Band: Slartibartfass
Titel: Funkenfeuer
Label: Ketzer Records
VÖ: 2009
Genre: Viking/Folk Metal
Bewertung: 4/5
Written by: Robert

Beim Bandnamen Slartibartfass würde man niemals auf den Gedanken kommen dass es sich um eine Viking/Folk Metal Band handelt. Vielmehr ruft sich mir der Roman von Douglas Adams Per Anhalter durch die Galaxis und dem Planetenbauer der eben denselben Namen trägt ins Gedächtnis. Die Ulmer sind aber von einem ganz anderen Kaliber, als das sie als Witzfigur mit ihrer Musik rüber kommen. Sehr dunkler, heidnischer Viking Metal wird uns von ihnen geboten und auch beim neuesten Werk „Funkenfeuer“ greifen Philipp (voc, guit & jewish harp), Thuemmer (keys & jewish harp), Nico (bass, accordion & jewish harp), Jessica (bagpipes) und Juan (drums) wieder heidnische Themen auf und verzaubern diese Thematik sehr reichlich mit herben, als auch fröhlicheren, folkloristischen Klängen. Via Ketzer Records ist dieses Album erhältlich und dürfte vor allem Fans von Eluveitie, Varg und Konsorten sehr stark ansprechen.

„Schleier der Vergangenheit“ führt man uns sehr folkloristisch ins Album ein. Sanfte Klänge aus einem Didgeridoo und Dudelsack Töne schallen hier erst einmal und zaubern so eine Klangfantasie zu Tage die an sattes grünes Gras und die Highlands erinnert. Genießer Stück, sofern man nicht einen Ekel gegen Dudelsackmusik hegt.

Auch beim darauf folgenden „Ein Ruf aus fernen Zeiten“ baut man eher auf Filmmusikromantik. Wohlgemerkt klingt dieses Stück eher bombastischer und theatralischer. Weiterhin kann man so sich eher einem ruhigen Hörgenuss hingebe. Für mich klingt das Ganze dann schlussendlich so als wolle man uns in zwei Parts in das Album einführen, wobei eben bei diesem Track eher Fantasy Film Flair verbreitet wird.

Schluss mit Lustig ist dann bei „Der letzte Winter“, zwar wird mit fröhlichen, folkloristischen Tönen begonnen, diese werden aber bereits von Beginn an sehr düster unterwandert und selbige Rhythmik gewinnt immer mehr Oberwasser, ab gut einer Minute brettert die Axtfraktion dann noch dazu. Spätestens beim Einsetzen der harschen Shouts und Growls wird aber klar hier wird es deutlich ungemütlicher. Das lässt die Gruppe recht gut rüber kommen und unterbricht immer wieder etwas mehr mit Folklore Musik anhand von Dudelsacktönen. Dennoch lange haben diese nicht die Chance sich zu entfalten, denn schon brettert die Truppe wieder herber und eisiger dahin und deshalb kommt unterm Strich ein gutes Bangerprogramm dabei raus.

„Funkenfeuer“ wird wieder mit dem Didgeridoo und etlichen hauchzarten anderen Folkloren Klängen gestartet. Abgelöst wird diese Einleitung dann durch ein klassisches Klavierspiel, welches den Song in andere Bahnen lenkt. Stampfende Weiterführung seitens der Rhythmusfraktion steht nun an und dabei bolzt die Truppe in einem herrlichen Gemisch aus Symphonie, Melodie und eisiger, dreckiger Härte. Sehr facettenreiches Klangbild das uns hier sehr Wechselseitig vorgetragen wird. Gute Kombination meiner Meinung nach, die man sehr passabel auf einen Nenner gebracht hat.

Mit einem Klavierintro wartet man nun zu Beginn von „Die Mär von der schönen Lau“ auf. Sehr lustige Waise die man hier vom Stapel lässt. Die Mischung aus Klassik, Melancholie, heroischem Pathos und Dudelsack ist mir persönlich eher neu. Macht aber auch nichts, denn man weiß auch vorerst mit sanfterer Mischung was fürs Gehör zu bieten. Etwas zahnigere Bahnen schlägt man dann ab gut 1:30 Minuten ein. Hier allerdings setzt man dann eher auf eine treibende Rhythmusfraktion und die Musik aus der Einleitung wird immer mehr in den Hintergrund gedrängt, auch wenn sie an und ab etwas stärker in den Vordergrund drängt. Ein beschaulicher, fast schon lieblicher Mittelteil lenkt nun wieder in andere Gewässer, bis man schlussendlich bis zum Ende hin mehr auf die Tube drückt.

Einen Blitzstart mit viel Feuer unterm Hintern legt man mit „Schwabenkinder“ hin. Vom Fleck weg wird ein zackiges Tempo zum Bangen geboten und das serviert man uns in einem eher thrashigen Soundkleid. Zwischendurch gönnt man uns zwar klitzekleine Melodiepassagen, doch diese werden gleich wieder von herben Bretterriffs und rüden Growls und Shouts entmachtet.

„Einst träumte ich …“ wird genauso begonnen wie es der Titel schon aussagt. Verträumtes Klangbild aus akustischen Gitarrenklängen. Sehr traurig Song und auf dieses Flair baut man weiterhin auf und dabei ergibt sich eben eine melancholische, betrübte Mischung.

Nahtlos leitet man nun in das Nachfolgestück „… von ungefühlten Nächten“ über. Weiterhin vollzieht man ein eher schwermütiges Programm. Dunkle hauchzarte Vocals helfen der Rhythmik dabei sehr gut und ab gut einer Minute lenkt man wieder in andere Bahnen. Nach diesem Übergang drückt man dermaßen Geil das Gaspedal das man von 0 auf 100 durchstartet. Dreckiges, sadistisches Stück das seinen Angriff ohne Schwierigkeit auf unsere Gehörgänge vollzieht.

Symphonischer wird „Stimme des Windes“ angefangen. Doch auch einige Dudelsackpassagen heben das Stück in eine etwas andere Mischung aus Bombast und Folk Klängen. Dieses Klangbild wird dann durch sanfte Klänge im heroischen Style verdrängt und schlussendlich fällt die Truppe dann mit einem Blast Beat über uns her wie eine wilde Horde. Sattes Gebolze wird zwar immer wieder kürzer abgestoppt, doch schon bolzt man wieder kräftiger weiter.

Fazit: Die Ulmer bieten wirklich einiges. Bevor die Folklore Schlagseite zu stark oder gar zu nervig wird hievt man uns mit einem Satz in eine andere Richtung. Wer auf ein vielschichtiges Viking/Folk Metal Programm steht der ist hier genau richtig.

Tracklist:

01. Schleier der Vergangenheit 2:05
02. Ein Ruf aus fernen Zeiten 3:51
03. Der letzte Winter 5:29
04. Funkenfeuer 8:35
05. Die Mär von der schönen Lau 7:31
06. Schwabenkinder 7:52
07. Einst träumte ich … 2:31
08. … von ungefühlten Nächten 7:34
09. Stimme des Windes 8:51

Besetzung:

Philipp (voc, guit & jewish harp)
Thuemmer (keys & jewish harp)
Nico (bass, accordion & jewish harp)
Jessica (bagpipes)
Juan (drums)

Internet:

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Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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