Lange mussten Fans auf ein neues Album von Gojira warten. Mit Magma haben sie nun jedoch ein starkes Stück am Start, dessen erste veröffentlichte Songs nicht nur im Web gut angekommen sind, sondern auch schon bei den ersten Live-Präsentationen. Ein guter Grund sich nach ihrem Auftritt am Rock in Vienna mit Drummer Mario Duplantier zu treffen um mit ihm über das neue Album, das eigene Studio in New York und die weiteren Pläne zu sprechen.

CE: Danke, dass du dir so kurz nach der Show noch Zeit nimmst. Große Show heute in Österreich, wie zufrieden bist du mit dem Resultat?

MD: Sehr zufrieden, wir haben ja schon letztes Jahr hier gespielt, aber dieses Jahr war es besser. Bessere Spielzeit auf der Bühne, besserer Response vom Publikum, es fühlt sich wirklich so an, als würde für uns hier in Österreich was passieren. Wir haben ja nicht viel hier gespielt, aber es schaut so aus als würden wir ankommen.

CE: Euer Auftritt heute kommt ja kurz vor dem Release des neuen Albums, ihr habt auch ein paar neue Songs gespielt. Glaubst du nicht es wäre vielleicht besser gewesen, das Album schon früher zu veröffentlichen, damit die Leute die Songs schon besser kennen?

MD: Naja, die beiden Songs die wir heute gespielt haben sind ja schon seit ein oder zwei Monaten online, wir spielen ja auch nur die Songs die wir schon veröffentlicht haben daher glaube ich die Leute hatten schon Zeit die Songs schon zu hören. Aber ja, es ist schwierig wenn du im Juni ein Album veröffentlichst, da es ja doch in der Mitte der Festival-Zeit ist, aber das ist okay, denn unsere Die-Hard-Fans kennen die Songs sowieso schon auswendig.

CE: Wie lange bereitet ihr euch eigentlich auf einen Auftritt wie heute vor, wenn ihr auch weniger Zeit auf der Bühne zur Verfügung habt.

MD: Jeder in der Band hat ein gewisses Ritual, ich zum Beispiel wärme mich vor jeder Show eine Stunde auf, meine Knöchel, meine Handgelenke, ich übe eine Stunde auf einem Übungs-Schlagzeug, trinke viel Wasser, bin sehr vorsichtig was das Essen angeht, schaue auch auf das Dehnen und dann geht es auf die Bühne. Ich habe immer diesen Ablauf.

CE: Bevor ihr auf Tour geht, wie viel Zeit investiert ihr hier in Proben, das Zusammenstellen der Setlist, der Lichtshow.

MD: Dieses Mal war es eine Woche in einem Gebäude in Frankreich, diese ganze Woche haben wir nur damit verbracht den Sound und das Licht für die Shows zusammenzustellen. Aber vorher haben wir natürlich viel geprobt und geübt, ich zum Beispiel habe wirklich Monate lang jeden Tag geübt um wirklich in Form zu sein und auch präzise gerade im Bereich Double-Bass zu sein. Das ist wirklich ein langer Prozess und sehr viel Arbeit.

CE: Wir haben ja schon kurz Magma erwähnt, was sind denn die Erwartungen für das neue Album?

MD: Die Erwartungen sind natürlich hoch, wir hoffen natürlich, dass das Album für uns ein Erfolg wird. Für uns ist es aber schon einmal so, dass wir wirklich sehr zufrieden mit dem Album sind, wir lieben dieses Album von A bis Z. Jetzt hoffen wir natürlich, dass die Leute verstehen was wir mit diesem Album aussagen wollen, aber was ich jetzt schon sagen kann ist, dass die ersten Reviews wirklich überragend sind.

CE: Was sind denn für dich die größten Unterschiede zwischen Magma und dem Vorgänger L’Enfant Sauvage?

MD: Ich würde sagen es ist melodischer, wir haben mehr cleanen Gesang, es ist erwachsener, es ist weniger Death Metal, überhaupt weniger Metal, du kannst andere Einflüsse erkennen, zum Beispiel Rock und Stoner. Es ist einfach ein sehr offenes Album und zum ersten Mal haben wir wirklich sehr verrückt an jedem einzelnen Song gearbeitet. Wir hatten am Ende 20 Songs und haben daraus die besten gewählt, das war eine sehr strikte Selektion, wir waren da wählerischer als zuvor.

CE: Es ist ja das erste Album ganz ohne externen Produzenten und externe Einflüsse. Wie kam denn die Idee alles in der Band zu behalten?

MD: Wir wollten einfach niemanden zwischen uns und der Musik haben. Wir wollten die Musik direkt zu den Fans bringen und das als 100% Gojira. Wir wissen ja wie man komponiert, wie man ein Album macht und auch wie man produziert und da haben wir entschieden es einfach selbst zu machen. Es ist dadurch auch einfach persönlicher.

