Band: Megadeth
Titel: Super Collider
Label: Tradecraft/UMe/Universal Music Group
VÖ: 2013
Genre: Hardrock/Heavy Metal
Bewertung: 3,5/5
Written by: Robert

Mister Mustaine ist schon ein Unikat. Der metallische Rotschopf hat es wirklich immer wieder drauf uns zu überraschen. Ob es sich nun um seine politischen Statements handelt oder einfach um die Musik. Stets zeigt er sich von eine sehr wechselbaren Seite. Wahrscheinlich auch deshalb wurde ihm oftmals der Ausdruck metallischer Wendehals vor den Latz geworfen. Meine Person betreffend hatte bis dato, das was Megadeth raus gebracht haben, bis auf eine Ausnahme (das schrattlige „Risk“ Album) alles mitgemacht und in meiner Sammlung stehen. Klammheimlich steht Dave Mustaine auf der Matte und hat einen neuen Silberling in der Hinterhand. Bereits beim Vorgänger war meine Meinung etwas zwiespältig, denn das Album hatte zwar coole Tracks, aber leider für meinen Geschmack tendierte er Sound mäßig eher in die rockige Richtung. Da ist man natürlich gespannt was uns da wohl erwartet, denn wiederum und da kann man sich sicher sein, wird der Megadeth Mastermind einen neuen Weg einschlagen.

Fakt ist als gesamt metallisches Meisterwerk oder gar als Thrash Album an sich kann und darf man das Album nicht rezensieren. Dies konnte man bereits bei den Soundstücken raus hören, welche vorab etwas die Neugier tilgen sollten. Was den Sound und einige Versuch seitens der Vibes betrifft würde ich am ehesten sagen müsste man das 1997 erschienen Werk „Cryptic Writings“ heranziehen. Ähnlichkeiten sind zwar vorhanden, jedoch zeigt sich die Truppe um Mister Mustaine als sehr groovig und mehr in den rotzigen Metal/Rock Bereich agierend. Dies wird und das steht außer Frage all jene abschrecken, welche die thrashigen Alben des Texaners geliebt haben. Sicherlich sind einige härtere Passagen dabei, jedoch stehen diese ganz im Gegensatz zu den dominanten, etwas breitentauglicheren Soundfragmenten sehr stark im Hintergrund. Warum man nun diesen Schritt getan hat ist mir unbegreiflich, da ja die beiden Vorreiter doch sehr gut von der Metalszene aufgenommen wurden. Es scheint als wolle es Dave seinen ehemaligen Metallica Kollegen gleich tun und etwas für die breitere Masse bieten. Gut seien wir ehrlich und obwohl man im Netz bereits viel negative Publicity lesen konnte, so eine gequirlte Sch***e wie „Lulu“ ist „Super Colider“ definitiv nicht. Allerdings vom Schlagwort Super und das tut mir als Megadeth Freak wirklich im Herz weh ist man Galaxien entfernt. Es mag wohl nicht das schlechteste Album sein, denn das ist nach wie vor diese „Risk“ Grütze, allerdings wage ich wirklich zu bezweifeln das die große Riege der alteingesessenen Megadeth Fans da mitmacht dieses Album in die Annalen der Metalgeschichte hieven wird. Hier wird man wohl an einem sehr großen Stolperstein angelangt sein und die Szene beweist, dass sie wahrlich nicht alles Frist was man ihr als Fraß vorwirft. Dies ist nämlich kein opulentes Mahl, sondern eher ein billiges Fast Food. Wie gesagt es sind schon viele gute Momente auf dem Rundling drauf und auch der Versuch Südstaaten-Country-Elementemit metallischem Sound zu versehen, wie beispielsweise das „The Blackest Crow“ sollte man vom musikalischen Standpunkt aus gesehen als guten Versuch sehen, doch wird man diese wohl alsbald hassen. Schade, denn Mister Mustaine beweist eben dadurch, dass man es auch weiterhin vermag Neuerungen einzubringen. Bei einer Band wie Megadeth sollte man dies wohl eher lassen und solche Gedanken eher als Soloprojekt in Zukunft versuchen an den Mann/Frau zu bringen. Auf einem Album einer solchen Metalikone hat dies nichts verloren. Dass man mit „Cold Sweat“ eine Cover Version drauf gepackt hat verstehe ich nicht ganz. Schon mit dem Black Sabbath Cover „Paranoid“ auf der Hidden Treasure wurde einem bewusst das man eher die Finger von solchen Versionen lassen sollte. So auch hier, sicherlich unterhaltsam, aber definitiv fehl am Platz. Fakt ist, es befinden sich definitiv gute Songs auf dem Album, jedoch gleichen sich die Grundrhythmen sehr ähnelnd was dem Gesamteindruck sehr schmälert und den Output richtig fade macht. Als metallisches Meisterwerk sollte man das Album eben nicht sehen. Bei so großen Metalikonen sollte man solche Quersprünge lieber lassen und da kann man von am Stand drehen sprechen wie man will, denn die Megadeth Meute wünscht sich auch 2013 wohl eher ein knackiges, mit power gespicktes Thrash Album und nicht einen neuerlichen, musikalischen Gehversuch im breitentauglichen Ufer.

Fazit: „Super Collider“ ist definitiv für meinen Geschmack das breitentauglichste Machwerk aus der Feder von Mister Mustaine. Sicherlich kein absoluter Rohrkrepierer, aber auch noch lange kein Megaseller. Die Meckerer und ewigen Megadeth/Mustaine Hasser haben hier absolut was gefunden um ordentlich stänkern zu können. Bevor man hier zugreift muss man sich im klaren sein, dass man das Album an sich von einer nicht metallische Seite betrachten und anhören muss. Ist man auf einen weiteren Thrash Opus vorbereitet so wird man bitterlich enttäuscht werden. Für meinen Geschmack ist das Album sehr zäh und bietet, obwohl man viele Gehversuche startet wenig Abwechslung, was an der ähnelnden Grundrhythmik fast ohne Ausnahme liegt. Wirklich Schade und so muss der Rezensent wohl noch länger auf einen weiteren Kraftakt waren, denn mit diesem Silberling ist meine Gier an hämmernden, thrashigen Megadeth Stücken nicht befriedigt.

Tracklist:

01. Kingmaker
02. Super Collider
03. Burn!
04. Built For War
05. Off The Edge
06. Dance In The Rain [Feat. David Draiman]
07. The Beginning Of Sorrow
08. The Blackest Crow
09. Forget To Remeber [Feat. David Draiman]
10. Don’t Turn Your Back…
11. Cold Sweat [THIN LIZZY-Cover]

Besetzung:

Dave Mustaine (voc & guit)
Chris Broderick (guit)
David Ellefson (bass)
Shawn Drover (drums)

Internet:

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Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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