Band: Leaves’ Eyes
Titel: King Of Kings
Label: AFM Records
VÖ: 11.09.15
Genre: Symphonic Metal
Bewertung: 4/5
Written by: Robert

Leaves‘ Eyes sind einfach eine feste Institution im Symphonic Metal Bereich. Stets ist die hübsche und sympathische Norwegerin bestrebt ihren Fans das zu geben nach dem sie lechzen. Das Ende des Sommers ist für sie wohl der beste Grund, ihrer Anhängerschaft wieder neues Hörfutter zu kredenzen.

„King Of Kings“ nennt sich das neueste Werk und an dem werden sich meiner Meinung nach wieder definitiv die Geister scheiden. Wer mit dem Vorgänger viel Freude hatte und weniger auf den total epischen Sound steht, wird das Album eher meiden. Jenen, denen „Symphonies of the Night“ deutlich besser gelegen ist, aufgrund der doch knackigen und sehr pushenden Tracks, denen sei gesagt, für den neuen Rundling müsst ihr vermehrt auf die deutlich ausgebaute Symphonic Linien bereit sein. Mir ist durchaus bewusst, dass Leave’s Eyes keine Band sind, welche Metal im herkömmlichen Sinn machen, aber beim neuen Output wurde das Ganze deutlich epochaler und bombastischer veranschlagt, als eben beim Vorgänger. Darauf oder zu dem muss man aufgelegt sein, denn wer an sich mit dem weniger anfangen kann, wird hier etwas im Abseits stehen.

Der Aufbau des Albums hat etwas von einem ausgefeilterem Konzept. Was bedeutet, dass viele Einlagen etwas an eine Fantasy Geschichte erinnert. Die doch sehr knackigen und weitaus eingängigeren Nummern vom Vorgänger mussten deutlich ausgebauten Epic-Symphonic Nummern weichen. Dies ist nicht schlecht und wer Liv und Alex kennt, weiß, dass man eben auch in dieser Ecke nur das Beste zu Tage fördert. Etliche Nummern lassen den Eindruck hochkommen, dass die Zusammenarbeit mit Tarja Turunen und Kari Rueslåtten ihren Einfluss hinterlassen haben. Besonders „Halvdan The Black“ erinnert sehr stark an die Ex-Formation von Tarja. Keine Metal Oper und dennoch etliche Soundeinflüsse, die an die alten Zeiten mit ihr als Fronterin erinnern. Dies kann man jetzt sehen wie man will, bei mir hat das ganze Früchte getragen und bin schwer beeindruckt von solch einem Track. Doch auch eben Kari hat hier wohl viele Wegweiser in der Karriere von Liv hinterlassen und so sind vor allem etwas idyllischere Nummern in ihre Richtung ausgerichtet.

Dies ist durchaus nicht schlecht und wird auch mehrheitlich viele Leave’s Eyes Fans begeistern. Andererseits ist das Material deutlich kunterbunter zusammengewürfelt eingestanzt worden. Der Opern Touch ist deutlich dominanter und Tonangebender als man es wohl erwartet hätte. Zumindest ich persönlich hätte hier wohl eher an eine Fortsetzung von „Symphonies Of The Night“ erwartet.

Der bekannte Gesangskontrast zwischen Alex und Mrs. Kristine ist erneut eine gute Vorstellung und persönlich kenne ich da einfach nichts Passenderes. Versucht wurde solch ein Beauty & The Beast Konzept von vielen, nur die Umsetzung bei Leave’s Eyes ist nach wie vor ununterbrochen.

Was mir persönlich etwas abgeht ist, wenn die Truppe so richtig in die Vollen geht. Ist zwar sicherlich hier und da vorhanden, dennoch sehr stark dezimiert worden. Vielmehr liebäugelt man eben mit sehr lieblichen Erscheinungen und auch der Folk Anteil ist merklich gestiegen. Wie gesagt, das ist eine Ansichtssache ob man dies mag oder nicht. Schlecht ist es nicht und das hätte ich auch von der Truppe niemals erwartet. Eher wird eben ein Kehrschwung zelebriert und das wird eben jenen weniger gefallen, die vollends die Vorgängerplatte abgefeiert hatten.

Persönlich stehe ich da mitten drinnen, denn so epochale Sachen haben auch immer so einen tollen Spirit den man hin bekommen muss wie es hier der Fall ist. Da braucht man zwar deutlich länger und auch muss man mit dem was anfangen können. Kann ich, zumindest behaupte ich das mal und genau deshalb hinterlassen sie mit eben dem neuen Werk eine gute Vorstellung und einen ganz besonderen Wiedererkennungswert.

Die neue Marschrichtung ist gesetzt und da heißt es genauer hingehört, denn es ist deutlich bombastischer und symphonischer ausgefallen. Man strebt definitiv danach alle Soundeinflüsse der letzten Jahre anzusteuern. Das Endergebnis ist aber sehr bombastisch ausgefallen und dazu braucht man wie gesagt eben einen Fable.
Wie gesagt Leaves‘ Eyes kredenzen uns mit „King Of Kings“ eine sehr bombastische Scheibe und diese steht doch meiner Meinung nach etwas im Schatten von „Symphonies Of The Night“, welches eben deutlich kerniger in die Ohren ging. Ohrwürmer und gute Tracks haben wir auch auf dem neuesten Output, nur die Soundmarschrichtung ist eben eine deutlich epischere. Das muss Gefallen, sonst kommt man nicht in den Rundling.

Es ist aber wie es ist, was Leave’s Eyes anfassen klingt nicht blechern, nein es ist ein brillantes Sound Kollier und da kann man meckern was man will, es ist einfach toll was die Truppe immer schafft. Lediglich der Fan an sich muss sich eben auf was anderes einstellen, als das was er wohl erwartet hätte.

Fazit: Die Hard Fans von Leave’s Eyes (ob männlich oder weiblich) werden der Truppe weiterhin aus der Hand fressen, was auch eben an der sympathischen Erscheinung liegt. Soundtechnisch muss man einen sehr großen Fable für den epochal-bombastischen Soundbereich des Symphonic Metal haben. Hat man den nicht kommt das Material zu ausgestattet daher. Der persönliche Eindruck ist sicherlich gut, auch wenn mir „Symphonies Of The Night“ um Nuancen mehr gefallen hat. Dennoch gut gemacht und die Leave’s Eyes Fans werden hellauf begeistert sein.

Tracklist:

01. Sweven
02. King Of Kings
03. Halvdan The Black
04. The Waking Eye
05. Feast Of The Year
06. Vengeance Venom
07. Sacred Vow
08. Edge Of Steel
09. Haraldskvæði
10. Blazing Waters
11. Swords In Rock

Besetzung:

Liv Kristine (voc)
Alexander Krull (voc)
Thorsten Bauer (guit)
Sander van der Meer (guit)
Felix Born (drums)

Internet:

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Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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