Pic by Alex Kuehr

Edguy haben mit Space Police – Defenders Of The Crown wieder ein neues Album am Start. Neben dem höchsten Charteinstieg der Band-Geschichte und großem Erfolg auch im Rest Europas folgte auch ein Fernsehauftritt vor Millionenpublikum bei einem Boxkampf. Das sind natürlich gute Gründe um wieder einmal bei Bassisten Tobias Exxel anzuklopfen um mit ihm über Playback-Shows, Konzerte in Österreich und die NASA zu sprechen.

Gratulation zuerst einmal zu den vielen Charteinstiegen, gerade in Deutschland seid ihr ja nur von Helene Fischer geschlagen worden, bist du denn zufrieden mit den Ergebnissen?

Ja natürlich, damit kann man sich sehen lassen, auf jeden Fall. Die Helene hätten wir natürlich auch noch überholen müssen, das ist ganz klar, aber das schaffen wir dann beim nächsten Mal vielleicht.

Seid ihr da als Band dann eigentlich auch froh dass ihr den Tobi mit Avantasia auch eingeholt habt, nachdem er ja schon einmal auf Platz 2 war?

Ich sag es mal so, die Chartposition ist jetzt nicht das allerwichtigste was uns antreibt Musik zu machen. Ich meine er hatte mit Avantasia wie du schon richtig sagtest schon Platz 2, wir hatten mit Edguy ja auch schon Platz 3 und ein paar andere Top 10 Platzierungen, das war dann nicht so ganz der wichtige Punkt für uns.

Letzten Samstag hattet ihr dann den Auftritt in der ARD, wie blickst du denn auf diesen Auftritt zurück?

Also es hat tierisch Spaß gemacht, auf jeden Fall, also wir haben unser Konzert, wenn man es so nennen will, mit unserem typischen Spaß und Enthusiasmus gemacht wie immer, wir haben die Leute auch glaube ich sehr gut unterhalten, in dem Moment wo wir gespielt haben war eine sehr sehr geile Stimmung in der Halle. Natürlich war es das kürzeste Konzert unserer Karriere, du spielst einen Song, kommst so richtig in Stimmung und musst dann schon wieder von der Bühne gehen, das geht ja eigentlich überhaupt nicht. Wir sind jetzt zwar alle nicht die besonderen Boxfans, aber eines kann ich definitiv sagen: bei einem richtigen Rockkonzert ist die Stimmung auf alle Fälle besser als bei so einem Boxkampf.

Ein bisschen negativ für euch war wahrscheinlich, dass es Playback war?

Ja das ist jetzt leider so bei so einer Geschichte mit dem Fernsehen. Spaß hat es wie gesagt trotzdem gemacht und der Song spricht ja für sich, und die Leute die da in der Halle waren, für die war es ja auch so dass es nagelneu ist, und die hat man dann trotzdem überzeugt. Es war aber sehr witzig und hat trotzdem Spaß gemacht.

Wenn wir jetzt einmal einen Blick auf das Album machen, was habt ihr denn da im Vergleich zu Age Of The Joker anders gemacht?

Das war einmal so, dass vor allem ich wieder einmal den Wunsch hatte, ein wenig härter zu werden und das haben wir auch letzten Sommer so besprochen als wir uns das erste Mal seit Ewigkeiten wieder zusammen getroffen haben. Letztendlich kann man sich das aber nicht nur wünschen, es müssen auch die Ideen die da sind dazu passen, und das hat dieses Mal sehr gut geklappt und dafür freu ich mich ganz besonders. Was auch noch was ganz besonderes auf der Platte gewesen ist, ist dass wir uns selbst einen relativ strengen Zeitplan ausgesetzt haben. Wir haben im Sommer besprochen, dass wir im Frühjahr 2014 die nächste Platte auf den Markt bringen wollen, und das hieß dann natürlich für uns, dass wir uns sehr konzentriert und sehr fokussiert an diese Sache heranmachen müssen. Sonst ist es ja immer so, dass man schaut ob Ideen da sind und ob man daraus Songs machen kann und damit kann man sich relativ viel Zeit lassen. Es ist aber auch einmal eine geile Therapie, sich einfach mal in den Proberaum einzuschließen, tagelang und wirklich nonstop und konzentriert zusammen zu arbeiten, und einfach aus vielen kleinen Fragmenten das ganze herauszuarbeiten, ohne jetzt zu sagen, wenn es nicht funkt, dann warten wir halt noch einmal einen Tag. Es hatte dann auch den Vorteil, dass wir an der Essenz der Songs gearbeitet haben und sehr viel Schnick-Schack, für den wir sonst viel Zeit investiert haben, einfach weggelassen haben. Deshalb ist das Album auch so fokussiert und ein wenig heftiger geworden.

Pic by Alex Kuehr

Wie du schon sagst, ihr seid wirklich viel heftiger unterwegs, wobei ihr euch aber für die letzten beiden Songs, also Alone In Myself und auch The Eternal Wayfarer wieder mehr in die Avantasia-Ecke bewegt. Ist das jetzt eher nur meine Meinung oder hast du das schon öfter gehört?

