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Interview by Robert Huber
RH: Hallo Michi würdest du dich bitte mal den Metal Heads vorstellen.
MH: Gerne. Ein ganz unbedarfter bin ich ja nicht. Vor Jahren habe ich die beiden Webzines Metal News Austria und Noise Factor gegründet. Musste diese dann aber irgendwann aus zeitlichen Gründen aufgeben. 2004 habe ich den Tribute to Rage Sampler (Back in time) veröffentlicht bei dem ich mit mehr als 20 österreichischen Bands zusammen gearbeitet habe. Daneben habe ich über die Jahre eine Menge an Underground Shows im ehemaligen Planet Music veranstaltet aber auch Shows mit Rage, Grave Digger, Brainstorm, Hollenthon, Sabaton, Firewind, Iron Savior und einigen anderen. Und dann natürlich das Headbangersball Benefiz.
RH: Am 05.06.2010 findet nach zweijähriger Pause eine erneute Runde des Headbangersball satt. Wie laufen bis dato die Vorbereitungen?
MH: Da ich so etwas ja nicht zum ersten Mal mache läuft alles Rund. Wobei das ja nie eine One man Show ist. Das alles so gut läuft habe ich vielen beteiligten zu verdanken. Der Grafiker liefert die Flyer & Plakate, Andi Appel von Resonance unterstützt und bei der Promotion, die Bands bereiten Ihre Auftritte vor. Aber so richtig wird es nie langweilig, tight - heiß wird es immer erst in den letzten 3 bis 4 Wochen. Bis jetzt hatte ich hauptsächlich mit Werbung, Planung und Koordination der Bands und Gastkünstler zu tun.
RH: Kurz um Line Up. Welche Bands werden heuer auf die Bretter steigen.
MH: Als Headliner haben wir auch dieses Mal wieder Sequoia Dendron dabei die, wie schon beim letzten Mal, ein komplettes Set speziell für diesen Abend einstudieren. Dabei wird es dieses Mal wieder Metal Cover Songs von Iron Maiden über Accept bis Killswitch Engage geben. Und natürlich eine gehörige Portion RAGE da wir ja mit Peavy Wagner und Victor Smolski die zwei Masterminds hinter RAGE als Gastkünstler begrüßen dürfen. Mit Gerhard und seiner Band verbindet mich ja schon eine lange Zusammenarbeit.
Noch viel mehr freut mich aber, dass ich dieses Mal auch eine Menge andere hochkarätige Bands für die Idee eines Metal Benefizkonzertes begeistern konnte. Folterkammer und The Dragonslayer Project dürften ja den Meisten Wiener Metal Fans bereits ein Begriff sein. Aber ich denke mit Waking Past und Sirens Cry haben wir noch zwei weitere ganz heiße Eisen im Feuer.
RH: Auf welche Bands freust ihr du dich persönlich am meisten bzw. welche Band im speziellen wenn es sich zeitlich vereinbaren lässt schaust du dir an.
MH: Als langjähriger RAGE Fan ist natürlich der Auftritt von Peavy und Victor eines der Highlights des Abends für mich. Aber ich kann jetzt beim besten Willen nicht behaupten, dass ich mich auf eine Band mehr freue als auf die andere. Wobei ich schon wirklich gespannt auf die Auftritt von Folterkammer, Waking Past und Sirens Cry bin da ich diese Bands noch nie Live gesehen habe. Da kenne ich bisher nur Studio Aufnahmen. Ansehen werde ich mir an diesem Abend alle Bands. Auch wenn es sicherlich nicht möglich sein wird alle Auftritte komplett zu sehen. Abgesehen vom Headbangersball freu ich mich dieses Jahr schon mal auf das Rock the Lake Festival in Kärnten wo sich gleich einige Bands tummeln auf die ich mich freuen.
RH: Nach welchen Anhaltspunkten hast du das Line Up zusammengestellt.
MH: Grundsätzlich mache ich gerne etwas mit Bands die ich auch selbst gerne hören / sehen möchte. Bei den Bands die dieses Kriterium einmal geschafft haben, stellt sich dann natürlich die Frage ob die Chance besteht, dass Sie für das Publikum interessant sind. Denn ein Benefiz macht nur dann Sinn wenn auch ordentlich viele Leute kommen damit wir eine schöne Spenden Summe zustande bringen. Und nur weil mir eine Band gefällt ist noch lange nicht gesagt das auch andere Leute das so sehen.
