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Cyring, Edgedown & The Morphean
22.01.2011 Casino Rockbar St. Johann im Pongau
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Am letzten Samstag gastierte in der Casino Rockbar erneut eine kunterbunte Mischung. Zwischen Death, Power und Thrash war diesmal die Genreauswahl getätigt worden. Das rief natürlich viele Leute in die Bar und diesem Ruf folgten selbstredend einige. Bereits zur Frühen Stunde hatten sich viele versammelt um ja keine Band zu verpassen.
Es wundert mich immer was aus jungen Truppen wird deren Vorwärtsweg ich über die Jahre hinweg verfolge. Eine davon sind die Burschen von The Morphean, als ich sie das erste Mal live erleben durfte spielten sie genau vor fünf Leuten. Schon damals war genau ersichtlich das diese Band zu höherem berufen ist. Das man aber an diesem Abend eine solche Death Metal Wand im leichten Göteborg Style auffahren würde, mit dem hätte ich auch nicht gerechnet. Bereits nach „Manic Hate“ und „Halo“ hatte man eine breite Schar vor der Bühne und diese gaben dabei nicht zu knapp Stoff. Solche Aktionen ermuntern immer wieder und stacheln natürlich an die Betriebstemperatur nach oben schnellen zu lassen. Bernhard Biermayr hat sich zu einem sehr aussagekräftigen Frontmann gemausert, der nicht nur sein Stimmorgan gut geölt hat, nein auch der Kontakt zum Publikum kam nicht zu knapp zum Einsatz. Selten erlebt man eine solche Kraft von Underground Bands, das dies durchaus nicht alle betrifft das unterbreitete er mit seinen Mannen. Denn weiterhin wurde eine Death Metal Maschinerie aufgefahren die einen ganzen Urwald hätte abholzen können. Obwohl man etwas wenig Platz auf der kleinen Bühne hatte wurde jeder Quadratzentimeter genutzt um auf sich aufmerksam zu machen und so stand der fortschreitenden Death Metal Party nichts im Wege. Selbige wurde nun mit „The Burning Truth“, „Bastard Machine“, „Aberration“ und „Slavery“ weiter voran getrieben. Dabei wurden uns auch Schmankerl geboten die erst beim nächsten Longplayer drauf sein werden. Eines ist fix, die Feuertaufe haben sie an diesem Abend prächtig überstanden und auch die Fans vor der Bühne hatten viel Freude mit dem Material welches ihnen um die Ohren geschleudert wurde. Nach „Show your Scars“ und „Uncovered Faces“ war aber dann auch schon der Zeitpunkt gekommen Lebe wohl zu sagen. Schade, denn viele Leute waren auf eine Zugabe eingestellt. Wie auch immer in den knapp 30 Minuten bekamen wir alle die Death Metal Vollbedienung und das offerierte das The Morphean mittlerweile zur Death Metal Speerspitze gehört.
Die nächsten im Bunde waren die bayrischen Edgedown. Meine Wenigkeit hatte ja bereits das Vergnügen euch die Demo EP vorzustellen. Jedoch saß ich auf Nadeln, denn wie würden die Jungs live klingen und die Frage stellte sich auch wie würde ihr Power Metal beim St. Johanner Publikum ankommen. Nach „In a Dream“ waren alle meine Zweifel abgelegt, denn vor der Bühne spielte sich eine Szenerie ab mit der ich niemals gerechnet hätte. Eine amtliche Party, als auch die Band wurden nach allen Kräften gefeiert. Frontmann Andi Meixner unterbreitete das er nicht nur ein sympathischer Zeitgenosse ist mit dem man auch abseits der Bühne viel Spaß haben kann, nein auch on Stage bewies er seine Entertainer Qualitäten. Es ist mir noch nie aufgefallen, aber an jenem Abend kam er mir vor wie eine langhaarige Version eines Jack Black. Mit viel Energie preschte er gemeinsam mit seinen Kollegen dahin und dabei konnte man von Song zu Song noch mehr den Partypegel anheben. Zwischen Iron Maiden lastigen Melodien und sattem Power Metal Gebretter wurde quer durch gewechselt und trotz der doch eher simplen Rhythmik konnte man technisch versierte Leckerbissen auf dem Silbertablett servieren und das nahmen die Fans als Ansporn sich vollends zu verausgaben. Unglaubliches Potential welches in den Jungs steckt und somit bewies man das man kurz, jenseits der Grenze im benachbarten Freilassing den Metal noch etwas anders