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Cd Release Party
feat. Trashcanned, Replica, Basanos, Lost Vital Spark, Relinquished & Neania
05.06.2010 Stadtwerkstatt Linz
Die Marchtrenker Replica hatten etwas zu feiern und zwar den Cd Release ihres Outputs „Choose Between the Devil and the Deep Blue See“. Natürlich folgt man einer Einladung zu einer Release Party liebend gerne. Die Stadtwerkstatt hatte man kurzerhand angemietet, um gemeinsam mit den Fans, als auch weiteren qualitativ hochwertigen Bands das Ereignis kräftig zu feiern. Recht früh war ein Duo des Metal Underground vor Ort, um auch ein Interview mit Replica zu führen.
Neania
Das Projekt Neania stand eigentlich nicht am Programm Flyer, umso mehr waren wir dann verwundert dass, das Duo um 2045 Uhr, als wir vom Interview kamen bereits heftig am Brüllen war. Auch wenn Screamo Core jetzt nicht unbedingt unsere bevorzugte Stilrichtung ist, hatte das Duo etwas. Elektronische Vibes ratterten im Hintergrund und das Zwillingsduo kreischte, grölte und grunzte nach Leibeskräften dazu. Mag man dazu stehen wie man will es hatte durchaus seinen Reiz, so verwunderlich das auch klingen mag. Das Projekt ist dazu auch noch neu und wir glauben dass die Mannschaft hier sich noch etwas orientieren will. Recht zwiespältig waren dann auch die Resonanzen seitens der Besucher. Für die einen unverständlich, für die anderen wieder eine gute Unterhaltung war da auszumachen. Die gut in etwa 20 Minuten konnte man gut nutzen um einen Eindruck in die Idee des Projekts zu geben. Wie sich das entwickeln wird bzw. etablieren wird, wird man wohl noch sehen bzw. hören.
Der erste offizielle Act des Abends waren nach einer kleinen Umbauphase und einem Line Check die Tiroler Relinquished. Gänzlich unbekannt, so schien es war man dem Linzer Publikum, so kamen auch etliche Fans erst nach und nach in die Gänge. Lieber vorerst Abstand halten und warten was da kommt war wohl die Devise einiger Besucher. Die Melodic Deather gaben sich aber keine Blöße und legten sich spieltechnisch mächtig ins Zeug. Ganz gut war auch dann das Resultat was durch die Boxen gejagt wurde. Besonders hervorzuheben sind hier etliche progressive Schübe die man an und ab immer wieder anstimmte. Sorgte im Gegensatz zu den doch sehr kräftigen Death Metal Linien für eine glanzvolle Bereicherung. Von der Stimmung her war man eher gemütlich aufgelegt, was man auch an den Ansagen des Fronters Sebastian Bramböck entnehmen konnte. Unglaublich welch ein Unterschied hier zwischen der normalen Stimme und dem gleich immer wieder infernalen Gebrülle besteht. Fast schüchtern wirkte der Ebbser und belehrte uns wenige Sekunden später wieder eines besseren. Ein richtige Death Metal Messe wurde hier von ihm zelebriert. Auch wenn das Stageacting (kann auch aufgrund der kleineren Stage liegen) etwas verhalten und steif war, konnte man dennoch gut das Material präsentieren. Auch diese Truppe hat was zu feiern, das steht aber noch aus. Zumindest waren einige Tracks vom bald erscheinenden Album „Susanna Lies In Ashes“ (VÖ 15.06.2010) dabei und so konnte man sich vorerst mal live einen Eindruck verschaffen was uns hier auf dem Silberling erwarten wird. Sebastian Bramböck (voc) Anton Keuschnick (guit), Simon Dettendorfer (guit), Florian Vonach (drums) und dem von unserem Earshot Kollegen bezeichneten Bass Hobbit (original Basser Patrick Kösselbacher spielte am selben Abend mit Deathplagued in Lienz) spielten sich die Finger wohl wund, aber so richtig schmelzen wollte das Eis zwischen ihnen und dem Publikum nicht. Zwar beklatschte selbiges ganz artig jeden Track, aber zu mehr konnte man die Audience nicht animieren. Schade eigentlich, zumindest hatte man sich wohl an diesem Abend einen Namen erspielt und beim nächsten Besuch werden wohl einige mehr zu den Klängen der Tiroler Unterlandler mitmachen.