Ich sage da nur Iron Savior. Die waren wohl die größte Fehleinschätzung die ich Veranstaltungstechnisch jemals hingelegt habe ;-)
Und dann muss natürlich die Band noch Interesse an einem Auftritt haben. Und da möchte ich allen 5 Bands ein riesen Lob und meinen Respekt aussprechen. Alle waren sofort von der Idee begeistert und haben ohne lange Diskussionen zugesagt. Ich denke das wir, aus heutiger Sicht, nur schwerlich ein besseres Line Up zustande bringen hätten können.
RH: Wie bist du eigentlich darauf gekommen dies Veranstaltung zugunsten der Kinderkrebshilfe auf die Beine zu stellen
MH: Die Idee für ein Benefiz kam schon beim ersten Headbangersball von mir. Die Lorbeeren die Kinderkrebshilfe ausgewählt zu haben muss ich jedoch an Gerhard von Sequoia Dendron übergeben. Die Ursprüngliche Idee kam damals von Ihm. Und nachdem diese Idee aufkam haben wir ca. 5 Sekunden gebraucht bis wir uns einig waren. Das war kein langes Überlegen sondern eine spontane Entscheidung die sich vom ersten Moment an einfach richtig angefühlt hat.
RH: Was ist dein persönlicher Antrieb
MH: Für ein Benefizkonzert ? Ich glaube irgendwann war einfach der Punkt erreicht wo ich einmal was anderes machen wollte. Persönlich finde ich das es der Metal Szene sicherlich gut tun würde wenn mal öfter ein Zeichen gesetzt wird das man Harte Musik und einen guten Zweck kombinieren kann. Neben dem Headbangersball gibt es da in Österreich eigentlich nur mehr das Metal for Fairness.
RH: Kleine Frage am Rande, wieso kam es zu einer zweijährigen Pause?
MH: Ursprünglich war der Headbangersball als eine einmalige Sache gedacht. Wir haben in der Zwischenzeit immer wieder einmal darüber nachgedacht einen zweiten Durchgang zu starten. Aber erst im Sommer 2009 war dann die Zeit reif dafür. Da hatten wir das Gefühl, das wir die Show machen könnten ohne uns selbst zu kopieren. Dabei sollte man nicht vergessen dass so eine Show eine Vorlaufzeit von gut einem Jahr hat. Von der ersten Idee, über die Bandauswahl, Terminsuche bis zur endgültigen Show. Also so etwas alle 6 Monate zu machen würde sich auch mit den beruflichen Verpflichtungen aller Beteiligten nicht vereinbaren.
RH: Gib uns einen kleinen Einblick über Running Order und Zeitablauf des Tages
MH: Die Running Order ist inzwischen ja auch auf unserer Homepage www.headbangersball.info zu finden. Wichtig war uns das alle Bands eine ordentliche Spielzeit bekommen, das ist auch der Grund warum der Einlass bereits um 18 Uhr 30 und der Beginn um 19 Uhr ist. Ich bin kein Freund von 15 oder 20 Minuten Alibi Auftritten und finde das ist weder den Bands noch den Fans gegenüber fair. Deshalb spielen alle Bands gut 40 bis 45 Minuten. Nur für den Headliner mussten wir etwas mehr Zeit einplanen da wir immerhin 4 Gastkünstler dabei haben und dadurch die Spielzeit unweigerlich etwas länger wird. Aber ich denke darüber wird uns keiner Böse sein.
RH: Alleine wird man das natürlich nicht über die Bühne bringen können. Wer hilft dir die Veranstaltung aufzuziehen bzw. abzuwickeln?
MH: Im Großen und Ganzen besteht das Team aus mir und Gerhard. Wir machen das ganze organisatorische. Aber ganz ehrlich. Ohne die Bands, Gastkünstler, Techniker, Securities usw. ginge gar nichts. Das Kern Team sind also 2 Leute. Wenn man aber alle mitrechnet, die an so einem Tag dann alles geben um den Fans die vor der Bühne stehen die bestmögliche Show zu bieten, dann sind das rund 40 Leute die da im Einsatz sind.
RH: Worauf legst du aus rein organisatorischer Sicht wert?
MH: Das ist einfach. Das alles nach Zeitplan läuft, dass jede Band und jeder Musiker gleich behandelt wird und keiner sich selbst zum Star ernennen darf. Und natürlich das am Ende ein richtiger geiler Spendenbetrag raus kommt ;-)
RH: Wie sieht ein typischer Tagesablauf für dich bei der Veranstaltung aus?
: Da gebe ich gerne einen kleinen Blick hinter die Kulissen. Auch wenn erst um 18 Uhr 30 Einlass ist geht für uns ( das Team, die Techniker und die Bands ) der Tag schon gegen 9 Uhr los. Da wird mal alles vorbereitet. Ab ca. 11 Uhr beginnt dann das fröhliche Ausladen vor der Szene Wien. Die Zeit bis 18 Uhr verbringen wir dann mit Aufbau, Soundcheck usw.
