Bands: SuiCidE, Lost Dreams, The Weak Prevail Date: 12.04.13 Venue: KuFa, Kufstein

Lange ist es her als ich das letzte Mal das idyllische Städtchen Kufstein aufgesucht habe. Darum oder gerade deshalb war der Ruf zur CD Release Party von SuiCidE ein wirklich guter Grund sich ins Tiroler Unterland aufzumachen und diesem Event beizuwohnen. Recht flott hatten wir das Städtchen erreicht und vorerst wurde für uns absolut neu die Location begutachtet. Wirklich superber Veranstaltungsort, groß aber dennoch im gemütlichen Rahmen und wer die Tiroler Metaller kennt, weiß das man hier auch als Ortsfremder immer gut und freundlich aufgenommen wird. So verstrich die Wartezeit recht flott und zu den Anfangsklängen des ersten Acts bewegten wir uns in die Konzerthalle.

Aus Ebbs, also nicht unweit von Kufstein entfernt entstammte das Modern Melodic Death Metal Quintett The Weak Prevail. Ein wohl unterschiedlicheres Outfit und Auftreten habe ich bis dato selten erlebt. Alle einzelnen Mitglieder könnten in anderen Genre Combos spielen, demnach unterschiedlich müsste auch der Sound sein. War er auch und die sehr jungen, ambitionierten Burschen ließen sich vor einer kleinen Zuschauermenge gut feiern. Zumindest wenn man die vordere geschlossene Die Hard Fraktion betrachtete musste man wohl auf sich selbst sehr stolz sein. Durfte man auch, auch wenn der Sound der Truppe jetzt etwas progressiver wirkte, kamen die Stücke an sich locker in den Gehörgang. OLYMPUS DIGITAL CAMERAMit viel energiegeladener Struktur versehen waren die Jungs auf der Bühne versiert am Ackern und das zahlte sich meiner Meinung auch aus. Der Frontmann geizte nicht mit lautstarken Shouts und Growls Kombinationen und ein weiterer Pluspunkt war die Kraft mit der er uns die Stücke vor den Latz knallte. Nicht minder unbeeindruckt waren wir von der Rhythmusfraktion welche ihren Kollegen an allen Fronten unterstützte und man so wirklich erstklassig rüber kam. Selten erlebt man eben solche jungen Bands, welche einfach nicht drauf Wert legen, wie bekannt oder wie viel Kohle man machen kann, nein hier gilt noch der Grundsatz: „Ich spiele weil ich Spaß dran habe Leute zu unterhalten“. Auch von den Ansagen her hielt man sich bedeckt und so kam man richtiggehend in einen enormen Genuss von superben Stücken, welche wohl ein Live Publikum bis zur Ekstase hätte treiben können. Warum sich das Kufsteiner Publikum hier eher bedeckt zeigte war mir etwas Schleierhaft. Zuerst denkt man immer ok das ist der Opener mal warten was noch kommt, aber bei drei Bands darf man schon deutlich mehr in die Gänge kommen, vor allem wenn solch ein guter Act hier am Anfang bereits ordentlich los legt. Das doch eher verhaltene Publikum nahmen die Jungs gut auf und zeigten sich von einer professionellen Seite und geizten nicht weiterhin den Pegel der Qualität hoch zu halten. Kein einziger Patzer und somit ein willkommener Nachwuchsact der es in sich hatte. Da darf man nur hoffen die Jungs recht bald mal wieder zu sehen und das vor einem deutlich mehr zum Abgehen geneigten Publikum. Alle Daumen hoch somit für die Ebbser Truppe.