Den Heimbonus konnten nun gleich im Anschluss die Jungs von Lost Vital Spark nutzen. Lange ist es her dass meine Person betreffend von der Truppe etwas gehört hatte. Im Netz findet man zahlreiche Infos die den Stil der Oberösterreicher als Melodic Death Metal titulieren, aber da alleine steht bzw. stand nicht alleine auf dem Speiseplan den man uns bot. Vielmehr war das eben genannte ein Haupteinfluss, welcher aber reichlich modern und streckenweise durch eine Vielzahl von Core Shouts und Elementen angereichert wurde. Viele Besucher drängten nun in den Veranstaltungsraum und gingen ordentlich ab zu den Klängen dieser Formation. Das gefiel den Jungs auf der Stage und umso mehr legten sie sich ins Zeug und boten dabei eine Show an der es nichts zu meckern gab. Lange wurde nicht gefackelt, und ruck zuck knallte man uns einen Track nach dem anderen vor dem Bug. Eingefleischten Die Hard Fans (in den vorderen Reihen postiert) versüßte man damit glanzvoll den Abend. Auch wir waren nicht abgeneigt was hier durch die Boxen gejagt wurde, zumal man auch viel Spielfreude an den Tag legte und eine gute Stimmung dadurch erzeugte, die auch bis zum Ende hin kaum abflaute. Das man da natürlich auch eine Zugabe spielen musste war klar und gerne erfüllte man uns diesen Wunsch. Da darf man wohl gespannt sein was uns in Zukunft von dieser Truppe erwarten wird.
Auf die Groove Metaler aus Wien, Basanos habe ich mich persönlich am meisten gefreut. Schon das Material auf Cd ist einfach ausgedrückt GEIL, das man aber noch Live technisch so einen drauf legen konnte (zumindest bei mir) hätte ich weniger erwartet. Vorerst begutachteten die Linzer die Wiener mit einiger Skepsis bzw. Vorsicht. Doch bereits nach einigen Songs waren die Besucher gnädig und feuerten die Band auf der Stage kräftig an. Jochen Hagl (voc), Roman Skomar (guit), Wolf-Dieter Vogl (bass) und Moritz Rauter (drums) legten eine Energie geladen Show aufs Parkett. Vor allem der Frontmann hatte viel Blut geleckt und war eifrig am Grölen aber auch am werkeln damit das Publikum mehr mitging. Die Rechnung schien aufzugehen, vor allem als man das Sepultura Cover „Refuse/Resist“ zockte hatte man bei vielen Fans ein Stein im Brett. Sehr gut dar geboten legte man gleich wieder mit einigen Nummern aus dem Eigenrepertoire nach. Die Band ließ ganz einfach nichts anbrennen und rotzte ihre Songs mit viel Charme, teils Kompromisslosigkeit und teils Aggressivität runter. Hinzu kam ein schön drückender, kräftiger Sound und vor allem die Hauptzutat, viel Groove. Sicherlich hätte man locker das Ganze runter zocken können. Doch für solche Allüren sind die Wiener nicht zu haben, wo sie auftreten ist eines ganz gewiss, SPIELFREUDE an allen Ecken und Enden. Durch die Bank hatten alle Mitglieder viel Spaß am Spielen und so war es auch kaum verwunderlich das schlussendlich auch viele Besucher, genauso wie wir begeistert waren von dem was hier zu hören, als auch zu sehen war. Ein sehr gelungener und unterhaltsamer Auftritt ging einfach viel zu schnell vorbei und so war man dann auch gleich mit „In This Second“ dabei sich zu verabschieden. Doch solch ein Auftritt muss einfach mit einer Zugabe unterstrichen werden. So erfüllte man uns diesen Wunsch auch dann und somit knallte man noch mit einer Wucht „This Hate“ vor den Bug, bevor man endgültig das Arbeitsgerät ausstöpselte. Da kann man nur hoffen das Basanos sich in Zukunft im Westen nicht rar machen und bald mal wieder in der Nähe aufgeigen werden.
