Band: Pathfinder
Titel: Beyond The Space Beyond The Time
Label: GM Records
VÖ: 2010
Genre: Symphonic Power Metal
Bewertung: 5/5
Written by: Robert

Mit großer Freude entdeckten meine Augen das neue Langeisen der polnischen Symphonic Power Metaller Pathfinder im Postkasten. Die Jungs haben es endlich nach zwei Demos geschafft, mit neuem Labelvertrag in der Tasche ein Full Length Album zu veröffentlichen. Eigentlich tendieren ja polnische Kapellen eher dazu Musik der härteren Gangart abzuliefern. Szymon Kostro (voc), Karol Mania (guit), Gunsen (guit), Slawomir (Slawek) Belak (keys & orchestration), Arkadius Ruth (bass & orchestration) und Kamil Ruth (drums) sehen dies aus einem ganz anderen Blickwinkel und somit steht auf der ersten Full Length Langrille erstklassiger Symphonic Power Metal am Speiseplan. In akribischer Besessenheit und Detailtreue legt man uns diesen Silberling vor. Sauber was die Burschen hier aus sich und ihrem Material gemacht haben. Alleine schon die Aufmachung der Verpackung kann sich sehen lassen, hier merkt man sofort dass die Burschen aufs I-Tüpfelchen achten um was für die hart verdiente Kohle zu bieten. Auch das Konzept auf dem Teil selbst spricht Bände, die Jungs lassen nichts anbrennen und obwohl Rhapsody Fire wieder Blut geleckt haben, müssen sie sich von ihren polnischen Szenekollegen in acht nehmen, um nicht überholt zu werden.

Mit dem lange, wegbereitenden Intro „Deep into that Darkness Peering…“ führt man uns erstklassig ins Konzept der Scheiblette. Super Stimmung und Feeling die man hier verbreitet. Heroisch und gleichsam klassischer Opus den man als Start hinlegt. Macht richtig Laune nach seinem Schwert zu greifen und sich auf den Kriegspfad zu begeben. Dabei erzählen uns die Jungs musikalisch eine richtig gehende Heldensage. Bei solch einem Beginn kann man wirklich in Fantasien schwelgen.

Bei „The Whisper of Ancient Rocks“ knallt man uns eine superbe Speed Nummer vor den Latz. Einerseits sehr episch, aber andererseits achtet man drauf das alles mit viel Wums durch die Boxen knallt. Auch wissen die Jungs wie solche Tracks ausgewogen klingen müssen. Weiters passt das Organ des Fronters pressgenau zum Rhythmus und er nervt uns nicht mit Hodenerkranktem Gekreische. Hohe, als auch tiefere Tonlagen trifft er wie eine Scharschütze. Die Vermischung zwischen klassischen und Metal typischen Elementen mag vielleicht nicht neu sein. Doch was bei dieser Nummer aus den Boxen kracht wird auch jeden Meckerer binnen Sekunden zum Schweigen bringen.

Eine rein klassische Zwischenunterbrechung legt man mit „Vita Reducta Through the Portal“ aufs Bankett. Ruhiges Stück das natürlich nach dem Vorgänger zwar vorerst Ruhe schafft, doch zum Ende hin wird es deutlich düsterer und man bereitet uns schon auf den nächsten Streich vor.

„Pathway to the Moon“ wird mit einem klassischen Klavierintermezzo begonnen und auch bei der Fortführung wird das Instrument stark ins Konzept eingebunden. Mit bombastischen Klängen wird nun voran geschritten. Dennoch sachte lenkt man das Schiff in eine etwas kernigere Richtung und ab diesem Zeitpunkt drückt man wieder stark das Gaspedal. Bombast trifft hier auf knackige, speedige Power Rhythmik und diese verfeinert man oftmals mit vielen Chor als auch Symphonic Arrangements. Gute Mischung im gleichberechtigen Stil erschließt sich einem auch bei diesem Song und so wird eine weite Reise in Sachen Symphonic Power Metal geboten.

Deutlich weniger Bobmast (wenn man es so nennen darf) wurde nun beim darauf folgenden „All the Mornings of the World“ verwendet. Weniger zum Vorgänger sicher, doch völlig wird nicht darauf verzichtet. Rhythmus und Spirit erinnern hier etwas mehr an die Kollegen von Kamelot. Wer Fan dieser Truppe ist wird bei diesem teils hymnisch, teils bretternden Stück voll aufblühen.

Nahtlos mündet der Vorgänger ins nun folgende „The Demon Awakens“. Vermehrter achtet man wiederum auf mehr Bombast im Gepäck. Die sehr harschen Zwischengesänge passen wie die Faust aufs Auge zum Titel des Songs. Gute Kombination, die den Song sehr gut bereichern, als auch erweitern. Vermehrt wünscht man sich bei solchen Duett Gesängen mehrere Tracks aus dem Hause Pathfinder. Immer wieder rückt man die Bombastschübe deutlich in den Vordergrund, doch bevor man den Bogen überspannt wird alles wieder in eine etwas handsamere Richtung gerichtet. Gut und ausgewogen muss es klingen und wie so was klingen muss das wissen die Polen nur zu genau.

