Band: Ricky Warwick
Titel: When Patsy Cline… & Hearts On Trees
Label: Nuclear Blast Records
VÖ: 26.02.16
Genre: Hard Rock
Bewertung: 5/5
Written by: Totti

Verdammt, nun heißt es die Fanbrille absetzen und objektiv über einen Musiker und seinem neuesten (Doppel-) Schlag berichten, den man seit vielen vielen Jahren verehrt, vergöttert… 😉

Ricky Warwick ist inzwischen auch seit Jahrzehnten im Business unterwegs und hat alle Höhen & Tiefen dabei kennengelernt und erfolgreich gemeistert.

Vom Rhytmusgitarristen bei New Model Army zum Fronter seiner eigenen Hard´n´Heavy Combo The Almighty bis hin zum Frontmann des wahren Thin Lizzy Erbe Black Star Riders, kann der gute Ricky auf eine wirklich bewegende Karriere zurückblicken.

Zwischendurch mit M-TV „Headbangers Ball“ Blondchen Vanessa Warwick verheiratet (und wieder geschieden), ein paar gute Soloscheiben veröffentlicht und mit Billy Duffy von The Cult (Circus Diablo) ein superbes aber leider hier untergegangenes Rockalbum auf dem Weg gebracht, hat er seit mehreren Monaten via Pledge Music ein Doppelalbum langsam vor sich hin schwelen lassen, welches jetzt auch endlich für den Rest der Welt erhältlich ist;

sein bis dato 4. Soloalbum, wenn man mal von einigen raren Singles & EP´s sowie der in Japan erhältlichen Punkscheibe unter dem Namen SIC, absieht.

Musikalisch bewegte sich Mr. Warwick in seinem Leben stets auf hardrockenden, punkigen, leicht-metallischen, alternativen sowie folkigen, bis bluesigen Pfaden. Und bis dato hat er es gut geschafft, jedem seiner „Ich´s“ den richtigen, bzw. passenden Sound zu verpassen. Bis dato…

THE ALMIGHTY starteten als Hardrocker, wuchsen weiter metallisch, fühlten sich auch im Alternative / Punk-Lager wohl…und ruhen vorerst (leider!).

Solo verfolgte er die ruhigen, Singer / Songwriter-Töne und bekam so die Möglichkeit, sein Leben u.a. in Nord-Irland / East Belfast zu verarbeiten.

Scott Gorham tat sein Bestes daran, Ricky Warwick ans Mikro von THIN LIZZY zu holen, denn Ricky Warwick hat die Attitüde, die Stimme und die passende Ausstrahlung für den Job.

So lag es natürlich nah, Thin Lizzy irgendwie weiterzuführen, ohne das Erbe „beschmutzen“ zu wollen weshalb dann die immer größer werdenden Black Star Riders ins Leben gerufen wurden.
So weit, so gut…

Nun rotiert schon seit Tagen der neue Doppelsilberling im Schacht und niemand daheim in den heiligen Hallen fühlt sich genervt, terrorrisiert…was schon mal in den abgespielten Lautstärken ein gutes Zeichen ist!

Auf CD 1 mit dem einprägsamen Titel „When Patsy Cline Was Crazy & Guy Mitchell Sang The Blues“ herrscht die Stromgitarre vor und gerockt wird dabei über die Zeit und die Erlebnisse in Belfast mit seinem Kumpel und Mitschreiber Sam Robinson. Auch über literarische Geschichten wird in den knochentrockenen Songs erzählt, die man als Kind von seinen Großeltern erzählt bekommt; kurzum:
Biografische, authentische Lyrics zu Musik, die diesmal aber aus allen seiner musikalischen Sparten und Vorlieben stammt!

Querverweise auf alle seine Bands und musikalischer Vergangenheit sind omnipräsent, manchmal klingt es extrem nach Thin Lizzy, manche Nummer hätte auch auf einem The Almighty Album Platz finden können…aber zu jeder Sekunde nach dem unkaputtbar-wirkenden fleißigen Iren klingen und damit eine (klang-) farbenfrische Abwechslung einbringen.

