Urgehal – Aeons In Sodom

Band: Urgehal
Titel: Aeons In Sodom
Label: Season Of Mist
VÖ: 12.02.2016
Genre: Black Metal
Bewertung: 4/5
Written by: Peter

Black Metal muss nicht immer brutal und schnell sein. Nein – er kann auch saubrutal und sauschnell sein. Das dürfte sich wohl der gute 2012 dahingeschiedene Trondr Nefas, seines Zeichens Kopf der Extrem-Metaller von Urgehal, gedacht haben, als er das Material zu schreiben begann, das auf deren wahrscheinlich letztem regulären Scheiblettchen Aeons In Sodom zu finden ist. Der Klangberserker hat ein halbes Album hinterlassen, das seine Urgehal-Kumpanen mit diversen Szene-Spezis komplettierten.

Rauskommen tut dabei wirklich guter Black Metal der alten Schule, wobei sich in der Grundsubstanz der Mucke sehr viel thrashiges Riffing wiederfindet. Wenn ich beim eigentlichen Opener Iron Children in der Basslinie ein Maiden’sches Galoppieren zu hören glaube, verdeutlicht das wohl nur, dass auch brutales Schwarzmetall nicht nur dummes Gekloppe ohne Finessen ist (was aber durchaus auch hin und wieder vorkommt). Auch der Hartwurst-Säulenheilige Lemmy hat als Inspiration bei vielen der Tracks seine Gichtgriffeln im Spiel gehabt. Überhaupt, da Lemmy jetzt auch über den Jordan ging, kann er mit Trondr Nefas in der Hölle (ja, da wollte vor allem letzterer bestimmt hin!) die coolste Black-Rotz’n’Roll-Combo dort aufmachen. Also ich freue mich darauf wie heute auf die Faschingskrapfen!

Die abschließenden Covers von Sepulturas Funeral Rites und Autopsys Twisted Mass Of Burnt Decay macht klar, dass man die Scheuklappen innerhalb der harten Mucke abgelegt hat. Somit entstand ein wirklich gutklassiges Black und Extreme Metal-Album, das alles in sich hat, wofür Urgehalt stand und steht – Härte, Geschwindigkeit, kein Kompromiss in der zugrundelegten Zugangsweise. Musik, die man genau so und nicht anders machen wollte. Warum es dann „nur“ zu vier Punkten reicht, liegt daran, dass man sich innerhalb des Genres durchgehend auf schon oft gegangenen Pfaden bewegt – und damit gewinnt man keinen Originalitätswettbewerb.

Tracklist:

01. Dødsrite
02. The Iron Children
03. Blood Of The Legion
04. The Sulphur Black Haze
05. Lord Of Horns
06. Norwegian Blood And Crystal Lakes
07. Thy Daemon Incarnate
08. Endetid
09. Psychedelic Evil
10. Woe
11. Funeral Rites (Sepultura cover)
12. Twisted Mass Of Burnt Decay (Autopsy cover)

Besetzung:

Trondr Nefas: guitar solos
Enzifer: guitars, bass
Uruz: drums

Urgehal im Internet:

Urgehal @ Facebook

Urgehal @ Bandcamp

dr.peda
dr.pedahttps://www.metalunderground.at
Heavy Metal am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen.

Related Articles

- Advertisement -spot_img

Latest Articles