auslebt. Durch gute Zusammenarbeit entpuppte sich die Mannschaft als Steckenpferd in Sachen Power Metal Made in South Bavaria. Obwohl ja eigentlich Salzburg eher dafür bekannt ist das die Fans eher Musik der härteren Gangart bevorzugen war von alledem an diesem Abend nichts zu merken. Eher im Gegenteil vor der Bühne wurde eifrigst gebangt was alle Energien hergaben. Das wusste der Band zu gefallen und somit strahlten Andi Meixner (voc), Michael Zebhauser (guit), Mathias Gaßner (guit), Stefan Rehrl (bass) und Neuerwerb hinter der Schießbude Peter wie die Honigkuchenpferde. Wenn man schon eine Zugabe spielt dann eine ordentliche oder? So war es denn auch als alle Geschosse schlussendlich abgefeuert wurden. Dass man aber speziell mir das Ronnie James Dio Cover „Holy Diver“ widmete machte mich dann doch etwas verlegen. Wie auch immer meine Wenigkeit, als auch die Musikliebhaber vor der Stage waren sichtlich beeindruckt mit welcher Klasse dieser Hit des leider viel zu früh verstorbenen Gesangsgott präsentiert wurde. Du lieber Olli, oder sollte es besser du lieber Andi heißen? Unglaublich mit welcher Präzision man jeden Ton traf und das mit viel authentischem Flair. Von mir aus hätte es wohl ewig weiter gehen können, doch schon stand die nächste Truppe in den Startlöchern.
Meine Person betreffend hat es aufgehört die zahlreichen Auftritte zu zählen bei denen ich in den Live Genuss von Cyring gekommen bin. Niemals wurde ich von den Burschen enttäuscht, ganz im Gegenteil immer wieder wurde ich von neuem überzeugt das die Jungs einfach ein technisches Know How besitzen das viele Bands erblassen lässt. Obwohl sich an diesem Abend die Fans bei den beiden voran gegangenen Truppen ordentlich verausgabt hatten, ließen es sich selbige nicht nehmen noch einmal alle Reserven zu rekrutieren um der letzten Band des Abends ordentlich Tribut zu zollen. Vor der Bühne hatte sich einmal mehr eine breite Maße vereint um jeden gottverdammten Ton der Kapelle mitzubekommen. Auch Kollege Hänsi war einmal mehr dermaßen schwer begeistert dass er nur mehr ein knappes „verdammt und diese Jungs haben keinen Labeldeal, unverständlich, absolut unverständlich!!!“ raus brachte. Gebe dem werten Redaktionskollegen hiermit nur zu gerne recht, denn diese Truppe hat sich weit über den Undergroundteller hinaus gespielt und ist auch im Pinzgau keine unbekannte Truppe mehr. Somit konnte man nach den ersten Tracks mit Sicherheit sagen Mission im Pongau accomplished, denn auch hier fraßen die Besucher des Abends binnen Sekunden der Truppe aus der Hand. Vom Spielstil her gesehen sind sie ihren Freunden von Edgedown nicht unähnlich, allerdings wird streckenweise eine deutlich härtere Gangart eingeschlagen. Auch technisches Gitarrengefrickel kommt ausgewogen, aber nicht zu knapp zum Einsatz. Normalerweise nerven solche Sologänge eines Axtmannes, doch Rupert Hagenauer hat ein bodenständiges auftreten und entfernt sich nicht etwa egoman von seinen Kollegen. Gutes Zusammenspiel ist das um und auf bei Cyring und das präsentierte man ein weiteres Mal. Mau (bass & voc) ist zwar off Stage ein sehr ruhiger Typ, aber auf der Bühne zeigte er welche Bestie in ihm steckt. Zwischen idyllischem Gesang und Thrash artigen Shouts hat der Jungs eine gute Vocalakrobatik drauf und genau diese bunte, ausgewogene Mischung macht den Sound aus, mit dem die Freilassinger locker überzeugen können. Mit vereinten Kräften wurde eine Rakete nach der anderen ohne lange Umschweife ins Publikum gepfeffert und selbiges honorierte dies mit einem guten, lauten Feedback. Eigentlich waren zum Ende des Auftritts richtiggehen fertig, aber als die Zugabe mit dem Metallica Klassiker „Master of Puppets“ angekündigt wurde, war noch einmal so richtig der Bär los vor der Stage. Ja solche Abende werden wohl allen in Erinnerung bleiben und das in ewiger, so auch unseren Vertretern der Redaktion.
Konzert Bilder
Für euch vor Ort waren Hänsi, Trolldom, Much und Robert
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