Band: Souldeceiver
Titel: The Curious Tricks of Mind
Label: SG Records
VÖ: 2011
Genre: Death Metal
Bewertung: 4,5/5
Written by: Robert

Für technisch, progressive Death Liebhaber wird uns dieser Tage durch die aus Massa Italien stammenden Souldeceiver ein sehr verspielter und reichhaltiger Rundling serviert. Die 2007 gegründete Formation legt mit „The Curious Tricks of Mind“ das nunmehr zweite Full Length Album nach. Dabei bedient man sich einer breiten Schichte aus dem Death, aber auch streckenweise wird das Süppchen mit Thrash und leichten Black Pfefferschoten gewürzt. Kombiniert wird das nun noch durch eine Vielzahl von Spielereien und klanglichen Ergänzungen. Zusammengeführt wird das aber unterm Strich sehr gut und somit überfordert man uns nicht mit zu vehementen Wechseln oder Post lastigen Breaks und Licks.

Schwerfällig wird „Hundred 25“ im sehr modernen Sound der Marke Soulfly meets Ektomorf ins Rennen geworfen. Diese Vergleiche betreffen aber nur den Rhythmussound, denn durch die starken Anleihen aus dem Death, als auch Thrash Bereich kommt einem das Stück dadurch sehr breit gefächert vor. Tempomäßig steht man dabei dem Programm in nichts nach und bietet viele Wechsel und Breaks. Soundmäßig praktiziert man eine herzergreifenden Dauerrotation im Aufeinanderprallen von klaren als auch groovenden Strukturen. Zuviel des guten? Nein auf keinen Fall, denn durch eine gut sortierte Zusammenfassung stopft man uns dies sehr fachmännisch in unseren Rachen.

Ein dumpfer Technosound läutet „The Closest Embrace“ ein. Danach wird ordentlich schroff und ungehobelter in die Saiten gegriffen. Unterm Strich erscheint das Stück kurzzeitig etwas handsamer. Dennoch werden auch hier etliche Zusätze und Erweiterungen geboten. An und ab blitzten sogar schwedische Deathstahl Allüren durch, die das Grundkonzept umso mehr verschönern.

Noch mehr in die nordische Death Richtung zwischen Amon Amarth und Göteborg Sound tendiert man beim anschließenden „Suiciding“. Das Stück an sich wird uns weites gehend im rollenden Groove Sound geboten. Doch auch melodische Verschönerungen und Abrundungen ergänzen das Stück hierbei sehr gut und lassen das Ganze sehr farbenprächtig erscheinen.

Ein verzerrter Radioeingang ist bei „Mary Ann“ eine etwas verwirrende Einleitung. Doch schon prescht die Mannschaft im leichten diabolischen – orientalisch wirkenden Melodeath Sound daher. Dabei wird uns dies in mehreren Tempotriebwerksstufen zum Besten gegeben. Durch diese fesselt man ungemein und weckt das Interesse an dem was nun folgen wird. Auch leichte melancholisch – leidende Ausrutscher werden dabei sehr gelungen eingebaut. Coole Mischform und Erweiterung, somit bleibt bei den Italienern kein Stein auf dem anderen.

Etwas straighter setzt man sogleich durch „The Pressing“ nach. Man mag sich aber auch hier gewiss sein, dass dabei nicht eine zu simple Death Variation geboten wird. Eher im Gegenteil was zu Beginn etwas simpler begonnen hat wird nach und nach erneut in verspieltere Bahnen gelenkt. Doch man scheint hier weites gehend bestrebter zu sein das Ganze lockerer und unbeschwerter klingen zu lassen. Gelingt dennoch nur mäßig, denn durch die dunklen Soundansätze und Hintergrundechvocals der weiblichen Art lenkt man das Konzept immer wieder in eine tiefgründige Richtung.

Das melodische „Phase C“ wird mit einer Mixtur aus Old School und Moderne zelebriert. Solche Soundvermischungen sind einfach unglaublich und bestätigen das technische Können der Italiener. Satter, lange gezogener Melodiesound macht dieses doch etwas verträumtere Stück zu einem Fantasiehappen und Hörgenuss par excellence.

Ganz anders verhält es sich dann in der Nachfolge die man mit „Icon of Your God“. Dreckig und sehr rau rotiert hier die Death Maschinerie auf Hochtouren. Etwas simplere Bahnen werden durch die Bank angesteuert und lediglich melodische Verzierungen setzt man hier als stattliche Komplettierung ein. Alles in allem bewahrt man sich aber diesen ungehobelten Sound und serviert uns diesen in oftmaliger Nachwürzung durch Groove Schübe.

Das sehr Killer lastige „Bone Sacrifice“ pfeffert man uns mit einem derben Groove Sound um die Ohren. Dabei wirkt man weiterhin sehr todesverachtend und diese schroffen und schretternden Soundfragmente stecken ungemein an. Die schlussendliche Verzierung vollendet man durch sachte, leichte melancholisch wirkende Melodiekomplettierungen.

Handübergreifend mündet das Ganze nun im klanglich – ruhigen Outro „Eternally“ wo man eine sehr beruhigenden Ausklang Stimmung schafft. Doch auch hier bedient man sich etlichen bedrohlichen Veränderungen damit das Ganze nicht zu locker abläuft.

Fazit: Absolut perfektes Death Metal Album. Man sollte sich wirklich nicht von dem Cover täuschen lassen, denn das würde eher auf eine Poser Rockband aus den 80ies tippen lassen. Doch was man reingestanzt hat ist technisches Death Stahl Potential das sich gewaschen hat. Abwechslungsreich und auf allerhöchstem Niveau. Nichts klingt abgelutscht und tausendmall gehört. Da kann man nur sagen 1000 Horns Up in Richtung ITALIA!!!

Tracklist:

01. Hundred 25
02. The Closest Embrace
03. Suiciding
04. Mary Ann
05. The Pressing
06. Phase C
07. Icon of Your God
08. Relapse
09. Bone Sacrifice
10. Eternally

Besetzung:

Francesco Meo (voc)
Luca Mosti (guit)
Alessio Rossano (guit)
Edoardo Teani (bass)

Internet:

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Souldeceiver @ MySpace

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About Author

Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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