Naja, so ganz nachvollziehen kann ich es nicht, da man ja gerade einen Song wie The Eternal Wayfarer auch ganz gerne mit The Piper Never Dies von Edguy vergleichen und der Song ist mittlerweile schon 10 Jahre alt. Ich würde mich da nicht immer gleich auf Avantasia versteifen, sondern auch durchaus auf unsere eigenen Sachen. Klar, wir haben das Rad auch wieder nicht neu erfunden und man würde auch The Piper Never Dies und The Eternal Wayfarer nicht in einen Sack stopfen, nur weil es beide relativ lange Songs sind, aber das ist was Edguy ausmacht, das ist unsere Stärke, das ist unser Stil, und das ist auch was die Fans an unserer neuen Platte lieben.

Mit Rock Me Amadeus gibt es auch mal wieder ein Cover, wie kam den die Idee Falco zu covern?

Das haben wir natürlich extra für euch Österreicher gemacht, ist doch klar. Nein, es ist so, dass wir diese Idee eigentlich schon länger hatten, wie es halt so ist wenn man als Band so in der Runde sitzt und Ideen zusammenträgt und so vor sich hin spinnt, und wie das dann gerade bei verrückten Ideen so ist, die legt man dann zwar kurz weg, wenn man dann aber nach ein paar Tagen die Idee noch immer lustig findet und immer noch an diese Idee denken muss, dann probiert man es einmal und schaut was dabei rauskommt. Das war genau das, was wir mit Rock Me Amadeus gemacht haben, es hat sehr viel Spaß gemacht dies im Proberaum zu spielen, und das wollten wir auch weiter verfolgen und ausprobieren. Ja es hat viel Spaß gemacht und die Aufnahme hat uns auch überzeugt. Ich finde auch, dass Tobi das ganz schön gut gemacht hat, diesen typischen Akzent von Falco zu imitieren. Das ist ja auch ein Stück weit eine Hommage an Falco, denn Falco ist ja auch jemand gewesen, den du in keine Kategorie einordnen konntest, das was wir auch mit Edguy anstreben, dass uns niemand im Heavy Metal einordnen kann und auch nicht typisch Hard Rock, wir haben ja auch schon verschiedene Sachen gemacht.

Love Tyger ist die erste Single für die ihr auch ein Video gemacht habt, was ist denn da die Idee hinter diesem Zeichentrick-Video?

Eigentlich gar keine Idee um ehrlich zu sein. Es ist einfach ein kleiner lustiger Klamauk. Wir haben dieses Mal gesagt, dass wir einen kleinen Zeichentrickfilm von uns drehen wollen und ich meine, dass der Film doch ein bisschen für sich spricht. Irgendwo aus den Tiefen des Weltalls wird eine Band namens Edguy geschossen durch eine dunkle Tür, und wir landen auf der Erde um diese sozusagen zu missionieren. Wir wollen den Leuten sagen, hört Heavy Metal, denn Metal macht euer Leben farbenfroher, das kann man ja auch ganz schön sehen als Tobi da in diese Kneipe reinkommt, da ist alles so schwarz-weiß und die Leute sind so gelangweilt, und im Grunde ist es eine Botschaft, so wie es bei Edguy eigentlich schon immer ist, dass wir eine gewisse Froheit versprühen wollen und das wir nicht so düster sind und das Leben todernst nehmen. Natürlich ist oft auch eine Zeit für Ernsthaftigkeit da, aber auch eine Zeit für Lustigkeit wo man einfach mal entspannt und einfach nur Spaß hat. Das ist auch ein Punkt, der uns von vielen anderen Metalbands unterscheidet, die die nur von Tod und Teufel und all dem Negativen schreiben. Es ist zwar wichtig auch diese Themen zu bearbeiten, aber wir gehen es halt auf die positive Art an. Natürlich haben wir es am Ende doch noch sehr Metal-like gemacht, als Dirk seinen Verstärker so weit aufdreht, dass dieser wie eine Atombombe explodiert, dann ist natürlich die ganze Welt zerstört und wir existieren auch nur noch als Skelette und fliegen dann zurück in den Weltraum wo wir hergekommen sind und spielen weiter unseren Song.

Was kannst du mir denn prinzipiell zum Titel Space Police – Defenders Of The Crown und dem dazugehörigen Artwork sagen?

