Bands: Swallow The Sun, Wolfheart, Adimiron Date: 05.12.2015 Venue: Sala Apolo, Barcelona

Man kann Anfang Dezember durchaus differenziert auf das Wetter blicken: die einen haben eine Freude mit den noch relativ warmen Temperaturen, die anderen sind sichtlich unzufrieden mit der Situation, da man doch viel lieber auf der einen oder anderen Piste wäre um dort ein paar Wintersport-Aktivitäten nachzugehen oder einfach bei klirrender Kälte den einen oder anderen Glühwein zu sich nimmt. Relativ interessant ist es dann wenn eine Gruppe aus einem nordeuropäischen Land durch Europa zieht und bei 20 Grad Temperatur in einem südeuropäischen Land ankommt. Die Rede ist hier von den Finnen Swallow The Sun, die an einem Samstag im Dezember im Sala Apolo im Zentrum der spanischen Metropole Barcelona hielten.

Man kennt ja das Problem mit undeutlich angekündigten Spielzeiten auch aus unserer Gegend, gerade die Theaterfabrik oder das Zenith in München sind ja Garanten für ein Verpassen der Vorbands aufgrund von zu früher Beginnzeit, daher ist es auch keine Überraschung, dass die italienischen Progressive Metaller Adimiron schon in den ersten Songs sind während wir die Halle betreten. Mit ihrem nicht ganz so einfachen Material, das hauptsächlich vom aktuellen Output Timelapse stammt, kann man zwar schon bei ein paar Anwesenden punkten, für großartigen Jubel kann man in der schon relativ gut gefüllten Halle aber auch aufgrund der Komplexität nicht wirklich sorgen. Frontmann Andrea Spinelli versucht zwar immer wieder das Publikum anzuheizen, so richtig schafft er es auch nicht. Auch wenn man musikalisch sicher einiges drauf hat, ab und zu orientiert man sich in Richtung alter Opeth-Songs, bleibt das Material einfach zu wenig eingängig und auch kaum im Ohr hängen. Auch wenn man sagen muss, dass die Italiener auch kaum zum restlichen Package passen, wird Adimiron eher nicht als der Top-Act hängen bleiben.

Tuomas Saukkonen ist wieder zurück. Nachdem der vielbeschäftigte Finne unter anderem seine Bands Before The Dawn und Black Sun Aeon zu Grabe getragen hat, wurde nun sein ehemaliges Soloprojekt Wolfheart zur vollständigen Band befördert. Mit Joonas Kauppinen (Before The Dawn) am Schlagzeug und Mika Lammassaari (Eternal Tears Of Sorrow) an der Lead-Gitarre hat er auch namhafte Unterstützung mit dabei und kann so mit dem Material vom aktuellen Album Shadow World relative schnell zeigen, dass hinter dem Namen Saukkonen auch im Jahr 2015 noch immer Qualität steht. Auch wenn es teilweise etwas heftiger zur Sache geht als in den älteren Projekten des Herren bleiben die unverwechselbaren Melodien weiterhin ein Qualitätsmerkmal der Finnen. Der Sound drückt, gerade Joonas kann sich einige Male auszeichnen und auch Lauri Silvonen am Bass unterstützt seinen Frontmann mit einigen Backing Vocals durchaus gekonnt (auch wenn Clean Vocals aus den Before The Dawn Zeiten von Lars Eikind sicher noch gut gepasst hätten). Die einzige Schwäche im druckvollen Sound war da jedoch der manchmal recht dünne Solo-Sound von Mika (hier geht es wirklich nur um den Gitarrensound, der Mann beherrscht sein Instrument wirklich). Ansonsten kann man nur hoffen, dass Herr Saukkonen Wolfheart noch länger bestehen lässt und der Band nicht das Schicksal anderer Projekte blüht.

Swallow The Sun sind seit ihrem starken Output Hope und dem damit verbundenen Auftritt im Salzburger Rockhouse im Jahr 2007 ziemlich an mir vorbeigegangen, mit ihrer starken Single Rooms and Shadows und dem dazugehörigen Triple-Album Songs From The North I, II und III haben sie jedoch wieder für Aufmerksamkeit gesorgt. Die Band um Mastermind Juha Raivio legt von Beginn weg mit einer beeindruckenden Präzision und einem glasklaren Sound los. Sänger Mikko Kotamäki überzeugt nicht nur mit seinen Growls sondern auch mit großartigen Clean Vocals und zeigt auch beim ersten Doppel des neuen Albums, 10 Silver Bullets und das live noch bessere Rooms And Shadows, für welch hohe Qualität die Finnen im Jahr 2015 stehen. Auch alte Songs wie Hope klingen im Jahr 2015 frischer als im Jahr 2007 und vor allem die Gesamtperformance der Band wirkt viel motivierter als noch vor einigen Jahren. Auch der Abgang von Ausnahmedrummer Kai Hahto, der mittlerweile mit Nightwish große Erfolge feiert, schadet der Band überhaupt nicht, sein Nachfolger Juuso Raatikainen hat alles im Griff und sorgt auch nicht für übertriebenes Tempo wie Kai es manchmal tat(man vergleiche den Song Swallow beim Hellfest Auftritt mit dem Original).Mit Descending Winters und dem Kult-Song Swallow (Horror Pt.1) endet der grandiose Auftritt von Swallow The Sun in Barcelona auch viel zu früh wieder, man kann hier nur hoffen, dass auch bald wieder ein Auftritt im Westen Österreichs ansteht. Für einen Abendkassapreis von 25€ hat man durchaus schon schlechtere Packages erleben dürfen und auch ein Abstecher im Sala Apolo kann trotz Bierpreisen um fast 5€ nur empfohlen werden.

 

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