Band: Seventh Avenue
Titel: Terium
Label: Massacre Records
VÖ: 2008
Genre: Melodic Speed/Power Metal

Bewertung: 4/5
Written by: Robert

Es gibt ja viele Metal Bands aus Deutschland, die es im eigenen Land bzw. in Europa nie zu Ruhm geschafft haben. Dennoch waren genau diese Bands der Exportschlager schlechthin in Südamerika oder in Japan. Da gibt es eine ganze Handvoll Bands. Eine Band die in unseren Breitengraden eher unbekannt war und nur wenigen Metal Fans geläufig ist, sind die deutschen Melodic Metaller Seventh Avenue. Warum ist mir eigentlich immer schleierhaft geblieben. Denn ihr Sound war nie auf Japan ausgerichtet wie es etwa bei den aus der gleichen Gegend (Wolfsburg) stammenden Heavens Gate immer der Fall war. Typischen Europäischer soliden Melodic Metal mit sehr guten Songideen haben sich die Herrschaften auf ihr Banner geschrieben. Nenne ich ja die ersten drei Alben mein eigen. Die laufen an und ab immer wieder mal in meinem Player. Gegründet wurde diese Formation 1989 durch den Gitarristen Herbie Langhans der auch mittlerweile die Vocals beisteuert. Nach etlichen Besetzungswechseln und Problemen mit Plattenfirmen ist man nun bei Massacre Records gelandet um den Europäischen Markt auf sich aufmerksam zu machen. Das neue derzeitige Line Up liest sich Herbie Langhans (guit & voc), Florian Gottsleben (guit), Markus Beck (bass) und Mike Pflüger (drums). Zusammen haben sie sich im Studio eingeschlossen und sage und schreibe 15 Songs eingespielt. Den Hauptteil der Produktion hat man im Hauseigenen Studio Ave-Studio eingespielt. Lediglich die Vocals wurden von niemand geringerem als Victor Smolsky (guit Rage) und dass Mastering von Sasha Peth (Luca Turilli und Heavens Gate) vollendet. Mit einer beachtlichen Spielzeit von 71:31 Minuten hat man gewohnte Fantasy Texte mit bekannten Parallelen in detailgenauer Arbeit zusammengefügt. So liegt dieses Machwerk vor mir und rotiert schon mal heiß in meinem Player.

