Tracklist
01. Eternal Echo
02. Through a Distorted Gaze
03. Days of the Eclipse
04. Snows of Remembrance
05. Her Dark Backwater
06. To Walk the Path of the Dead
07. The Hird
08. Above the Mists of the World
Besetzung
Ovfrost – Gesang, Songwriting
Sergey Brutsky – Rhythmusgitarre, Hintergrundgesang bei »To Walk the Path of the Dead«
Ilia Dykin – Leadgitarre
Valentina Astashova – Synthesizer
Rustam Ahomgotov – Bass
Mikhail Nepiyushchiy – Schlagzeug
Produktion:
Ovfrost – Komposition
Sergey Brutsky – zusätzliche Komposition bei »Through a Distorted Gaze«
Valentina Astashova – Synthesizer-Komposition und Programmierung
Archais – Texte
Vladimir Lehtinen, Blastbear Sound – Mixing und Mastering
Taya Rostovtseva, Inersys – Artwork und digitales Coverdesign
Aus dem einstigen Soloprojekt von Ovfrost ist eine vollständige Band geworden. Auf dem sechsten Studioalbum »Eternal Echo of the Fall« klingt Malist deshalb unmittelbarer, kompakter und rhythmisch lebendiger als auf einigen der melancholischeren Vorgänger. Das über Flowing Downward veröffentlichte Werk verbindet Atmospheric Black Metal mit melodischem Riffing, Post-Metal-Flächen und kurzen Passagen aus Klargesang sowie unverzerrten Gitarren. Inhaltlich orientiert sich das Album an Tolkiens Werk und behandelt Entscheidungen, Machtstreben, Vorherbestimmung und Selbstopfer. Eine grundlegende Neuerfindung des Genres ist das nicht, doch die acht Stücke sind sorgfältig geschrieben und finden eine wirkungsvolle Balance zwischen Aggression und Schwermut.
MEHR BAND, MEHR BEWEGUNG
Die feste Besetzung macht sich bereits im Titelsong bemerkbar. »Eternal Echo« kombiniert schnelles Schlagzeug, aggressive Strophen und melancholische Gitarrenmelodien mit einer deutlich zugänglicheren Dramaturgie. Die Synthesizer bleiben im Hintergrund und vergrößern die Atmosphäre, ohne die Gitarren unter einer orchestralen Schicht zu begraben.
Noch direkter arbeitet »Through a Distorted Gaze«. Das gemeinsam von Ovfrost und Sergey Brutsky geschriebene Stück besitzt einen ausgeprägten Thrash-Einschlag und gehört zu den schnellsten Titeln der Platte. Über dem unruhigen Rhythmus liegen jene klagenden Leadgitarren, die den Stil von Malist seit den frühen Veröffentlichungen bestimmen.
Ovfrosts heiserer Gesang bleibt fest im Black Metal verankert. Er klingt scharf, verständlich und weniger verhallt als bei vielen Atmospheric-Black-Metal-Produktionen. Dadurch verlieren die Songs etwas von ihrer räumlichen Distanz, gewinnen aber an Angriffskraft.
ZWISCHEN FINSTERNIS UND KLAREN GITARREN
Mit »Days of the Eclipse« wird die Musik breiter. Unverzerrte Gitarren und ruhigere Passagen unterbrechen die schnellen Abschnitte, bevor die Band wieder zu Blastbeats und melodischen Riffs zurückkehrt. Die Kontraste funktionieren, auch wenn Malist die ruhigeren Ideen noch ausführlicher hätten nutzen können.
»Snows of Remembrance« setzt stärker auf Atmosphäre und gehört zu den emotionalsten Stücken des Albums. Die Melodien wirken getragen, ohne die Spannung vollständig aus dem Song zu nehmen. Bass und Schlagzeug geben der Komposition mehr Gewicht, als es die zahlreichen Gitarrenschichten zunächst vermuten lassen.
Das kurze »Her Dark Backwater« beendet diese Ruhephase. Die Band erhöht Tempo und Härte, bleibt aber auch hier melodisch. Besonders der hörbare Bass von Rustam Ahomgotov verhindert, dass sich die Nummer in Gitarren und Schlagzeug verliert.