Sehr ruhig, traurig und melancholisch legt man den Start bei „Undiscovered Dreams“ hin. Ballade? Nein auf keinen Fall, sicher ruhiger Start aber einen Schmusesong bietet man uns auch nicht. Dafür kommt das Stück mit einem zu schwarzen Klangkleid daher. Sehr nachdenklich stimmende Nummer und auch wenn die weiblichen, als auch die männlichen Gesänge etwas mehr Romantik rüber zu bringen versuchen, schallt im Hintergrund ein sehr dunkel angefärbter Sound. Genießer Stück par Excellence das man uns an dieser Stelle sehr opulent vorsetzt. Alleine schon bei den Vocals hat man sich viel einfallen lassen. Grenzgeniale Opern Ausrichtung trifft auf eher besinnlichen Metal Gesang.

Mit mehr Druck steht nun „The Lord of Wolves“ in den Startlöchern und lange lässt man uns nach dem eher heroischen Eingang nicht warten. Vermehrt drückt man hier etwas mehr auf eine straightere Power Metal Ausrichtung. Die immer wieder kehrenden, folkloristischen Einsätze passen sehr gut dazu und werden im richtigen Zeitpunkt vom Stapel gelassen. Auch der Bombastpegel musste etwas dezimiert werden, dies steht aber solchen Bangertracks deutlich besser.

Ein Synthy lastiger Eingang startet nun „Sons of Immortal Fire“. Mit wieder vermehrt dunklem Soundgefühl wird hantiert und so ist man ein weiteres Mal richtig gespannt was sich einem bei diesem Track erschließt. Vom Bombast Standpunkt aus gesehen hat man ein weiteres Mal einige Rädchen nach unten gedreht. Sehr rau, vor allem bei den Vocals kommt man rüber und so erinnert das Stück etwas, was auch am Gesang liegt an Blind Guardian. Wie ein monumentales Stück wird uns dieser Song Phasenweise schmackhaft gemacht und dabei blüht jedes Symphonic Power Metal Herz wieder auf.

Sehr ruhig und verträumt wird zwar „Stardust“ begonnen, doch schon werden etliche Kohleschippen in den Ofen geworfen um ordentlich Fahrt zu gewinnen. Wer vielleicht glauben mag den Burschen gehen bis zum Ende hin die Ideen aus der Irrt. Die Kapelle weiß wie man quer durch den Opus mit neuen, interessanten Klängen und Soundideen aufwarten muss. Noch um Nuancen mehr wandelt man auf monumentalen Pfaden, wenngleich man bei diesem Stück vermehrt auch flottere Einsätze bietet, bevor man wieder vehementer abbremst um dieses Wechselspiel von neuem zu beginnen.

Mit fröhlichem, folkloristischem Gedudel wird nun „Dance of Flames“ als Zwischenunterbrechung zum Besten gegeben. Tanzbare Unterbrechung, die viel Laune verbreitet, welche wie ein gefährlicher Virus ansteckt.

Die Nachfolge tritt „The Island of Immortal Fire“ an, welches sofort in eine andere Richtung gelenkt wird. Mit viel Bombast und ausgefeilten Hintergrundarrangements wird in bester Manier jongliert. Weiterhin versucht man alle Einflüsse aus dem Genrebereich einfließen zu lassen. Das gelingt auch bei diesem Song sehr gut, wenn man es wesentlich simpler angeht.

Einen richtig gehenden Blitzstart legt man nun mit dem 10:34 Minuten langen „Beyond the Space, Beyond the Time“ hin. Feuriger Power Track, der sich nahtlos in die vorangegangen Songs einreiht. Lediglich die oftmals zu hohen Shouts nerven nach dem dritten, vierten Durchlauf. Über diese kann man locker hinweg sehen, denn die restliche, erstaunlich lange Spielzeit wird genutzt um noch einmal alle Reserven aus sich rauszuholen und zusätzliche ins Gefecht zu werfen. Tollen Opus den man sehr knackig und flott ein gezimmert hat.

Mit dem musikalischen Outro „What if…“ verabschiedet sich die Truppe auch leider schon wieder von uns. Tolle Abrundung eines wirklich mehr als nur bemerkenswerten Silberlings.

Fazit: Wer ein Verehrer von Kamelot, Blind Guardian und Rhapsody of Fire ist für den ist diese Truppe Ambrosia. Trotz vieler Szenekollegen können selbige von Pahtfinder nur noch lernen. Mit diesem Output hat man nach den voran gegangenen Demos eine Messlatte gelegt, die nur schwer zu toppen ist. Unsere erste Band des Monats für September steht somit bereits vor Beginn des Monats fest.

Tracklist:

01. Deep into that Darkness Peering… 03:23
02. The Whisper of Ancient Rocks 05:53
03. Vita Reducta Through the Portal 01:00
04. Pathway to the Moon 06:52
05. All the Mornings of the World 05:04
06. The Demon Awakens 06:10
07. Undiscovered Dreams 05:00
08. The Lord of Wolves 06:40
09. Sons of Immortal Fire 05:12
10. Stardust 08:30
11. Dance of Flames 01:02
12. The Island of Immortal Fire 05:06
13. Beyond the Space, Beyond the Time 10:34
14. What if… 01:27

Besetzung:

Szymon Kostro (voc)
Karol Mania (guit)
Gunsen (guit)
Slawomir (Slawek) Belak (keys & orchestration)
Arkadius Ruth (bass & orchestration)
Kamil Ruth (drums)

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Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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