Band: Necronomicon
Titel: Invictus
Label: Massacre Records
VÖ: 2012
Genre: Thrash Metal
Bewertung: 4/5
Written by: Robert

Die badischen Thrashomaniacs von Necronomicon müssten alleine schon aufgrund ihres Gründungsjahres (1984) zur Speerspitze und Wegbereiters des deutschen Thrash Metal’s gehören. Leider und das sehe ich mit Wehmut kann man nicht an die Bands wie Kreator, Destruction, Sodom oder Tankard anknüpfen. Musikalisch sieht man das sicherlich anders, aber leider verwehrte sich der große Weltruhm den Jungs aus Lörrach. Warum? Genau diese Frage stellt man sich bei solchen Kapellen immer wieder und begreift manchmal das Musikbuisness überhaupt nicht. Mit dem nunmehr achten Langstreich werden noch einmal alle Reserven rekrutiert, um eben mit „Invictus“ in die Annalen des deutschen Thrash Olymps einzukehren.

Die theatralische Lockerung erfolgt durch ein gesprochenes Intro, bevor man das komplette Thrash Brett auffährt. Dabei kommen sicherlich Ingredienzien aus dem deutschen Sektor sehr stark zum Tragen. Doch sollte auch der amerikanische Faktor hierbei nicht unerwähnt bleiben. Sehr starke Overkill Züge ziehen sich durch die Stück und lockern die ganze Bretterrhythmik sehr locker auf. Eine wahre Schlacht in Sachen Thrash Metal wird dabei geboten. Hierbei bedient man sich aber nicht nur eben der Old School lastigen Fragmenten, nein durchaus neuere Sounderscheinungen blitzen etwas hindurch. Dadurch wirkt das Material besser produziert, jedoch geht der raue Faktor nicht komplett verloren. Alle Wünsche für einen Thrash Metal Fan werden hier auf allen Fronten erfüllt. Abgerundet wird dies noch mit einer oftmals sehr dominanten Melodielinie, welche hervor drängt und spätestens nach einigen Sekunden wieder im rauen Thrash Massaker demontiert wird. Somit hat man eine gute Mischform in hin und her zerrender Technik geschaffen. Diese wurde sehr gelungen und abgeschmeckt eingebaut, sodass man uns die Leckerbissen sehr gut und Scheibchenweise vorsetzt. Schnelle Riffs und rasantes Drumming versetzen einen sofort in den heimeligen Moshpit und der Kampfansage seine Rübe wie wild rotieren zu lassen fällt einem da nicht sonderlich schwer. Freddys kehliges Krächzen verleiht den Stücken noch die besondere Würze. Währen andere Thrash Fronter irgendeinem großen Idol nacheifern (oftmals in diesem Stil heißt das Schlagwort Slayer), gibt sich der Frontmann als gekonnt er Brüllaffe. Hier wirkt nichts gekünstelt oder zu stark einstudiert, nein man feiert eine eifrige, erfrischende, als auch eigeninnovative Thrash Party die in keinem Heim des Genre Fans fehlen sollte. Das abschließende Highlight sind die satten Bonusstücke die man auf das Album gepackt hat. „Possessed By Evil“ als Rerelease und dann auch noch vier Live Stücke. Die Unplugged Version des genannten Stückes hätte man sich aber getrost sparen können, die braucht man nicht unbedingt. Doch der Rest ist einfach Money for Value. Ganz nach dem obersten Reinheitsgebots des Thrash Metal und das Massaker sollte und darf man sich einfach nicht entgehen lassen.

Fazit: Nach all diesen Möchtegern Thrash Combos, gibt es endlich wieder einmal was für den Plattenteller, wo es sich auszahlt seinen hart verdienten Mammon auszugeben. Eine pure Thrash Injektion die einem einfach die Rübe vom Torso knallt. Hier gibt es nur ein Motto Love it or Leave this fucking Planet.

Tracklist:

01. Invictus
02. Unleashed
03. Bloody Bastards
04. Thoughts Running Free
05. Unconquered
06. Upon Black Wings
07. Face To The Wall
08. Pandora’s Box
09. Before The Curtain Falls
10. Possessed By Evil [2011]
11. Magic Forest [Live – Digipak-Bonustrack]
12. Nightstalker [Live – Digipak-Bonustrack]
13. Hills Of Death [Live – Digipak-Bonustrack]
14. On Pain Of Death [Live – Digipak-Bonustrack]

Besetzung:

Freddy (voc & guit)
Andi Gern (guit)
Andi Nagel (bass)
Klaus Enderlin (drums)
Internet:
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Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.