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Edguy, Kottak & Steel Engraved 22.10.11 Messehalle Straubing

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Edguy, Kottak & Steel Engraved
22.10.11 Messehalle Straubing

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Es ist schon wieder über ein Jahr her, seit ich Tobias Sammet und seine eigentliche Hauptband Edguy das letzte Mal gesehen habe. Seit diesem Auftritt am Wacken Open Air ist aber bei den Jungs aus Fulda doch einiges passiert. Nicht nur dass Herr Sammet mit seinem Soloprojekt Avantasia durch die Welt gezogen ist und auch eine DVD veröffentlicht hat, auch die Band war nicht untätig und hat mit The Age Of The Joker ein durchaus gelungenes und erfolgreiches Album veröffentlicht. Nun war es an der Reihe, die neuen Songs auch Live zum Besten zu geben und dafür haben die 5 Jungs aus Hessen auf der aktuellen Tour quer durch Europa leider keinen Stopp in Österreich geplant. So ging die Reise ins doch noch so weit entfernte Straubing, wo Edguy eines der letzten Konzerte der Tour in der dortigen Messehalle absolvierten.



Los ging es pünktlich um 19 Uhr mit dem ersten Support des Abends, Steel Engraved. Die Jungs aus Passau konnten beim in den ersten Reihen bereits zahlreich anwesenden Publikum (bei der Größe der Messehalle kann man da nur von den ersten Reihen sprechen) mit ihrem Heavy Metal durchaus punkten. Die Songs, unter anderem auch vom aktuellen Album Stage Of Siege, waren durchaus nicht schlecht, wobei in den wirklich gelungenen Refrains vielleicht ein paar Backing-Vocals zur Unterstützung des sonst wirklich in guter Form befindlichen Fronthünen Marco vielleicht noch das gewisse Etwas in die Songs gebracht hätte. Auch musikalisch haben die Jungs doch einiges drauf und erinnern teilweise etwas an Brainstorm oder auch Stratovarius. Nach einer halben Stunde war der Auftritt von Steel Engraved aber wieder zu Ende, es wurde Zeit für einen Mann, der eigentlich normalerweise eher als Headliner in größeren Hallen auf der Bühne steht.



James Kottak ist ja vielen vielleicht besser bekannt als der Schlagzeuger der Scorpions. Dass der Amerikaner aber auch noch ein Soloprojekt am Start hat, in dem er nicht mit Klaus Meine oder Rudolph Schenker zusammenarbeitet, ist wahrscheinlich nicht so vielen bekannt. Um dies natürlich auch in Europa der breiteren Masse bekannt zu machen haben die Jungs von Edguy, die ja im letzten Jahr mit den Scorpions unterwegs waren, James und seine nach ihm benannte Band Kottak mitgenommen. Der hauptberufliche Drummer ist in dieser Band als Gitarrist und Sänger am Start und versucht doch sofort das Publikum in seinen Bann zu bekommen. Dies gelingt ihm zwar im Laufe des Konzertes immer besser, so ganz zufrieden mit dem Gebotenen kann man aber auch nicht sein. Mit seiner Band bestehend aus Stephanie Smith an der Gitarre und den Backing Vocals, dem Deutschen Nils Wandrey (der Straubing gleich mal mit Straubingen begrüßte) am Bass und an den Backing Vocals, sowie Francis Ruiz an den Drums (er durfte auch für ein von Stephanie gesungenes Stück für James Kottak Platz hinter den Kesseln machen), spielte der Mann aus den USA sich quer durch ein Set aus eigenen Songs und einem Scorpions-Cover Song, was alles zusammen eher in eine punkigere Richtung als eine metallische Richtung ging. Nach ca. 45 Minuten machte man aber dann doch Platz für den Headliner des Abends.



