Band: Vision Divine
Titel: 9 Dregress West of the Moon

Label: Frontiers Records
VÖ: 2009
Genre: Power/Progressive Metal

Bewertung: 4/5
Written by: Robert

Mit der Bekanntgabe, das Fabio Lione nach dem Album „Send me an Angel“ nicht mehr Mitglied der Italio Symphonic Metaller Vision Divine sein würde, verflog auch irgendwie mein Interesse an der Band. Dass man nun drei Alben in der Zwischenzeit veröffentlicht hat, ist eher spurlos an mir vorübergegangen. Erst als die Nachricht kursierte Fabio sei zu seinen alten Kameraden zurück gekehrt lies mich lauter aufhorchen. Auch kein Wunder Hauptbrötchengeber Rhapsody of Fire liegen ja bekanntlich aufgrund Plattenfirma Streitigkeiten bis auf weiteres auf Eis. So kann sich Herr Lione vollends auf Vision Divine konzentrieren. Das neueste Machwerk nennt sich nun „9 Degrees West of the Moon“ und ist via Frontiers Records erschienen und wurde in der Besetzung Fabio Lione (voc), Carlo Andrea Magnani (Olaf Thorsen) (guit), Federico Puleri (guit), Cristiano Bertocchi (bass), Alessio „Tom“ Lucatti (keys) und Alessandro „Bix“ Bissa (drums) eingespielt. Mal sehen was sich seit dem Beginn ihrer Kariere getan hat und ob sich wesentlich was verändert hat an der Truppe und ihrem Material.