Also meine persönliche Interpretation ist ja, dass dieser Space Police Mann sich gerade so geil findet und wahrscheinlich von einem Space Fotografen fotografieren lässt, und so lange in die Kamera schaut um cool zu sein mit seiner Pistole und seinem Schnurrbart, dass er gar nicht merkt, dass im Hintergrund ein Alienmonster herankommt, das ihn wahrscheinlich in den nächsten  5 Sekunden zerfetzen und auffressen wird. Das ist jetzt meine Interpretation, aber was den Titel angeht, da geht es im Grunde darum, dass wir uns auch in der Metalszene schon öfters aufgeregt haben, dass es da so Leute gibt, die eine gewisse Vorstellung hat, wie eine Heavy Metal Band auszusehen hat oder wie eine Heavy Metal Band sich überhaupt darzustellen hat. Wir Edguys haben das ja auch schon sehr oft zu spüren bekommen, dass eben diese Fröhlichkeit und dieser Klamauk, für den Edguy nun einmal stehen, nicht passt, das geht nicht, das kann so nicht sein. Das geht uns dann gewaltig auf den Sack, aber wir machen unser Ding, und das ist einfach unsere Sache die wir jetzt schon seit 20 Jahren machen. Ja Tobi hat da eine ganz tolle Geschichte daraus gezaubert. Wir haben einfach gesagt, wir produzieren unsere nächste Platte nicht mehr auf der Erde sondern im Weltall, wo es aus unserer Sicht keine Grenzen gibt und man kann sich dort ausleben wie man möchte. Aber in unserem Fall müssen wir auch gleich die Erfahrung machen, dass gleich mal die Space Police kommt und die sagt uns, dass das so nicht geht. Die wollen uns quasi auch sagen wie Heavy Metal geht. Das ist so ein Augenzwinkerer für die Leute die sich immer beschweren, was alles so zu sein hat, und dabei wird dann auch vergessen, dass wir mit Edguy auf der ganzen Welt so viele Fans haben, die uns genau dafür lieben wie wir sind.

Es geht ja auch bald wieder mit den ersten Live-Auftritten los, den Anfang macht der Hessentag wo ihr unter anderem mit Bryan Adams auftreten werdet. Das ist ja auch eher eine ungewöhnliche Geschichte für euch?

Definitiv, keine Frage. Wir haben ja schon vor vielen vielen Jahren einmal am Hessentag zusammen mit Aerosmith gespielt und ich gehe sehr stark davon aus, dass es den Veranstaltern damals sehr gut gefallen hat. Es ist ja nicht nur Bryan Adams sondern auch Billy Idol der dort spielt und gerade ihn finde ich schon seit vielen Jahren sehr sehr geil und da freue ich mich auch schon auf das Konzert. Es werden ja auch ein paar tausend Leute da sein von denen uns einige noch nie gehört haben und da müssen wir uns dann besonders den Arsch abspielen um auch diese Leute zu überzeugen und darauf freue ich mich auch schon besonders.

Eine Frage muss ich dir leider schon wieder stellen: die Österreich-Termine auf der Herbst-Tour fehlen schon wieder, was sagst du dazu?

Pic by Alex Kuehr

Ich hab die Frage befürchtet, aber es ist wirklich sehr schwierig aber du wirst lachen und ich kann dir versprechen, dass da was in Arbeit ist. Mehr kann ich im Moment noch nicht sagen da ich den Überblick selbst noch nicht ganz habe, aber wir möchten schon sehr gerne auch mal wieder in Wien spielen, alleine schon Falco zu Liebe müssen wir in Wien spielen. Es ist natürlich wirklich schade, aber es liegt ja nicht nur in unserem Einfluss wie die Agenturen da arbeiten, aber glaube mir, wir arbeiten daran und es ist keine Absicht, schon gar keine böswillige Absicht, dass wir Österreich so außen vor lassen.

Wie schaut es denn eigentlich einmal wieder mit einer Live-DVD von euch aus?

Da haben wir bisher noch gar nicht darüber gesprochen, gerade auch jetzt wo das Album noch so frisch draußen ist. Aber ich sehe es eigentlich genau so, es wäre auf der nächsten Tour eventuell mal wieder Zeit eine zu machen, oder im Laufe des nächsten Jahres. Das wäre auf alle Fälle eine Klasse-Angelegenheit, nicht zuletzt weil wir jetzt auch unser zehntes Studioalbum herausgebracht haben. Es wäre ein schöner Anlass wieder eine schöne Mixtur aus all den Songs und all den Platten die wir über die Jahre gemacht haben zusammenstellen, das sehe ich auch so.

Ihr habt ja vor kurzem einmal eine Newsmeldung gepostet wo es um die Zusammenarbeit mit der NASA ging, was kannst du mir denn dazu sagen?

Naja, ich meine wenn wir schon im Weltraum aufnehmen will und dort produzieren will, vielleicht auch mal dort Konzerte spielen will, braucht man natürlich spezielles Material, man braucht spezielle Gitarren, spezielle Anzüge, ein spezielles Schlagzeug und auch spezielle Mikrofone und das kann natürlich nur die NASA für uns herstellen weil wir ja auch ganz spezielle Materialien benötigen die auch eine gewisse Hitze aushalten, was ja bei unserer heißen Musik ganz schön wichtig ist. Das kann natürlich nur die NASA und ich bin ganz stolz, dass die NASA für uns arbeitet. Naja, das ist ein ganz großer Spaß jedenfalls und vor allem dass es tatsächlich ein paar Leute so geglaubt haben.

Ja dann wäre ich auch mit meinen Fragen schon am Ende, die letzten Worte überlasse ich natürlich wieder dir.

Wir werden natürlich daran arbeiten, dass wir wirklich wieder einmal nach Österreich kommen.

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