Die Herrschaften von Lost Dreams habe ich wohl schon eine gezählte Ewigkeit nicht mehr gesehen. Dürften wohl so gut 2-3 Jahre verstrichen sein. Ein neuer Sänger ist dazu gestoßen und somit war dies die Feuertaufe für den Neuling. OLYMPUS DIGITAL CAMERA Tja wenn man so geprägt wurde und das nach all den Jahren mit den beiden Vorreitern, dann beäugt man dies wohl von einem kritischen Standpunkt aus. Gleich los gelegt zeigten die Herrschaften aus Steinach das man wohl schon sehr lange im Geschehen ist. Musikalisch war bis auf kleinere Patzer alles in Ordnung und die Stücke aus der Feder von Andreas Maierhofer und Konsorten sind nach wie vor ein Garant für eine energiegeladene Show. Doch auch hier zeigte sich das Publikum nicht sonderlich hold. Freilich war man deutlich mehr am Klatschen und Jubeln, dennoch hielt man sich in Grenzen was das honorieren betraf. Von mir wohl sehr stark beäugt wurde der neue Frontmann, welcher zu Beginn der Show sehr nervös war. Es ist sicherlich äußerst schwer für ihn, denn zum jetzigen Zeitpunkt kann er einem Erwin „Wibs“ Wibmer oder einem Stefan „Schleifi“ Traunig niemals das Wasser reichen. Freilich diese beiden Sänger haben wohl die Truppe am meisten geprägt und so muss sich das Neumitglied in große Fußstapfen begeben. Streckenweise wirkte es als ginge ihm die Kraft aus und dennoch und so was muss man hoch anrechnen war er versiert am Arbeiten. Verstehe es auch seitens des Soundmannes nicht dass man ihm etwas mehr Verstärkung auf das Micro gibt. Somit ging der Jungspund im Gegensatz zu seinen Kollegen bis zum Ende der Show merklich unter. Erst im letzten Drittel schien es so als habe Sebastian Brandauer mehr Kraft bekommen und da zeigte er erst richtig was er konnte. Für einen Erstauftritt und eben die besagte Feuertaufe darf man nicht so streng sein, doch eines muss sich Sebastian immer vor Augen halten, hier darf man noch ordentlich üben und drauf legen. Dem Publikum war es wohl recht und man unterstützte das Neumitglied mit Jubelrufen und somit dürfte der erste Live Einstand für den Neuling deutlich leichter gelaufen sein. Auch nicht unerwähnt sollte auch der Geburtstag des Gründers und Masterminds Andreas Maierhofer sein und so hatte man wohl doppelt was zu feiern. Wohl auch deshalb war man nach der Beendigung des regulären Sets hold und gönnte uns eine kleine Zugabe. Tja darf man gespannt wie es wohl bei Lost Dreams weiter geht. Zum jetzigen Zeitpunkt muss man einfach ehrlich sagen muss der Sänger noch viel lernen und deutlich kräftiger werden.

Nicht lange musste man auf den Hauptgastgeber SuiCidE warten. Wie schon in meinem CD Bericht erwähnt sind die Tiroler Death Metaller ein Urgestein und wohl deshalb liefert man solch eine CD ab. Somit war ich richtig gehend gespannt, wie würde man „Near Death Experience“ live rüber bringen. Merklich verließen wohl einige den Saal was uns etwas komisch vorkam, denn die Jungs boten sofort nach dem melodischen Intro eine infernale Show die sich gewaschen hatte. OLYMPUS DIGITAL CAMERAEtwas unverständlich also das die Leute nach und nach den Raum verließen. Also an der Band kann es auf keinen Fall gelegen haben, denn diese zog über unsere Köpfe hinweg wie eine Dampfwalzen und polierte uns mit erstklassigen Stücken aus dem neuen Langeisen die Fresse. Death Metal wie er für meinen Geschmack einfach gehört. Rollend, teils dreckig und doch wieder mit superben Melodien ausgestattet. Nicht minder beeindruckt waren wir somit von dem, dass man die Stücke vom Album so gut Live technisch rüber brachte. Dies unterstreicht einfach die jahrelange Erfahrung im Business und man merkt den Jungs nach all den Jahren immer noch an, auch sie spielen einfach noch weil man Freude an der Musik hat und nicht weil man ein Megaseller werden will. Alleine schon der Frontmann Hirzi ist einfach ein Frontteddybär mit viel Wiedererkennungswert. Der brüllte einem einerseits mit viel Wut die Growls ins Gesicht aber andererseits schaut er drein als wolle er ganz knuddelig wirken. Solche Frontmänner braucht man einfach und auch der Rest des Bandtross gab sich redlich Mühe sich ordentlich ins Zeug zu legen und so darf man von einer sehr guten Kombination sprechen von der noch vieles zu erwarten ist. Dass das Publikum hier nicht mehr und geschlossener vor der Bühne stand ist mir somit mehr als nur unbegreiflich, denn der Act spielt schon lange nicht mehr im Underground, sondern ist meiner Meinung nach schon zu weit höherem berufen. Nach der Live Präsentation des neuen Outputs war man trotz der geschrumpften Besucherzahl doch noch hold und ließ uns einen Zugabeteil zukommen, bevor man endgültig die Arbeitsgeräte ausstöpselte und sich auf das wohlverdiente Aftershow Bier begab.

Sehr schöner Abend und wirklich gute Präsentation von allen drei Acts. Schade das man das Publikum nicht zu mehr bewegen konnte.

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Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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