Eine recht flotte, elektronische Einleitung mit Sopranogesänge läutet den Beginn von „Letter to My Child Never Born“ ein, dem Opener, der gleich mit einer stattlichen von etwas mehr als acht Minuten Spielzeit gesegnet wurde. Gleich nach einsetzen der Rhythmusfraktion wird gleich Glasklar, man setzt für mich persönlich dort an wo man mit „Send me an Angel“ geendet hat. Starke Symphonic/Melodic Perle ist gleich zu Beginn entstanden, welche mit der Stimme des italienischen Schönlings verfeinert wurde. Doch diesmal geht es der Junge deutlich rauer und bodenständiger an. Für meinen Teil hatte ich den Burschen im höheren Stimmbereich in Erinnerung. Gut dort begibt er sich auch an und ab hin, aber in der Masse ist eher im mittleren Bereich tätig. Auch die Rhythmusfragmente sind sehr bekannt und es klingt als wäre dies der legitime Nachfolger nach dem letzen Output mit Fabio. Viele Soundspielereien wurden auch hier eingearbeitet und vor allem der Tastenmann kann sich hier vollends austoben. Dennoch hat man hier nicht den zu komplexen Stempel draufgedrückt und dadurch klingt alles recht kompakt. Mit einer starken elektronischen Eröffnung geht es nun bei „Violet Loneliness“ weiter. Danach wird ordentlich gerockt, was vor allem am Gitarrensound liegt, der wurde deutlich tiefer getrimmt und dadurch wirkt das Ganze sehr rau. Doch auch viele melodische Fragmente wurden eingearbeitet als weitere Bereicherung, dennoch im Großen und Ganzen wird sehr rau gewerkelt. Eine sehr fröhliche Einleitung erfolgt nun bei „Fading Shadow“. Doch die Überlebenschance endet mit dem einsetzen der Rhythmusfraktion die einmal mehr sehr rau werkelt. Doch auch nur einen auf Harte Sau können und wollen die Jung nicht machen und so blicken einige melodische Elemente durch, die wurden aber sehr melancholisch in Szene gesetzt. So ist man 2009 auf einer härteren, melancholischeren Schiene angelangt, was dem Material der Truppe sehr gut steht. Die besonnenen Ausrutscher wurden mit einigen sehr guten Gitarrensolis und klassischen Klavierspielereien verfeinert. „Angels in Disguise“ klingt nun im Anschluss sehr Gothic rockig. Was vor allem an der Gitarrenarbeit liegt, aber auch ansonsten macht man hier einen größeren Abstecher in diese Richtung. Auch dort können die Italiener sehr gut überzeugen. Die zusätzlich gelieferten Duettgesängen und der sehr bombastische Sound machen das Ganze sehr farbenprächtig. Zwar wir hier im Großen und Ganzen in einer besonnenere Ecke gearbeitet und genau durch diese Ausrichtung hat man ein bombastisches Monumentalstück geschaffen. Das macht den Jungs von Vision Divine nicht so schnell jemand nach. Von einer sehr rauen Seite, mit einem speedigen Soundgewand zeigt man sich nun bei „The Killing Speed of Time“. Was diese Stimme soll Fabio gehören? Zu Beginn fast unglaublich aber wahr. Bis dato eine ganz unbekannt Seite des Italieners. Passt aber sehr gut, doch auch einige liebliche Momente wurden eingebaut. Doch der Großteil ist eine etwas härtere Kost. Bei „The Streets of Laudomia“ wurde ein Kurwechsel von 180 Grad durchgeführt und man abreitet hier im gewohnten melodischen Gewässer. Dieses sehr sanfte Melodic Metal Stück wurde mit einigen speedigen Fragmenten angereichert, auch der Bombaststempel wurde deutlich aufgedrückt. „Fly“ ist von der Machart dem Vorgänger sehr ähnlich, jedoch werkelt hier die Formation eher im besonnen Gewässer, auch einige Parallelen zu Helloween’s Album „The Dark Ride“ sind erkennbar. Was aber nicht am Titel des Stücks liegt, nein einfach die düstere Ausrichtung wurde bereits von den Hanseaten durchgeführt und genau im selben Fährwasser werkeln auch Vision Divine anno 2009. Eine ordentliche Rockröhre ist nun „Out in Open Space“ geworden. Erdige Gitarrenriffs wo man hinhört, doch auch viele bombastische und melodische Arrangements kommen hier zum Zuge, selbige wurden kompakt unter einen Hut gebracht. Vor allem der Refrainteil ist einfach eine Wucht und lässt den Genrefan nur eines übrig, nieder knien, um Gnade und mehr betteln. Mit einem lieblichen Kinderglockenspiel eröffnet nun „9 Degrees West of the Moon“. In der lieblichen Ecke bleibt man auch und somit bekommt man nun an neunter Stelle eine sehr sanfte Ballade kredenzt. Regulär ist dies das Ende des Albums, aber mit zwei Bonusstücken hat man noch etwas für die Fans parat. Das Judas Priest Cover „A Touch of Evil“ ist einfach ein Wahnsinn. Man mag zu einer bombastischen Veränderung stehen wie man will. Diesem Stück passt dies bestens, eine ordentlich harte Gewalt mit bombastischen Soundarrangements dröhnt hier aus den Boxen. Wahnsinn was man hier geschaffen hat und wenn man es nicht wüsste könnte man sagen diese ist ein eigene Nummer der Italiener. Abschließend gibt es noch eine Demoversion von „Fading Shadow“. Das Ganze klingt wie ein roh geschliffener Diamant, wobei ich das reguläre Stück auf diesem Output bevorzuge.

Fazit: Geil, geiler, Megageil Vision Divine sind zurück und das stärker denn je. Dem kitschigen Symphonic Metal Gedudel sind sie lange schon entwachsen und mit diesem Output hat man für viele Metal Fans was parat. Dieses Album bekommt einen sehr guten Platz in meiner Sammlung soviel ist sicher.

Tracklist:

01. Letter to My Child Never Born 08:56
02. Violet Loneliness 04:42
03. Fading Shadow 05:20
04. Angels in Disguise 05:16
05. The Killing Speed of Time 04:50
06. The Streets of Laudomia 05:50
07. Fly 04:53
08. Out in Open Space 05:08
09. 9 Degrees West of the Moon 03:56
10. A Touch of Evil (Judas Priest Cover) 05:48
11. Fading Shadow (demo version) (bonus track) 05:17

Besetzung:

Fabio Lione (voc)
Carlo Andrea Magnani (Olaf Thorsen) (guit)
Federico Puleri (guit)
Cristiano Bertocchi (bass),
Alessio „Tom“ Lucatti (keys)
Alessandro „Bix“ Bissa (drums)

Internet:

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Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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