Mit dem technischen Teil habe ich persönlich eher weniger zu tun. Da werde ich nur in Katastrophen Fällen benötigt wenn irgendwo auf einmal ein Verstärker ab brennt oder jemand sein Instrument vergessen hat. Dann darf ich einspringen und mir am Samstagnachmittag mal schnell einfallen lassen wie wir das Problem jetzt lösen.
Wären alle anderen in der Halle schwitzen und aufbauen darf ich rum rennen und mich darum kümmern das der Zeitplan eingehalten wird, das die Ticketabrechnungen erfolgen, keiner in die Halle rein latscht der da nichts zu suchen hat. Daneben kümmere ich mich darum das ausreichend zu essen und trinken vor Ort ist und um alles andere organisatorische was noch kurzfristig anfällt. Ungefähr 5 Minuten nachdem man um 11 Uhr Vormittag die Szene betreten hat ist es dann 18 Uhr 15 und es wird langsam Zeit für den Einlass. Zumindest fühlt es sich jedes Mal so an. Die Zeit rast dahin aber irgendwie geht sich doch jedes Mal noch alles aus.
Nach dem Ende der Show muss dann noch abgebaut und verladen werden. Da wird es gerne mal 2 Uhr in der Früh.
Bands und Crew kommen an so einem Tag also auf gut 15 bis 17 Stunden. Das verlangt schon echte Profis damit man da auch am Schluss noch mit Spaß bei der Sache ist.
RH: Wie viele Leute geschätzt erwartest du?
MH: Unser Ziel sind 400. Ich hoffe dass sich noch einige Metal Fans für die Idee geile Musik, guter Zweck und günstiger Preis begeistern können. Dann sollte dieses Ziel doch zu schaffen sein. Ich denke solche Shows sind auch eine Chance für die Metal Szene an sich ein positives Zeichen zu setzen.
RH: Hast du dir selbst auch ein Pensum auferlegt?
MH: Immer.
RH: Weil wir gerade bei Besucherzahlen sind, wie geht es dir persönlich, wenn du siehst, dass zu kleinen, aber feinen Underground-Konzerten zum Teil nur eine Handvoll Leute kommen aber bei riesen Events a la Paganfest und so weiter trotz der überteuerten Karten 100 mal so viele Leute kommen. Obwohl streckenweise immer dieselben Band spielen
MH: Das ist eine böse Frage. Wobei man da nicht einfach Schwarz - Weiß malen kann. Natürlich finde ich es schade wenn wirklich gute Bands ( seien es lokale oder überregionale ) von den Metal Fans nicht wahr genommen werden und dann vor 10 Leuten spielen müssen. Ich denke auch dass viele Metaller daran interessiert sind neue Bands kennen zu lernen. Aber dafür müssen die Fans erst einmal von diesen Konzerten erfahren. Und da tun sich die Veranstalter klar sehr schwer. Denn bei einem Ticketpreis von 8 bis 15 Euro für Undergroundveranstaltungen bleibt einfach kein Geld für große Werbekampagnen. Daher erfahren einfach mehr Fans von Events wie dem Pagan Fest. Da gibt es Europaweit Werbung, das Budget fürs Plakatieren und vieles andere. Da kommen unweigerlich mehr Leute.
Und dass man auch mit Underground Konzerten wirklich erfolgreich sein kann beweist Catapult Promotion. Was Dominik und sein Team in den letzten Jahren im Underground Bereich auf die Beine gestellt haben soll Ihnen erst mal einer nach machen.
RH: In der Pressemittteilung ist zu lesen das namhafte Künstler wie z.B. PEAVY WAGNER (RAGE), VICTOR SMOLSKI (RAGE, MIND ODYSSEY) und JEN MAJURA (BLACK THUNDER LADIES) ihr Kommen zugesagt haben. Wie bist du darauf gekommen sie einzuladen und was erwartet uns von den Herrschaften.
MH: Also einige Geheimnisse könnt ihr mir schon lassen ;-) Daher will ich die Gründe für Ihr hier sein jetzt mal nicht kommentieren. Ich möchte nur so viel sagen, das alle drei freiwillig kommen, sofort nach dem ersten mal fragen zugesagt haben und wirklich keine Gage für Ihre Auftritte verlangen.
Wer Peavy und Victor kennt weiß was er sich von Ihnen erwarten kann. Energie und Metal pur. Was genau sie spielen werden will ich natürlich geheim halten. Gleiches gilt für Jen. Aber so viel sei gesagt. Sie wird nicht mit Peavy und Victor gemeinsam auftreten sondern hat Ihren eigenen Part gemeinsam mit Sequoia Dendron.
