Bands: Doomraiser, Centurions Ghost, The Gates of Slumber, Reverend Bizzarre Date: 31.10.06 Venue: Mark Salzburg

Samhain ist ein herrlicher Tag um eine Metal Veranstaltung abzuhalten wenngleich auch die Termine für diese Woche recht eng aneinander geraten waren, haben sich doch einige im Mark Club Salzburg – Aigen eingefunden. Verspätet kamen wir an und hatten diesmal großes Glück das der Tross der Bands gerade 10 Minuten vor uns angekommen waren, so hatten wir noch nichts verpasst (verdammt noch mal irgendwann spreng ich noch mal diese vermaledeite A10). Doom shall rise again hieß es diesen Abend, meiner Meinung nach ist der Doom Metal der Blues des Metal keine andere Richtung ist so voller tiefgründiger Gefühle und geht so tief in die Magengegend als der Doom Metal. Auf Cd und Platte besitze ich doch einige Doom Perlen aber live waren wir noch nie bei einer Veranstaltung, außerdem hat es so ein Konzert aus diesem Genre noch nie bei uns in Salzburg gegeben uns ist nichts davon bekannt.

Dass aus dem südlichen Stiefel nicht nur Helloween Klone kommen sondern sich doch immer mehr Bands bemühen andere Richtungen bzw. eigene Richtungen einzuschlagen ist wirklich wenigen bekannt denn fragt man einen Metal Fan was weißt du über Metal aus Italien wird er sicher wie aus der Pistole geschossen erwidern na die ganzen Helloween Klone. Thunderstorm sind wohl die bekannteste Doom Metal Band aus Italien und haben den Bann gebrochen und schon einige Erfolge einheimsen können. Ihre Landsleute Doomraiser sind eine weitere Doom Metal Band aus dem Land der Nudelgerichte und Pizza und Chianti. Seit 3 Jahren werkeln die Herrschaften schon im Untergrund herum und bezeichnen ihren Stil als HEAVY DRUNKEN DOOM. Wie auch immer sie waren die erste Band des Abends und schon bei den ersten Klängen haben sie uns in ihren Bann gezogen. Schleppender Sound tief getrimmte Gitarren und Bässe heißt hier das Erfolgsrezept und das kam an diesem Abend besonders gut zur Geltung. Die Klänge von Doomraiser gingen bis in die hintersten Winkel der Magengegend und es war eine Freude den Italienern zuzusehen. Sänger Cynar hat eine herrliche Stimme und ähnelt in vielem den allseits gehassten Fleischpapst (GLEN DANZIG) nur raunzt Cynar nicht so kräftig und darum ist seine Stimme eine Bereicherung. Die gesamte Muskelstruktur des Körpers von BJ (Bass) vereint sich in seinem Gesicht den wie erklärt man sich sonst seine Grimassenreißerei er ging so herrlich mit der Musik mit es war einfach mehr als nur sehenswert. Auch der Rest der Band hatte ordentlich was auf dem Kasten und Songs The Age of Christ, Lords of Mercy und The Man that Ride the Past Erasing the Rememrance sind Doom Metal Götterperlen. Es war alles in allem ein glanzvoller Auftritt den Cynar (Voc), Drugo (Guitars), Valerio (Guitars), BJ (Bass) und Pinna (Drums) an diesem Abend dem Publikum präsentiert haben. See yah soon boys.

Nach einer kleinen Umbaupause enterten die Engländer Centurions Ghost die Bühne und legten gleich los. Die Herren James (Vocals), Rich (Bass), Andrew Berycz (Guitars), Dan (Guitars) und Milly (drums) sind wohl die Speedmetaller unter den Doom Bands den sie waren eindeutig die schnellste Band des Abends bzw. die schnellste Doom Metal Band überhaupt die ich kenne. Gegründet wurden sie 2001 von dem aus dem Land down under stammenden James und benennen sich nach einem Yorkshire Gebräu was so viel wie Kraft bedeuten soll. Nun ja eine ordentliche Kraft haben sie ja. Doom, Death, Black, und Power Metal vermischt zu einem eigenen Sound heißt ihre Devise und sie konnten dies an diesem Abend dem Publikum gut servieren und dadurch viele ordentlich die Haarpracht kreisen ließen. Sänger James war ein richtiger Entertainer und blieb von Anfang an nicht auf der Bühne sondern direkt im Publikum und konnte dadurch die Band sehr gut vermarkten. Songs wie Requiem For The Haunted Heart, Empyrean (Circle Of God), Devils Disciple, Corpses und Trashbat sind tolle Songs und mit dem Album SIGN OF THINGS TO COME hat man wirklich einiges zu bieten. Nach ca. 40 Minuten beendeten sie ihren Auftritt der unvergesslich bleibt.

Ungleich schwerer, erdiger und doomiger als bei ihren Vorgängern war nun der Sound von den Amerikanern Gates of Slumber. Herrliche schwere Gitarrenfriffs schmetterte Karl ins Publikum und wurde von seinen beiden Recken gut unterstützt und sie klangen wie ein schwerfällige Dampfwalze, aber auch Karls Gesang ist einzigartig und besitzt Klasse. Basser Jason unterstützte seinen Boss und bangte ordentlich ab während Karl der Ruhepol auf der kleinen Bühne war. Mit Songs wie Broken on the Wheel, Doomnodding, The Awakening hat man einige Doomhämmer im Gepäck und man arbeitete sich wieder in die Magengegend der anwesend Gäste vor und konnte mehr als gut glänzen. Man wechselte ständig zwischen schleppendem Material und schnellerem Material was eine gute Auswahl und Abwechslung war. Herrlich das miterlebt zu haben.

Nun war es Zeit für die so genannten Headliner Reverend Bizzare aus Finnland. Bereits seit 1994 werkeln die Finnen und haben in der Vergangenheit schon einige Erfolge einheimsen können. Das Trio Magister Albert (Vocals/Bass), Peter Vicar (Guitars) und Earl of Void (Drums) waren die schwärfälligste Band des Abends und waren sehr gewöhnungsbedürftig. Textlich beschäftigt man sich naturgemäß mit Unheiligem bis Unheilvollem und passt zu dem rundum schlüssigen Gesamtbild, das die jungen Doomster abgeben. Vor der Bühne drängten sich jetzt sehr viele Leute wobei ich sagen muss haben mich diese Herren nicht so recht überzeugen können. Spielerisch ist man sehr gut drauf und auch Gesanglich erste Güte aber auf die Dauer waren mir die Finnen dann doch zu schwerfällig und so haben wir uns den Auftritt bis zum Ende vom hinteren Teil des Mark Clubs angesehen.

Toller Abend super Bands und man kann den Herren vom Metal-Observer und der Metal Storm Agency nur gratulieren. Wie hieß es auf einem Shirt. There is no business like slow business und dieser Slogan passte wie die Faust aufs Auge an diesem Abend.

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Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.