Zanthropya Ex – Notlösung Kopfschuss (Cd)

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Published on August 12, 2011 with No Comments

Band: Zanthropya Ex
Titel: Notlösung Kopfschuss
Label: SAOL / H’Art / Zebralution
VÖ: 2011
Genre: Thrash/Death Metal/Metalcore
Bewertung: 3,5/5
Written by: Robert

Musikhochschulstadt Trossingen? Noch nie gehört, muss man aber auch nicht, ganz anders verhält es sich aber mit den Burschen von Zanthropya Ex, die sollte man schon einmal gehört haben. Menschenverachtender, prügelnder MisanthropicMetal wird von ihnen fabriziert und das ist genau das richtige für all jene die zum Lachen in den Keller gehen right? Völlig falsch, denn ihr brachiales Meisterwerk „Notlösung Kopfschuss“ wird uns mit einem dermaßen drückenden Tempo auf die Trommelfelle gedrückt das man schier den Atem raubt. Gut man ist zwar menschenverachtend, aber so eine Art von Ambient wird dabei eben Gott sei Dank nicht geboten. Vielmehr baut die Truppe auf knackig – groovige Thrash/Death Allüren die man sehr gekonnt als vernichtendes Mordinstrument einsetzt.

Mit arschtretendem Marschtakt werden gleich alle Geschütze bei „Misantrophische Garde“ aufgefahren. Preschend, schneidende Groove Thrash Attacken kommen dabei nicht zu knapp zum Einsatz. Selbige werden durch ganz leichte Grind Verflechtungen verbunden, doch selbige sind im Gegensatz zur Grundlinie klar im Hintertreffen und somit herrscht ein Atemberaubendes Groove Thrash Tempo vor das einem schier die Kehle zuschnürt.

Herrlicher Anfang erschließt sich dem Hörer bei „Deine Welt“, erinnert mich immer stets an „What Dwells Within“ von Bolt Thrower, lediglich flotter vorgetragen. Unbändig in Szene gesetztes Stück, bei welchem weiterhin groovende Thrash Härter vorherrscht. Peitschende Death Allüren mischen sich zwischendurch hinzu, stehen aber ganz klar den thrashigen Vibes ganz klar untergeordnet gegenüber.

Leicht traurig wird nun „Blutbad“ begonnen und dabei versprüht man ein sinnliches, melancholisches Idyll. Dies ist aber eine reine Irreführung, denn bereits nach gut 40 Sekunden greift man wieder kräftiger durch und prügelt unsere Nackenmuskulatur mit schmerzenden Speed Attacken. Dabei wird auch der Fuß vorerst nicht vom Gaspedal genommen. Dennoch gibt es längere, idyllische Stopps, wo eben treffend News von Massakern und Amokläufern als Sprachintro geboten werden. Genau in diesen Passagen zeigt man ein musikalisch toll umrahmtes, trauriges Spiegelbild, bevor man erneut komplett durchstartet. Das dadurch geschaffene Wechselspiel ist sehr gut und Ideenreich umgesetzt worden und weiß selbstredend unglaublich gut zu gefallen.

Bei „Epos Null“ kommt man sich vor wie kurz vor dem Urknall bzw. vor der Apokalypse. Sphärische Töne, mit bedrohlichem Beigeschmack eröffnen und verleihen binnen Zehntelsekunden dem Hörer eine Gänsehaut. Die daraus gestartete, fast schon Orchestrale Richtung die man bis zum Ende hin durchzieht kommt dabei glänzend zur Geltung. Somit ist dieses sehr sinnvolle Zwischenintro absolut grenzgenial, vor allem schon wegen der Stimmungsmache die man dabei durchsickern lässt und man es kaum erwarten kann was gleich folgt.

Selbstredend baut „Endzeit“ auf die vorhin begonnene Stimmung auf. Debil prügelt man und setzt zum infernalen Todesstoß an. Dabei wird es aber nicht zu schlicht, sicher im Gegensatz zu den vorangegangenen Stücken deutlich schlichter – aussagekräftiger, aber dennoch nicht zu subtil. Pfeifendes Gebretter wird als Grundlinie auf einem rostigen, kantigen Tablett geboten und immer wieder mit kernigen, teils holzigen Unterbrechungen sehr gut vermischt.

„Dämon Meiner Selbst“ wird uns mit deutlich mehr Melodieausgeprägter Technik zum Besten gegeben. Dabei kracht man abermals ordentlich aus den Boxen, versetzt dem ganzen aber immer eine klanglich sattere Abrundung.

Der Folgetrack „Nachtschwärmer“ wird mit einer sehr stark orientalischen Note begonnen und solche Starts lassen vor allem meine Wenigkeit immer laut aufhorchen. Dunkel bedrohlicher Eingang, der eben wie erwähnt sich durch das orientalische Element zu einem wahren Hörschmaus entpuppt. Voran schreitet man aber deutlich holzig – groovender. Der perfekte Vierklang aus Melodie – Groove – Grind und thrashige Härte geht wie ein guter Schluck des besten Jahrgangsweins runter. Auch der orientalische Melodieeinfluss blitzt an und ab wieder hindurch und das setzt dem Ganzen die Sahnehaube auf.

Mit einem aufbauschenden Circle Pit lastigen Start wird „Sternenfeuer“ angestimmt und auf diese Technik baut man sehr gut auf. Druckvolle Härte im stampfenden Groove Style wird immer wieder durch durchgreifende Blast Beats zu einem shakigen Inferno wo man so richtig schön umwerkeln kann.

Wer hat sich so etwas in seiner näheren Umgebung nicht öfters schon gedacht! Von was ich rede? Na ganz klar von den Lyriks von „Kranker Wichser“. Leicht Sodom lastig wird ab gerotzt was das Zeug hergibt und dabei wird weiterhin der Fuß fest am Gaspedal gehalten. Somit gibt es weiterhin ordentlich Schmackes zum Abgehen, ja würde sogar sagen, dass man zu solchen Tracks Live ein ordentliche Moshpitrauferei abhalten kann.

Die schlussendliche „Offenbarung“ ist zum Schluss eine gute Beendigung. Nicht nur wegen dem treffenden Titel. Nein man wird mit idyllischen Klängen aus dem Album hinausbegleitet, die richtiggehend eine entspannte Stimmung schaffen.

Fazit: Die Jungs beweisen, nur weil man deutsche Lyriks hat, heißt das noch lange nicht dass dies fad wird. Einschneidend wird hier eine Groove Thrash Attacke der besonderen Art geliefert und dabei wirkt man einerseits nicht zu banal, aber andererseits, durch etliche Klangideen wirkt man auch nicht zu überzogen. Ein gutes Mittelmaß das man hier gefunden hat, ein glänzendes Album für all jene Groove Thrasher die gerne um wüten. Für diese Animation ist die Musik genau zu Recht gezimmert worden.

Tracklist:

01. Misantrophische Garde
02. Deine Welt
03. Blutbad
04. Epos Null
05. Endzeit
06. Dämon Meiner Selbst
07. Nachtschwärmer
08. Sternenfeuer
09. Kranker Wichser
10. Offenbarung

Besetzung:

Schinder Papst (voc)
JenZo (guit)
Marcello Salazar (guit)
Krigshetsare (bass)
Lörk (drums)

Internet:

Zanthropya Ex @ Facebook

Zanthropya Ex @ MySpace

About Robert

Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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