Zumindest ist das der Plan. Aber für Überraschungen sind wir immer gut…..
RH: Mit welcher Preiskategorie müssen die Metal Heads rechnen.
MH: Euro 12,-- im VVK bei den Bands, der Jugendinfo Wien und bei uns direkt. Euro 15,-- an der Abendkassa. Wer lieber online bestellt kann das bei www.szenewien.com und www.oeticket.com.
RH: Wie sieht es in Sachen Unterstützung vom Land und von anderen Organisationen für dein Event aus.
MH: Das ist schnell beantwortet. Gar nichts. Wir werden von einigen österreichischen Magazinen auf der Promotion Seite unterstützt, worüber wir uns sehr freuen. Andi Appel (Resonance Promotion) stellt uns sein Know How und seine Kontakte zur Verfügung. Vom Ibis Hotel Wien Messe bekommen wir die Zimmer für die Gastkünstler gratis zur Verfügung gestellt. Das hilft und freut uns sehr.
Ein namhaftes Werbeunternehmen, das jedoch namentlich nicht genannt werden möchte, stellt und gratis Plakatflächen in Wien zu Verfügung was dazu führt das ab dem 19. Mai in ganz Wien plakatiert wird. Und die Firma 4Audio unterstützt uns mit den ENGL Equipment um das uns Victor Smolski gebeten hat.
Aber von öffentlicher Seite (Land, Bund, Ministerien) gab es außer freundlicher Absagen der Kategorie „die öffentliche Hand kann sich nicht um alles kümmern“ nicht einmal einen feuchten Händedruck.
RH: Eigentlich gibt es bei jedem Veranstalter etwas an Kuriosität zu erzählen, was kannst du uns aus den letzten Veranstaltungen preis geben
MH: Oh Mann. Da gibt es vieles. Da gab es einmal eine Band die einen Teil Ihrer Instrumente im Proberaum gelassen hatte und sich bei anderen alles möglich ausleihen musste. Sehr gut erinnere ich mich auch an eine Wiener Band ( die inzwischen nicht mehr existiert ) die es wirklich geschafft hat den Planet Music leer zu spielen. Zum Beginn des Auftrittes 280 Leute, 60 Minuten später nur mehr 20. Das ist auch mal eine Leistung.wird es auch wenn man als Veranstalter um 11 Uhr Vormittag am Flughafen steht um eine Band aus Hamburg ab zu holen und durch Schneestürme der Flug so lange verzögert wird das die Band erst um 18 Uhr in Wien landet. Eine Stunde vor dem Einlass an der Abendkassa.
Von Musikern die vor dem Auftritt so besoffen waren, dass Sie die Bühne nicht mehr angefunden haben bis zum Stromausfall während dem Headliner hatte ich alles. Die lustigste Story war aber sicherlich eine Band deren Tourmanager sich so unmöglich aufgeführt hat, dass die Band sich gesammelt bei mir und der Crew für sein Verhalten entschuldigt hat. Und dann kleinlaut gefragt hat ob sie trotzdem noch auf die Bühne dürfen oder besser einpacken und fahren sollen. So was hört man nicht alle Tage.
RH: Wie sieht es mit der Werbung aus, was nützt du persönlich am meisten bzw. was findest du am Gewinn versprechensten
MH: Das ist immer eine Frage des Budgets. Das einzige was sich als nutzlose heraus gestellt hat ist Werbung in Printmedien solange man nicht das Budget hat halbe oder ganze Seiten zu buchen. Denn alles was kleiner als eine halbe Seite ist beachtet kein Mensch. Sonst macht eine gesunde Mischung aus Plakaten, Flyern und Internet am meisten Sinn.
RH: Gibt es Co Operationen mit anderen und wie eng ist da die Zusammenarbeit.
MH: Man kooperiert immer wieder mit anderen. Persönlich habe ich die besten Erfahrungen mit Dominik von Catapult gemacht und, auch wenn das manche nicht hören wollen, mit der Planet.TT/Szene Wien Crew. Ich arbeite einfach gerne mit Leuten zusammen die Handschlag Qualität haben.
RH: O.k. vielen Dank und wir halten die Daumen das es auch dieses Jahr ein voller Erfolg wird. Zu guter letzte gehören natürlich dir die letzten Worte.
MH: Erst mal danke für eure Interesse und die Unterstützung. Bleibt mir nur zu sagen dass ich auf die Unterstützung der Metal Fans hoffe und dass wir uns Wunsch Ziel von 400 Besuchern überschreiten werden.
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