Band: Sonata Arctica
Titel: The Days of Grays
Label: Nuclear Blast
VÖ: 2009
Genre: Power Metal
Bewertung: 2/5
Written by: Robert

Viele Jahre sind verstrichen als meine Person betreffend zum ersten Mal mit den damaligen Metal Rookies of the Year aus Finnland, nämlich Sonata Arctica in Berührung kam. Ihr damaliges Debüt setzte im Bereich des Melodic Metal alle Maßstäbe für künftige Underground Bands und viele haben es ihnen in den letzen Jahren sehr gleich getan. Doch auch selbst haben sich die Herrschaften seit 1999 einen schweren Brocken vorgelegt. Immer wieder versuchte man sich selbst bzw. den Vorgänger zu toppen. Was mehr oder weniger immer gelang, wenn auch mit etlichen Abstrichen. Am 18.09.09 ist es nun soweit und Tony Kakko (voc), Elias Viljanen (guit), Marko Paasikosk (bass), Henrik Klingenberg (keys) und Tommy Portimo (drums) haben das neueste Langeisen mit dem Namen „The Days of Grays“ aus dem Schmiedeofen geholt. Man darf als richtig gespannt sein wie sich die Weiterführung anhört.

Mit dem längeren Instrumental „Everything Fades To Gray“ wird der Reigen eröffnet und man zeigt sich hier von einer sehr bombastischen – orchestralen Seite, die ich bis dato von den Finnen noch gar nicht kannte. Sicher eine Fable für so manch symphonische Struktur hatten sie schon immer, doch so stark ausgeprägt habe ich sie selten bis dato erlebt. Auch beim folgenden „Deathaura“ wird diese Schiene weiter gefahren und alten Fans von „Ecliptica“ wird man dieses Mal etwas vergraulen. Sehr lieblich und monumental sieht das Klangbild hier aus, fast schon wie eine Mini Metal Oper trägt man hier die reguläre Eröffnung vor. Man drückt ganz ansehnlich an und ab den etwas speedigen, als auch düsteren Stempel auf. Durch die Bank lässt man sich zu vielen bombastischen Breitseiten hinreißen und diese ergießen sich wie ein Schwall die kompletten 8 Minuten auf uns. Auch beim folgenden „The Last Amazing Grays“ wird nach etlichen Sekunden klar, hier wird weiterhin an der sehr lieblichen, fast schon kitschigen Linie beibehalten. Etwas mehr Druck den man sich sehnlichst wünscht bekommt man zwar, aber auch nur sehr dezent. Somit übersteigt man auch hier kaum den Grad des sanften Midtemporhythmus und selbigen schmückt man reichlich mit viel bombastischen Ethos aus. Endlich kehrt man mit dem Song „Flag In The Ground“ zu älteren Glanztaten zurück. Weiterhin verbleibt man im flotteren Midtempogewässer, wobei man aber hier nicht ganz so viel Bombast hinzu mischt und auch sich das ein oder andere Mal deutlich flotter präsentiert. Das verlangt einfach nach mehr und lässt einen in alten Erinnerungen schwelgen. Mit „Breathing“ dreht man aber den Spieß wieder um und die Truppe kehrt wieder zum ruhigeren Spiel zurück. Klassisches Klavierspiel wird von balladeskem Gesang begleitet und nur die Saitenfraktion beschert uns den etwas dezenten Härtegrad. Dennoch zu kitschig wird es Gott sei Dank nicht, denn man belässt es zwar beim ruhigen Spiel, dieses wird aber nicht so reich haltig mit Bombast Schüben ausgestattet und dadurch wird der Bogen auch nicht überspannt. Somit bestätigt man die Aussage: „Weniger ist oft mehr“. Sehr schräg ist die Einleitung von „Zeroes“ ausgefallen, doch nach dieser besinnt man sich wieder dem traditionellen, bombastischen Melodic Metal und hievt sich mit vielen treibenden, druckvollen Rhythmen etliche Schritte vorwärts. Das Gebräu das man uns hier mit einigen, modernen, als auch verzerrten Gesangsfragmenten präsentieren weis durchaus zu überzeugen, wenn man sich auch äußert unkonventionell repräsentiert. Das mag für viele Sonata Arctica Verehrer wie ein Frevel klingen und diese werden auch mit der Nummer nicht ganz klar kommen. Nahtlos knüpft man mit „The Dead Skin“ das sich deutlich klassischer dar stellt an. Hiermit versucht man wohl alle nach dem Vorgänger wieder zu beschwichtigen, was ihnen auch nach einigen Sekunden mit Sicherheit gelingen wird. Leider heißt es auch hier viel Tempo wo anders, nur halt nicht hier. Schade, denn schön langsam wird es etwas lähmend und man wünscht sich einen schnellen Bangertrack aus der Feder der Finnen. Den bekommen wir leider auch mit dem folgenden „Juliet“ nicht. Auch hier heißt es eher liebliche, romantische Klänge treffen auf bombastische Ausschmückung. Nach der etwas längeren Einleitung versucht der Trupp etwas Dampf zu machen, doch lange lässt man sich hier nicht hinreißen und stoppt die Maschinerie schon wieder fast komplett ab. Danach kommen wieder viele klassische, bombastische, monumentale Soundstrukturen zum Vorschein, die etwas an das Trans-Siberian Orchestra erinnern. Sehr folkig, mit einem Spinettspiel schiebt man nun „No Dream Can Heal A Broken Heart“ nach. Auch der Bombastanteil ist weites gehend nach hinten gerückt worden und man versucht verlorenen Boden gut zu machen. Gelingt spielend und vor allem weiß die Nummer durch viele simpler gestrickte Passagen zu animieren und auch ein leichtes Kopfschütteln kann man hier wagen. Somit, zumindest für meinen Teil der beste Track auf diesem Album. Liebliche Klassik und balladeske Linien folgen am Fuße mit „As If The World Wasn’t Ending“, welches man mit dezenten Streichersymphonien noch erweitert hat. Der Bogen wird nicht überspannt und trotz vieler, bombastischer Erweiterungen bleibt man ausgewogen und schiebt einige druckvollere Ausbrüche als Ergänzung nach. Es geht noch lieblicher, zumindest als Einleitung von „The Truth Is Out There“. Doch hier wird blitzschnell nachjustiert und man hat etwas mehr Druck ins Spiel gebracht. Auch der Bombastanteil wurde deutlich geschwächt, auch wenn er weiterhin merklich und stark vorhanden ist. Dennoch kann man diese Nummer als weiteres Highlight auf diesem Album sehen. Abschließend gibt es noch einmal „Everything Fades To Gray“, diesmal aber als Full Version. Ja die klassische Struktur mit dem großen Bombastanteil wird hier nur noch von vielen gleichzeitig laufenden Gesangslinien verstärkt.