Das Intro „Under the Surface“ klingt recht orientalisch und läutet den Beginn des neuen Outputs ein. Im Anschluss dröhnt dann auch schon „Crowd in the Dark“ aus den Boxen. Wie wurde es im Beipackzettel der Plattenfirma angekündigt eine deutliche Weiterentwicklung sollen die Jungs durchgemacht haben. Stimmt, denn ich hatte die Vocals etwas höher in Erinnerung. Die Melodiestrukturen sind geblieben, jedoch wurden die Songs etwas erdiger produziert. Die Vocals haben eine leichte parallele zu den Landsmännern Chinchilla. Track Nummer 3 ist „Terium“. Nette Melodic Metal Nummer mit sehr guten eingängigen Rhythmen, wie man es sich von einer Melodic Metal Band nur wünschen kann. Die Vocals variieren von höheren Sphären bis hin zu erdigen, rockigeren Passagen. Es muss nicht immer kompliziert sein und erst beim zweiten oder dritten Anlauf ins Gehör gehen. Ich nehme an, auf genau das haben die Jungs geachtet. Denn die Nummer macht Lust auf mehr, auch beim ersten Durchlauf und wird auch bei den nächsten Durchläufen zu keinem Zeitpunkt langweilig. „Authorities“ steht bereits in den Startlöchern. Zuerst dachte ich schon an eine Midtempo Nummer. Da war ich total am Holzweg netter Power Metal Kracher mit melodischem Gesang. Eines merkt man den Jungs an, das sie schon sehr lange im Geschäft sind. Somit erklärt sich auch die Routine und Erfahrung, die sich in den Songs wieder spiegelt. Mit etwas mehr Geschwindigkeit wurde „Futures Dawn“ versehen. Guter Power Stahl allererster Güte. Auch ergibt der Wechsel zwischen bretternden Gitarrenläufen und netten klaren Vocals eine ausgewogene Abwechslung. Eine Melodic Power Metal Hymne hat man mit „Brighter than the Sun“ geschaffen. Vor allem die Wechsel zwischen melodischen und rauen, erdigen Gesang machen das Stück nicht eintönig. Speedig geht es auch schon mit „Needs“ weiter. Ein weiterer Kracher aus dem Hause Seventh Avenue. Ruhig und beschaulich beginnt „Two Masters“. Melodische und sehr stark gespielte Gitarrenlinien ziehen sich wie ein roter Faden durch diesen Song. Eine etwas mehr im Midtempo angesiedelte Nummer. Mit „Hands of the King“ wurde eine wunderschöne Ballade geschrieben. Vom Kitschfaktor ist aber hier keine Spur, denn immer wieder gibt es etwas schnellere Ausreißer. So ist dieses Stück eine Wonne für den Hörer und lassen einen erstmal richtig relaxen. Zwar beginnt „Priests and Servants“ etwas ruhiger, so in etwa wie der Vorgänger. Nach ca. 1 Minute ist es aber auch schon aus mit der Ruhe. Die Jungs brettern wieder gehörig aus den Boxen. Nette Bangernummer kann ich da nur sagen. „Trail of Blood“ schließt nahtlos dort an wo man mit der Vorgängernummer aufgehört hat. Maidenrhythmen an allen Ecken und Enden. Für mich alten Iron Maiden Fan ist es einfach eine Wonne dem Stück zu lauschen. Etwas erdiger, rockender geht man bei „Betrayal“ zu Werke. Der rauere Gesang hat hier die Oberhand und kommt recht gut zur Geltung. Titel Nummer 13 ist „Way of the Stars“. Dieses Stück ist wieder etwas mehr im Midtempo angesiedelt. Mit einem klassischen Klavier Intro beginnt man bei „Innocence“. Ballade? Vollkommen richtig, ein recht ruhiges Stück mit sehr schönen klaren Vocals, welches an ältere Stratovarius Balladen erinnert. Mit einem schnelleren Stück das auf den Namen „New Era“ hört, beenden Seventh Avenue ihr 15 Track Monumentalwerk. Der Titel ist richtig passend gewählt, was hoffentlich die Zukunft der deutschen Melodic Metaller betrifft. So beendet man eine sehr gute Scheibe die es in sich hat. Kann man nur hoffen, dass die Jungs sich nicht wieder 4 Jahre Zeit lassen, um ein Lebenszeichen von sich zu geben. Bleibt mir nur zu sagen „Welcome Back Guys“.

Fazit: Sehr gut ausgefallene Melodic Metal Scheibe. Gute Vocals die nicht die Schmerzgrenze erreichen. Die Scheibe ist aber nur wirklich für Metal Fans aus diesem Genre. Was wohl auch das Schmerzverzogene Gesicht unserer Rosi beweist, die mit dem Material gar nichts anfangen konnte. Mir gefällt diese Scheibe und die rotiert mittlerweile mehrmals in meinem Player. Bleibt nur zu wünschen übrig, dass sich die Jungs auch mal live in unsere Breitengrade verirren.

Tracklist:

01 Under Surface
02 Crowd in the Dark
03 Terium
04 Authorities
05 Futures Dawn
06 Brighter than the Sun
07 Needs
08 Two Masters
09 Hands of the King
10 Priests and Servants
11 Trail of Blood
12 Betrayal
13 Way of the Stars
14 Innocence
15 New Era

Besetzung:

Herbie Langhans (voc & guit)
Florian Gottsleben (guit)
Markus Beck (bass)
Mike Pflüger (drums)

Tracklist:

Seventh Avenue Website

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Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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