weit gefehlt. Eher werden hier dann sphärische Stimmungsmacher als aufbauschender Teil verwendet, bevor es dann so richtig treibend, rockend weiter geht. Das hierdurch entstandene Wechselspiel ist nicht nur hochinteressant, nein es verleiht der Formation und ihrem Sound einen gewissen Touch. Nichts klingt hier kopiert und vorrangig versuchen die Jungs hier die Innovation und Eigenständigkeit walten zu lassen.

Kleinere Post-Rock Einlagen lassen das Material einfach nicht alltäglich klingen und die Vereinigung vieler Soundtechniken etlicher Genres lassen das Ganze Konzept hier und da äußerst Crossover dröhnen. Die Spitzfindigkeit mit der die Herrschaften hier ans Songwriting gegangen sind spricht Bände und da sollten sich etliche Nachwuchsmusiker unserer Alpenrepublik mal eine Scheibe abschneiden. Freilich haben Bands wie Steaming Satellites, ja bekanntlich ebenfalls aus unserem Land etliches vorgelegt, doch hier können die Jungs von Lausch durchaus anknüpfen. Von vielen Elementen werden hier gleichermaßen Techniken geboten, doch man klingt nicht parallel oder zu ähnelnd. Dafür haben beide Bands einfach eine zu gute Soundeinlage parat und ihr Verstand der Eigenständigkeit gibt ihnen recht. Somit sind nach der genannten Formation Lausch durchaus eine sehr starke und nicht minder überzeugende Konkurrenz.

Fazit: Zwischen Alternative Rock, kleineren Post-Rock Einlagen und dem Konzept sehr rauer Soundfragmente, wie auch dem einfädeln idyllisch-ruhender Attitüden haben die Jungs hier ein Wahnsinnsalbum geschaffen. Da freut man sich, dass aus Österreich so eine Truppe kommt. Wäre mal ein Gedankenanstoß etlicher Pusher von Radiosendern, diesen Burschen mal Spielzeit einzuräumen.

Tracklist:

01. Salvador’s Pain
02. Second Rule
03. A Game Of Fools
04. Glass Bones
05. Here I Stand
06. Ignition
07. Tortoise
08. Twenty Seconds
09. Tides

Besetzung:

Alexander Lausch (guit & voc)
Arnold Zanon (bass & voc)
Matthias Ledwinka (drums)

Internet:

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Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.