Band: Saltatio Mortis
Titel: Das Schwarze Einmaleins
Label: Napalm Records
VÖ: 2013
Genre: Folk/Epic/Gothic Metal
Bewertung: 5/5
Written by: Oliver Lackner

Vor knapp zwei Wochen war es (zumindest für mich) endlich soweit… Das Album, welchem ich 2013 am meisten entgegenfieberte, lag endlich in der Napalm Records Promobox bereit zum Download. Zwar hatten mir die Spielleute von „Saltatio Mortis“ die beinahe unendlich lang erscheinende Wartezeit mit dem Livealbum Manufactum III verkürzt, der Reiz neues zu hören ließ sich jedoch einfach nicht unterdrücken.

Nun denn ihr Spielmänner.. Was gab es denn neues seit Sturm aufs Paradies? Einen kleinen Lineupwechsel hatten die Männer der feinen Marktmusik zu verkraften. Herr Samoel entschied sich im November 2012 die Band zu verlassen. Till Promill wurde kurzerhand als Ersatz geschnappt. Ansonsten blieb, glaub ich, alles beim alten.

Genug des Gebrabbels, auf zum „Schwarzen Einmaleins“! Nachdem ich einige Wochen zuvor bereits das Video zu „Wachstum Über Alles“ gesehen hatte, hatte ich mich bereits auf ein grandioses Album eingestellt gehabt. Obwohl ich so genannten Chartstürmern für gewöhnlich skeptisch gegenüber stehe, haben mich die Jungs von „Saltatio Mortis“ auch ein weiteres Mal nicht enttäuscht.

Das Mittelalter – Rock Feuerwerk wird eröffnet mit dem fetzigen Track „Früher War Alles Besser“. Ein feiner Titel zum Thema Heulsusen. Klasse Auftakt. Weiter geht´s mit dem bereits bekannten „Wachstum Über Alles“. Ich glaube, man darf zu Recht behaupten, dass dies der bisher Sozialkritischste Titel der Band überhaupt ist. Klasse Text gepaart mit eingängigen Melodien und einem ungewöhnlich Aggressiv klingenden Alea. Das I-Tüpfelchen setzt der Einsatz der deutschen Bundeshymne, welcher einige Diskussionen zur politischen Gesinnung der Band entfachte. Völliger Blödsinn sag ich, einfach eine Interessante Idee.

Nicht weniger tolle Songs folgen auf Nummer drei bis sechs der Trackliste bevor die wirklichen Kracher zum Zuge kommen. Den Auftakt zum Trio Infernale macht „Satans Fall“. „Saltatio Mortis“ verstanden es bisher immer meisterhaft Sagen und Mythen aufzugreifen und zu vertonen. Eigentlich war ich sogar etwas traurig keinen Titel zu finden, der der griechischen Mythologie zuzuordnen ist. Man entschied sich stattdessen sich der Bibel zu bedienen und schuf mit „Satans Fall“ ein Meisterwerk das mit alten Titeln wie Prometheus oder Tritt Ein gleichzusetzten ist. Der zweite Streich des Hattricks nennt sich „Idol“. Hervorstechend vor allem durch das möglicherweise feinste Dudelsackspiel, dass ich bisher überhaupt hören durfte. Den Abschluss der großen Drei bildet der, zumindest für mich persönlich, bisher beste Titel der Spielmänner überhaupt. In „IX“ zählt Alea das Schwarze Einmaleins auf. In seiner Gesamtheit der mächtigste Titel der Platte. Jeder Ton, jedes Fitzelchen der Stimmlagen fügt sich in ein grandioses Gesamtbild.

Hervorzuheben wäre ebenfalls noch der Rausschmeißer des Albums. „Randnotiz“ ist eine Neuvertonung eines alten Minnesangs aus dem 12. Jahrhundert, gesungen im Duett mit einer mir leider nicht bekannten Frauenstimme. Zurücklehnen und genießen ist mein Rat.

Fazit: Zum wiederholten Male liefern „Saltatio Mortis“ ein erstklassiges Album ab. Ungewohnt rockig mit mehr Ironie und Witz als sonst jedoch mit dem unverkennbaren Stempel der Spielmänner. Obwohl die Kompositionen rockig sind, ist der Einsatz der Mittelalterlichen Instrumente hervorragend koordiniert und trägt die gesamte Komposition in ein höheres Level. Definitiv auf dem Gipfel seines Könnens scheint Alea der Bescheidenen angekommen zu sein. Die Leidenschaft für das was er tut sah man ihn ja schon immer an jedoch hat er für jeden einzelnen Titel ein fantastisches Gefühl entwickelt und bringt durch die Art wie er die Texte vorträgt ein gewisses Etwas mit ein um jeden Song für sich zu einem Erlebnis zu machen. Mein Rat: Anhören und auf keinen Fall das einzige bisher angekündigte Österreichkonzert in St.Pölten beim Mittelalterfest verpassen.

Tracklist:

01. Früher war alles besser 03:58
02. Wachstum über alles 03:42
03. Krieg kennt keine Sieger 03:48
04. Der Kuss 03:30
05. My Bonnie Mary 03:23
06. Sandmann 04:12
07. Satans Fall 03:58
08. Idol 04:25
09. IX 04:14
10. Galgenballade 04:10
11. Abrakadabra 04:33
12. Nur ein Traum 03:27
13. Randnotiz 02:47

Besetzung:

Alea der Bescheidene (voc, Dudelsack, Schalmei & guit)
El Silbador (Dudelsack & Schalmei)
Falk Irmenfried von Hasen-Mümmelstein (Dudelsack, Schalmei, Drehleier & voc)
Samoel ( guitb & Cister, Bouzouki)
Lasterbalk der Lästerliche (drums & Davul, Percussion)
Luzi das L. (Dudelsack & Schalmei)
Jean Mechant, der Tambour (drums, percussion, guit & voc)
Bruder Frank (bass, Chapman Stick)

Internet:

Saltatio Mortis Website

Saltatio Mortis @ MySpace

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