Band: Pestifer
Titel: Age of Disgrace
Label: Selfreleased
VÖ: 2010
Genre: Technical Death Metal
Bewertung: 3,5/5
Written by: Robert

Belgischer Metal bzw. Bands aus diesem Land erfreuen sich in den letzten Jahren immer größerer Beliebtheit. Vorab bin ich mir sicher dass sich auch die Jungs von Pestifer nicht schwer tun werden um das restliche Europa im Handstreich zu nehmen. Mit „Age of Disgrace” steht das erste Full Length Album zur Rezension an, tja was erwartet den geneigten Fan bei diesem Album. Eine gute, technische Runde in Sachen Death/Thrash Metal. Dabei wagt die Truppe eine breite Facette von Techniken und Spielereien uns zu unterbreiten. Was vorerst immer wieder etwas progressiver klingt, lenkt man stärker in fetzige, als auch wütende Passagen und davon kann der geneigte Hörer kaum genug bekommen.

Ein bombastisches Intro der dunklen Art serviert man uns als Einstand. „Age of Disgrace“ ist ein dunkles Soundsammelsurium das gute Stimmung auf das kommende erzeugt.

Mit viel verspielter Technik fährt man sogleich bei „Contagious“ eine ordentliche Soundwand auf die nicht unbeeindruckt lässt. Satte, progressive Spielereien bilden hier die Hauptlinie, aber immer wieder lässt man sich zu ungestümen, simplen Prügelorgien verleiten. Gut hat man beide Einflüsse mit einem engen Spagat verbunden und das technische Meisterwerk brennt sich in den Gehörgang ordentlich ein.

Noch um Ecken verspielter schiebt man „Sleepless Century“ nach, welches an viele kanadische Szenekollegen erinnert. Vor allem beim Gitarrenspiel ähnelt man den Jungs von Into Eternity verblüffend. Dennoch ist der Sound hierbei deutlich schroffer und ungehobelter ausgefallen was eine gute Ergänzung zum sonst eher komplexen Stück ist. Eine bemerkenswerte Berg und Talfahrt kredenzt man uns dabei und vor allem bei den Talfahrten geht es mit viel Tempo hinunter das man uns den Atem raubt.

Mit „Forsaken Flesh“ setzt man etwas kompakter nach. Zwar spielt man sich auch hier durch die Bank, allerdings geht das Ganze etwas unbeschwerter von statten. Eine bretternde Genickfräße mit leichten Spielereien. Gut zum Birne weich kloppen und dabei, so bin ich mir sicher entstehen sicher Genickschmerzen die nicht so schnell abflauen werden.

Leichter Old School Sound der groovenden, als auch bretternden Richtung dröhnt bei „Tentacles of Damnation“ durch die Boxen. Diabolisches Death/Thrash Inferno welches deutlich schlichter in Szene gesetzt wurde. Die Spielereien beschränkt man auf einige längere Passagen, den Rest walzt man mit einer atemberaubenden Rhythmik platt. Vor allem die thrashigen Allüren bestechen durch einen ganz besonderen Reiz hervor. Auch viele Melodieabrundungen werden verwendet und trotzdem ist den Jungs ein straighter Track gelungen wo man alles unter einen Hut gebracht hat.

Bei „Mind Control“ setzt man wieder deutlich mehr auf komplexere Strukturen. Immer wieder liefert man zwar längere Schretterparts ab, dennoch wirkt der Song im Gegensatz zu den beiden Vorgängern etwas schwerer verdaulich. Satte Klangtechniken in Sachen Death, Thrash, als auch Melodien wurden zu einem stattlichen Gemisch zusammen gemixt. Obwohl viele Einflüsse und Techniken verwendet werden verzetteln sich die Belgier zu keinem Zeitpunkt. Sicher etwas gewöhnungsbedürftigerer Song, allerdings beim dritten, vierten Durchlauf zündet eine ordentliche Ladung und man kann kaum genug bekommen.

Die Folgenummer „The Worm“ erinnert sehr stark an gewisse Einflüsse aus dem God Dethroned Lager. Diesen Einfluss verstärkt man durch druckvolle Spielorgien, welche aber nur hauchzart hinzu geflossen sind. Vielmehr beschränkt man sich dabei auf gelungene Ingredienzien aus dem Dunkel – angehauchten Death Metal Lager. Gut situierte Melodieorgien runden das Stück gelungen ab und dabei hat man ein ganz besonderes Schmankerl für das Death Metal Ohr aus dem Hemdsärmel gezaubert.

Auch „Carcinogenic Matter“ steht seinem Vorgänger in nichts nach und wurde mit einem ähnlichen Sound bedacht. Dennoch präsentiert man sich nicht so kompakt, sondern lässt sich oftmals zu längeren Spielorgien hinreißen.

Knüppel aus dem Sack heißt es beim vorletzen Track „Involution Process“. Speedige, messerscharfe, aber auch rotzige Soundfragmente ballert man uns mit viel Tempo und mit einer eisigen Begleiterscheinung um die Ohren. Vollendet wird das durch infernale Blast Beat Attacken und dabei schnalzt es einem die letzte Plombe bzw. Krone aus dem Gebiss.

„The Clue, the Lie and the Death” bildet das Schlusslicht und wird durch einen sehr verspielten Eingang vom Stapel gelassen. Auch bei der Fortsetzung behält man es sich vor deutlich experimenteller rüber zu kommen. Vor allem Gitarrentechnisch werden stete Orgien abgehalten, das man schon glauben kann den beiden Virtuosen fallen sogleich die Finger ab. Etwas mehr für Technikfreaks, aber diese werden mit Begeisterung lauschen was hierbei für sie dabei ist.

Fazit: Tolles Album, das zwar mit vielen Spielereien und progressiven Elementen eingestanzt wurde. Doch durchaus für Fans zu recht geschnitzt die mit solchen Allüren nichts anzufangen wissen. Schlussendlich bringt man alles leicht verdaulich rüber, wenn auch mit mehr oder weniger eingesetzten Abstrichen bzw. Ergänzungen.

Tracklist:

01. Age of Disgrace 01:03
02. Contagious 04:04
03. Sleepless Century 04:13
04. Forsaken Flesh 03:49
05. Tentacles of Damnation 03:46
06. Mind Control 03:56
07. Betrayal of the Light 04:15
08. The Worm 04:23
09. Carcinogenic Matter 03:59
10. Involution Process 04:04
11. The Clue, the Lie and the Death 05:30

Besetzung:

Jérôme Bernard (voc)
Emerson Devresse (guit)
Antoine Peterka (guit)
Adrien Gustin (bass)
Phil Gustin (drums)

Internet:

Pestifer Website

Pestifer @ MySpace

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About Author

Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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