Fazit: Hätte mir nie träumen lassen dies zu sagen, doch Sonata Arctica ist mit diesem Album mit Sicherheit keine Glanztat geglückt. Totalen Freaks wird dies zwar nichts ausmachen. Doch mit so viel Bombastkitsch den man hier auffährt wird man sich nicht mit Ruhm bekleckern. Weniger ist oft mehr, auch das Tempo lässt quer durch die Bank zu wünschen übrig. Wird wohl eher bei vielen Fans in der Belanglosigkeit versinken dieses Material. Schade hätte man sich mit Sicherheit etwas mehr erwartet.

Tracklist:

01. Everything Fades To Gray (Instrumental) 03:07
02. Deathaura 07:59
03. The Last Amazing Grays 05:40
04. Flag In The Ground 04:09
05. Breathing 03:55
06. Zeroes 04:24
07. The Dead Skin 06:15
08. Juliet 05:59
09. No Dream Can Heal A Broken Heart 04:33
10. As If The World Wasn’t Ending 03:49
11. The Truth Is Out There 05:04
12. Everything Fades To Gray (Full Version) 04:30

Besetzung:

Tony Kakko (voc)
Elias Viljanen (guit)
Marko Paasikosk (bass)
Henrik Klingenberg (keys)
Tommy Portimo (drums)

Internet:

Sonata Arctica Website

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Sonata Arctica @ MySpace

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Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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