CD 2 wartet mit der akustischen und gefühlvollen Seite des Rock´n´Roller auf, mit der er Abend für Abend auf seinen Solotouren die Damen an den Bühnenrand lockt, verlockt, entzückt, aber auch die Herren der Schöpfung zum schunkeln, mitsingen, trinken, feiern bewegen kann. Hauptsächlich irisch (manchmal auch amerikanisch) folkig, wird wieder über das Leben und seine Geschichten sinniert und trotz der Bonustracks ist es einfach zu kurz…(nicht wirklich, knappe 57 Minuten Spielzeit sind heutzutage kein Standard mehr). Ich meine damit, es könnte noch viele Stunden lang so weitergehen und kein Song nervt nach dem x-ten Durchlauf! Weder mich noch meine Familie!

Die Bonustracks auf beiden CD´s sind Songs die bereits auf (vergriffenen) Singles & EP´s erschienen und von der Gefolgschaft verlangt wurden, die diese feinen Sammlerstücke verpasst haben.

Ricky Warwick hat sich mit Damon Johnson (Black Star Riders, Thin Lizzy), Andy Cairns (Therapy?), Billy Morrison (Billy Idol), Nathan Conolly (Snow Patrol), Jake Burns (Stiff Little Fingers), Richard Fortus (Guns´n´Roses, Dead Daisies), Mark Thwaite (The Mission) und Saufkumpel Joe Elliot (Def Leppard) ein paar hochkarätige Gäste ins Haus geholt, um sie auf seinem Album / Alben mitzuverewigen. Es macht Spaß (ohne die Credits, etc. zu lesen), wer sich wann auf welchem Track eingebracht hat.

Und da bin ich auch schon bei meinem Fazit: Natürlich ist „When Patsy Cline… / Hearts On Trees“ nicht DAS Meisterwerk eines in den letzten Jahren meiner Meinung nach viel zu unterbewerteten Künstlers, da kommt garantiert noch viel mehr!

Aber ein Highlight in seiner Vita ist dieser Doppelrundling allemal. Er macht irgendwie den The Almighty Fans Hoffnung, dass er doch noch Heavyrocker schreiben kann (und vllt auch wird?). Er lässt einen noch mehr auf das kommende Black Star Riders neugierig werden.

Uns lässt er wünschen, dass er den Weg auch Solo zu uns finden wird…
Alle Daumen hoch, 5 von 5 Punkte sind als Fan zu wenig, ich würde hier am liebsten 10 von 5 Punkte verteilen…wäre aber wohl nicht ganz so objektiv…

Tracklist:

CD1 („When Patsy Cline Was Crazy (And Guy Michel Sang The Blues)“):

01. The Road To Damascus Street 4:13
02. Celebrating Sinking 4:02
03. When Patsy Cline Was Crazy 4:24
04. Toffee Town 3:33
05. That’s Where The Story Ends 3:51
06. Johnny Ringo’s Last Ride 3:34
07. Gold Along The Cariboo 3:58
08. Son Of The Wind 3:04
09. If You’re Not Going To Leave Me 3:07
10. Yesteryear 3:34

CD2 („Hearts On Trees“):

01. Presbyterian Homesick Blues 3:41
02. Tank McCullough Saturdays 3:45
03. Psycho 2:51
04. Hearts On Trees 3:46
05. Said Samson to Goliath 5:35
06. Way Too Cold For Snow 3:33
07. Schwaben Redoubt 3:25
08. The Year Of Living Dangerously 3:58
09. Disasters 2:59
10. 82 2:47

Besetzung:

Ricky Warwick (voc & guit)
Robbie Crane (bass)
Mark Thwaite (guit)
Gary Sullivan (drums)

Internet:

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Ricky Warwick @ Last FM

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