CE: Dann kommt auch noch dazu, dass es das erste Album aus dem eigenen Studio ist. Wieso habt ihr euch für ein eigenes Studio entschieden und wieso genau in New York?

MD: Wir haben ja beschlossen das Album selbst zu produzieren und wir haben uns einen Raum gesucht in dem wir komponieren, aufnehmen, produzieren, mixen können. Wir haben alles in diesem Raum gemacht und das war ein Weg für uns um den Vibe der Periode und den Vibe des Albums zu behalten. Sonst arbeitest du halt ein paar Monate an etwas, dann gehst du ins Studio, arbeitest mit irgendjemandem, du fängst zu spielen an und an einem gewissen Punkt verlierst du den Charme und daher haben wir quasi den Raum um das Album gebaut. Da haben wir dann auch Monate über Monate arbeiten können. Es ist etwas besonderes, wenn du ein Jahr mit Freunden im selben Raum arbeitest und auch dort komponierst. Ja und New York, Joe und ich sind halb Amerikaner, halb Franzosen, unsere Mutter war Amerikanerin, irgendwann wollten wir einen anderen Teil unserer Persönlichkeit kennen lernen, eine andere Erfahrung machen, vielleicht ein wenig die Routine wegbringen, und New York ist eine großartige Stadt von der wir begeistert sind.

CE: Für Silvera habt ihr ja ein Video veröffentlicht welches schon nach eine Woche über eine Million Besucher auf YouTube hatte. Was bedeutet dir eine solche Zugriffszahl in einer so kurzen Zeitspanne?

MD: Wir waren schon sehr begeistert und es ehrt uns natürlich. Ja, wir kennen auch Bands die um die 20 Millionen Zugriffe haben, wir sind aber eben nicht eine solche Band und wollen uns auch langsam steigern. Dieses Mal merkt man, dass die Leute auf das Album warten und ich habe auch irgendwie das Gefühl, dass mit Gojira etwas passieren wird. Unser Ziel ist es eine größere Band zu werden und auch neue Fans anzuziehen. Wir haben für Silvera auch ein großartiges Video gemacht mit all den Leuten in der Luft, die Leute waren natürlich interessiert.

CE: Ihr habt ja mittlerweile auch eine erste US-Tour bestätigt, was sind denn die Erwartungen dafür?

MD: Wir wollen einmal Magma zum Leben erwecken, werden auch für die Show etwas machen, eine große Leinwand, großartige Lichtshow haben, viele Verstärker auf der Bühne, einfach eine Show. Wir wollen auch kein Video auf der Bühne damit einfach ein Video da ist, es soll ein wenig wie Poesie sein. Das Video soll einfach ein künstlerisches Element sein. Wir arbeiten gerade daran und ich freue mich wirklich schon darauf Magma Live zu spielen.

CE: Habt ihr für Europa auch schon etwas geplant?

MD: Wir werden, wir sind auch gerade in Gesprächen mit unseren Agenten für eine Europatour nach der US-Tour, aber es ist noch ein wenig früh. Wir werden wohl mit einer Frankreich-Tour anfangen, die Fans in unserer Heimat warten schon hart darauf, danach dann die Europa-Tour.

CE: Bei Gojira seid ja eher du und Joe die Gesichter der Band, wie viel Einfluss haben die beiden anderen Jungs in der Band?

MD: Mit den anderen Jungs in der Band ist es großartig, wir verstehen uns, sind auch schon seit 20 Jahren sie selben Jungs in der Band, sie sind wie Brüder und komponieren auch mit. Die treibende Kraft sind natürlich Joe und ich, es ist einfach in unserer Natur und die anderen Jungs freut das auch, es ist eine großartige Balance. Ihre Meinung ist jedoch immer wichtig für uns. Also Joe und ich komponieren mehr, aber die beiden haben auch ihren Einfluss und geben immer Ratschläge.

CE: Was denkst du denn über Medien wie YouTube, Facebook oder Twitter. Sind diese Medien gut für die Musikszene?

MD: Es ist schwierig zu sagen. Auf der einen Seite ist es schade, dass Leute so einfach nur einzelne Songs anhören statt das ganze Album. Auf der anderen Seite ist es natürlich gut, da du ja viel leichter zu neuen Bands kommst und auch Bands die du magst folgen kannst.

CE: Da du ja Franzose bist und die Fußball-Europameisterschaft in deiner Heimat ist, hast du irgendwelche Erwartungen für dieses Turnier?

MD: Ich war wirklich mal interessiert in Fußball, gerade als Frankreich 1998 Weltmeister wurde, aber seitdem ist es mir eigentlich ziemlich egal.

CE: Dann wären wir auch schon am Ende des Interviews angekommen, die letzten Worte überlasse ich natürlich dir.

MD: Vielen Dank, wir lieben euer Land und hoffen, dass wir bald wieder zurück sind.

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