Tobias Sammet, Jens Ludwig, Dirk Sauer, Tobias Exxel und Felix Bohnke, auch unter dem Namen Edguy bekannt, betraten unter tosendem Applaus nach einer gut 30-minütigen Umbaupause die Bühne. Vor der Bühne wurde es jetzt wirklich eng und man wusste sofort, warum die Menschen gekommen waren. Zwar wirkte die Halle an den Seiten und im hinteren Bereich doch sehr leer, dies lag aber wohl daran, dass die Joseph-von-Frauenhuber-Halle einfach zu groß für ein Konzert in dieser Größenordnung ist. Da dies ja die Tour zum aktuellen Album, The Age Of The Joker ist, war irgendwie klar, dass sich der Großteil der Setlist wohl auf dieses genannte Album konzentrieren wird. So ging es auch gleich mit dem Doppelpack Nobody’s Hero und The Arcane Guild ehe man doch zu einem älteren Werk, Tears of a Mandrake vom Album Mandrake zurück kam. Sammet präsentierte sich wie immer super bei Stimme und auch seine Ansagen waren wie immer eher auf der weniger ernstzunehmenden Seite. Der nächste Doppelpack vom aktuellen Album folge mit dem grandiosen Pandora’s Box, bei dem Gitarrist Jens eine auf einem Keyboardständer befestigte Resonator-Gitarre bediente, und dem etwas schnelleren Rock Of Cashel. Nach einem weiteren Klassiker der Band, Lavatory Love Machine, und dem „progessiven“ Behind The Gates Of Midnight World kam es jedoch zu einer etwas speziellen Idee, die uns Tobi und Konsorten hier vorführten. Der Sänger fuhr auf einmal auf Höhe des Technikerpults mit einer verzierten Hebebühne in die Höhe und sang von dort aus den Song Superheroes. Nach der aktuellen Single Robin Hood (während dieser Tobi auch mal die Gestik und auch die Sprüche von Bob Catley oder Bruce Dickinson zum Besten gab) konnte auch Felix Bohnke einmal zeigen, dass er nicht umsonst von Tobi als Live-Drummer für sein Allstar-Projekt Avantasia ausgewählt wurde. Man kann von Drum-Soli halten was man will, ich finde es schade, dass deutsche Power-Metal Bands (zum Beispiel Halloween oder auch Axel Rudi Pell) ihre Spielzeit dadurch immer wieder in die Länge ziehen müssen. Mit Vain Glory Opera, dass Edguy ja von Europe geklaut hat (wie uns Tobi schön erklärte) endete dann schon das reguläre Set der Jungs aus Fulda, die jedoch noch für das ruhigere Lands Of Miracle und die Bandhymne King Of Fools noch für zwei Songs zurückkehrten.

Ein gelungener Abend geht zu Ende, an dem Edguy uns doch gezeigt haben, dass sie doch zur Spitze der deutschen Power Metal Szene gehören. Man kann zwar jetzt nicht mit der Live-Qualität von Tobi’s Soloprojekt Avantasia mithalten, schafft es jedoch gekonnt die neuen Songs umzusetzen und auch bei alten Songs eine hohe musikalische Qualität zu halten. Die Vorbands waren zwar durchaus okay, konnten jedoch mit Edguy nicht wirklich mithalten. Am Ende bleibt jedoch immer noch stehen, dass die Tickets für die Abendkasse für dieses Event mit 34 € doch relativ hoch ausgefallen sind. Die Halle ist zwar super geeignet, doch einfach viel zu groß. Vielleicht hätte man es ja mit einer kleineren Halle geschafft auch den Ticketpreis etwas zu drücken. Ansonsten Edguy – jederzeit wieder, Messehalle Straubing – jederzeit wieder.


Setlist:

01. Nobody's Hero
02. The Arcane Guild
03. Tears of a Mandrake
04. Pandora's Box
05. Rock of Cashel
06. Lavatory Love Machine
07. Behind the Gates to Midnight World
08. Superheroes
09. Robin Hood
10. Drum Solo
11. Ministry of Saints
12 Vain Glory Opera

Zugabe:

13. Land of the Miracle
14. King of Fools


Konzert Bilder


Für euch vor Ort war Chris Egger

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