Nydvind – Sworn to the elders

NYDVIND – Sworn to the elders

Band: NYDVIND 
Titel: Sworn to the elders
Label: Trollzorn / SMP Records
VÖ: 29.01.10
Genre: Pagan Metal
Bewertung: 4/5
Written by: Robert

nydvind-sworn-to-the-elders-album-artworkNordischer Metal muss nicht immer zwangsläufig aus dem hohen Norden oder gar Deutschland kommen. Nein die Vertreter heute kommen aus Frankreich und die Truppe nennt sich Nydvind und werkt eigentlich schon seit 2000 zusammen. Dennoch erreichte uns erst jetzt ihr zweiter Streich welcher sich „Sworn to the elders“ nennt. Selbiger ist nun via Trollzorn / SMP Records erhältlich und die Freizeitkriegerschaft darf schon einmal kräftig die Schwerter und Streitäxte wetzen, denn es geht wieder auf zur Schlacht, diesmal allerdings unter dem gallischen Banner.

Düster und mit viel dunklem Soundklang ruft man alle Krieger mit „Gates to a Distant Past“ zusammen. Rau wird mit Rabengeschrei gefolgt mit Hörnern und dunklem Getöse eröffnet, amtlicher könnte man dies wohl kaum machen.

Wie ein Blitzschlag folgt nun „Son of Fire“ auf dem Fuße. Schretternde Black Metal Riffs und Beats vereinen sich hier sehr gekonnt mit nordischem Flair. Doch es gibt hier nicht nur stures Gebolze, nein viel mehr wechselt man sehr genussvoll das Tempo. Auch wechselt man an den Gesangslinien von harschen Black Metal Shouts bis hinüber zu hymnischen Gesängen. Diese Mischung kommt Streckenweise doomiger rüber und gleich im Anschluss ackert man wieder deutlich speediger weiter. Sehr farbenbunten Klang den man uns hier als reguläre Eröffnung bietet.

Nahtlos geht es nun mit „To Enter the Realm of the Ravenlord“ weiter. Die steife, eisige Brise wird hier etwas dominanter um die Rübe geblasen. Auch werkelt man deutlich roher und schroffer, was den hymnischen Anteil sehr stark nach hinten rückt. Zwar kommen etliche Melodielinien zum Einsatz, doch der Großteil macht doch ein speediges Spiel aus, welches stark im Black Metal angesiedelt ist. Erst ab dem Mittelteil holt man heroische Fragmente wieder aus der Trickkiste und verwerkt diese dezent und gekonnt, bevor man wieder ein eisiges Spiel durch die Boxen pfeffert das einem den Atem raubt.

Mit „Sworn to the Elders“ steht der erste, der beiden längeren Tracks an und lässt natürlich erahnen das man es hier monumentaler anpackt. Zu Beginn geht es erst einmal sehr gemächlich von statten und nordisches, hymnisches Wikingerflair wird an allen Ecken und Enden versprüht. Erst ab gut drei Minuten drückt man wieder vermehrt auf die Tube, doch das komplette Austicken behält man sich vorerst mal vor. Dies erfolgt dann etwas später und dafür aber umso toller und man ackert sich hier durch ein Bangerprogramm welches uns die Haare mit einem eisigen Sturm durchbläst. Typische Black Metal Riffs paart man hier gekonnt mit melodischen Ausflügen und darüber streut man immer wieder kurze hymnische Momente.

Beim nachgeschobenen „Upon the Throne of North“ drückt man gleich komplett das Pedal durch und schon agieren die Gallier mit viel Tempo und das mit einer Spielweise, die sehr aufrüttelnd rüber kommt. Sägende Licks und Axtschwingereien laden einen erneut ein die Rübe komplett durchzuschütteln. Da ändern auch kurze Breaks mit heroischen Gesängen nichts. Dominant wird hier quer durch den Gemüsegarten Schwarzwurzel Metal abgeliefert der sehr traditionell klingt. Ein kleiner ruhiger Mittelteil verschafft eine längere Ruhephase, die auch deutlich Pagan/Viking lastiger rüber kommt. Hier frönt man ganz stark heroischer Musikeinlagen, die man aber im letzten Drittel wieder komplett über Bord jagt und vielmehr noch einmal komplett ausrastet.

„Nordic Dawn“ beginnt sehr fröhlich, folkig und auch behält man diese Einleitung erst einmal länger bei. Verschafft eine gute Stimmung die für viele Trinkgelage mit Hörnern geschaffen ist. Doch dass gute Met sollte man schnellstens austrinken, denn für eine längere Party hat man hier keine Zeit. Auch wenn man den Viking Anteil etwas stärker bzw. auch gleichberechtigter mit der harschen Spielweise paart, ist die Partystimmung vorbei und vielmehr geht es mit heldenhaften Klängen weiter.

Bei „Icewinds Unleashed“ löst man gleich eine Lawine aus die alles unter sich begräbt. Bretterspiel mit viel Speed unterm Hintern zockt sich hier die Finger wund und dabei verwandelt man das vorher geschaffene hymnischere Flair in einen Hexenkessel und musiziert sehr wild im besten Black Metal Blast Beat sich durchs geschehen. Ein sehr folkiger Mittelteil löst diesen kurz ab, doch schon drückt man wieder auf die Tube, wenngleich man die Flötenklänge bis zum Ende hin als Beisatz bei behält und es dadurch wesentlich beherzter im Folk Style zum Ausklang kommt.

„The Godless“ ist der zweite längere Track im Bunde und dient als monumentale Beendigung des Albums. Jawohl so muss eine kühne, mannhafte Huldigung an die Wikinger im Metal Bereich klingen. Eisige Rhythmen geben sich hier gekonnt mit vielen Soundideen die Hände. Couragiert gibt man hier noch einmal alles und vollendet den Silberling mit einer leckeren, breiten Mischung, die natürlich Gusto auf ein prall gefülltes Met Horn macht. Nun denn: Skål hennes Vikings

Fazit: Geiler gallischer, nordisch getränkter Metal der für alle Kettenhemdträger zu recht gemacht ist, die nicht nur melodische Roots und Einflüsse lieben, sondern auch an und ab etwas kantigerer Kost lieben.

Tracklist:

01. Gates to a Distant Past 2:08
02. Son of Fire 5:53
03. To Enter the Realm of the Ravenlord 4:49
04. Sworn to the Elders 10:50
05. Upon the Throne of North 6:49
06. Nordic Dawn 6:19
07. Icewinds Unleashed 4:04
08. The Godless 11:11

Besetzung:
Richard Loudin (aka Hingard) (guit & voc)
Olivier Sans (aka Nesh) (bass)
Eric Tabourier (aka Stig) (drums)

Internet:

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Robert
Roberthttps://www.metalunderground.at
Soldat unter dem Motto morituri te salutant sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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