Nun war es aber Zeit, dass der Gastgeber auf die Bretter stieg. Lange ließ man die nun bis zum Bersten gefüllte Stadtwerkstatt nicht warten und mit einem Hechtsprung zockten die Marchtrenker gleich los. Energie, Energie und nochmals mehr Energie haben die Jungs intus. Obwohl man einen harten Vortag hatte (man spielte nämlich im Freiraum St. Pölten) merkte man Alexander Krumenacker (voc), Stefan Aschauer (bass), Roman Wallner-Silberhuber (guit) und Martin Krumenacker (drums) nichts von alledem an. Routiniert und mit viel Geschwindigkeit drückten die Jungs vom Fleck weg auf die Tube. Das Ereignis konnte man bestens Feiern und viele alte, als auch neue Fans waren ebenfalls nach dem ersten Track vollends begeistert was sich hier abspielte. Frontgaul Alex war einmal mehr kaum zu bändigen und hechtete wieder mit viel Elan über die Bühne und brüllte sich alle Innereien raus. Obwohl die Stage etwas kleiner war nutzte man jeden Quadratzentimeter und ackerte ein Set runter die uns quer durch die Schaffensphase dieser alteingesessenen Marchtrenker Metal Truppe führte. Natürlich nutzte man die Gunst der Stunde um das neue Material fast vollständig live zu präsentieren, aber auch alte Gassenhauer servierte man uns mit einer Explosion, welche von langen Nachwehen geprägt waren. Das zum Feiern aufgelegte Publikum gab ihrerseits ordentlich Stoff und bejubelte jeden einzelnen, gottverdammten Song. Die Temperatur der Stadtwerkstatt erreichte finnische Saunatemperatur und viele Fans sah man Schweiß gebadet rum toben. Kein Wunder, denn das Material von Replica ist einfach zum kompletten Ausrasten konzipiert und dementsprechend ging auch der Mob, trotz der Platzknappheit um. Coole Sache wenn man so den Einstand des neuen Albums live feiern kann. Einige Besucher enterten auch kurzerhand die Bühne und wollten auch diese nicht mehr so schnell verlassen. Unter dem Motto ganz egal was kommt wir zünden die Bude weiterhin an wurde weiter gemacht. Glänzend wurde hier jedes einzelne Stück vorgetragen und auch vom Sound her konnte man diese genussvoll aufnehmen. Kurz hielt man stets inne um sich bei Gott und der Welt zu bedanken doch schon herrschte aber wieder heftiger Klamaukalarm und es wurde weiter gebrettert was die Reserven noch hergaben. Denke mal mit so einem Zuspruch wie an diesem Abend hätten selbst die Replica Jungs nicht gerechnet. So wollte man die Jungs einfach nicht zur Ruhe kommen lassen und forderte immer weitern nach mehr Songs. „Death In Fire“ ein Track von der ersten Demo 2004 wurde oftmals laut gefordert. Dennoch einigte man sich auf anderen Songs um nachzulegen. Schlussendlich hinterließ man nach der Zugabe ein erschöpftes Publikum das sich nach draußen aufmachte um vor der Stadtwerkstatt weiter zu feiern.
Vor einem gähnend leeren Veranstaltungsraum mussten nun Trashcanned den Abend beenden. Schade eigentlich, denn die Truppe ist sehr gut. Ob Live oder auf Cd man bekommt auch von diesen Niederösterreichern stets das Beste und das mit viel Tempo vorgetragen. Etwas vor den Kopf gestoßen (so schien es) bestiegen die Herrschaften die Bühne und gaben sich keine Blöße. Auch diese Mannschaft hätte gerne das neue Material vom „Key to Paradox“ Silberling mehreren Leuten präsentieren wollen, aber viele waren dazu einfach nicht mehr bereit oder nicht mehr dazu aufgelegt. Das muss ganz schön frustrierend gewesen sein. Dennoch hielt man wacker durch und erkämpfte sich beim verbliebenen Rest einen guten Platz. Sicher nicht das Gelbe vom Ei aber was soll da machen. Gerne hätten wir weiterhin der Truppe gelauscht, doch sehr spät war es geworden und eine lange Heimreise stand uns noch bevor. Schade, vielleicht kommt man in Bälde wieder ins westliche Österreich und kann dann erneut vor einer gut gefüllten Halle mit mehr Zustimmung aufgeigen.
Für Euch vor Ort waren Robert & Rosi
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