DER STÄRKSTE KOMPROMISS
»To Walk the Path of the Dead« fasst die verschiedenen Seiten des Albums am überzeugendsten zusammen. Ruhige Gitarren, Klargesang, schwere Riffs und beschleunigte Black-Metal-Passagen werden in einer klaren Struktur miteinander verbunden. Brutskys Hintergrundstimme erweitert den Gesang, ohne daraus einen pathetischen Chor zu machen.
Auch »The Hird« beginnt kontrolliert, entwickelt sich später jedoch deutlich aggressiver. Die Komposition besitzt mehrere starke Einzelmomente, wirkt in ihrem Mittelteil aber etwas weniger geschlossen. Hier zeigt sich die grundsätzliche Grenze des Albums: Malist beherrschen ihre Stilmittel, überraschen damit aber nur selten.
Das abschließende »Above the Mists of the World« setzt auf einen ungewöhnlich beweglichen Rhythmus und melodische Gitarren. Statt eines überlangen Finales konzentriert sich die Band auf einen klar strukturierten Song, der die Platte energisch beendet.
ATMOSPHÄRISCHER BLACK METAL OHNE LEERLAUF
Die acht Stücke bleiben überwiegend zwischen vier und sieben Minuten. Damit verabschieden sich Malist teilweise von den langen, stark ausgedehnten Kompositionen früherer Alben. Die neue Direktheit steht der Band gut: Riffs werden nicht unnötig wiederholt, und atmosphärische Passagen besitzen fast immer eine erkennbare Funktion.
Die Gitarren von Sergey Brutsky und Ilia Dykin ergänzen sich wirkungsvoll. Rhythmische Härte und melodische Leadarbeit stehen klar nebeneinander. Valentina Astashova verwendet ihre Synthesizer zurückhaltend und vermeidet den Eindruck eines künstlich aufgeblasenen Fantasy-Soundtracks.
Schlagzeuger Mikhail Nepiyushchiy bringt zusätzliche Energie in das Material. Blastbeats, schnelle Doublebass-Passagen und kontrollierte Mittelteile wechseln flüssig, während Ahomgotovs Bass erfreulich häufig hörbar bleibt.
SAUBER, ABER ETWAS ZU DÜNN
Das Mixing und Mastering von Vladimir Lehtinen trennt sämtliche Instrumente deutlich voneinander. Selbst während der schnellsten Passagen bleiben Gitarren, Synthesizer und Bass nachvollziehbar. Der Klang wirkt allerdings stark komprimiert und besitzt im unteren Frequenzbereich zu wenig Masse.
Vor allem die Gitarren könnten voller und körperlicher klingen. Die Produktion unterstützt zwar die melodische Klarheit, nimmt den schweren Abschnitten aber einen Teil ihrer Wirkung. Auch das Schlagzeug klingt stellenweise härter und künstlicher, als es für die organischen Passagen notwendig wäre.
Das schmälert die Qualität der Kompositionen nicht entscheidend, verhindert jedoch, dass »Eternal Echo of the Fall« klanglich vollständig mit den besten Genreproduktionen mithält.
VERTRAUT, ABER ÜBERZEUGEND
Malist bewegen sich in einem stark besetzten Feld. Melodischer und atmosphärischer Black Metal mit Post-Metal-Anteilen ist längst keine seltene Kombination mehr. Das Album liefert deshalb wenig, was erfahrene Hörer grundsätzlich noch nicht kennen.
Die Band gleicht diesen Mangel an Überraschungen mit konsequentem Songwriting aus. Besonders »Eternal Echo«, »Through a Distorted Gaze«, »Snows of Remembrance« und »To Walk the Path of the Dead« verbinden Melodie und Aggression auf hohem Niveau.
Die Entwicklung vom Soloprojekt zur vollständigen Gruppe ist dabei mehr als eine personelle Veränderung. Das Material klingt beweglicher und weniger isoliert. Malist besitzen nun eine Grundlage, auf der sich der eigene Stil künftig deutlicher von der Konkurrenz absetzen könnte.
FAZIT:
»Eternal Echo of the Fall« ist ein starkes Atmospheric-Black-Metal-Album mit präzisem Riffing, melancholischen Leads und einer spürbar lebendigeren Banddynamik. Die dünne Produktion und die geringe stilistische Überraschung verhindern den ganz großen Wurf, ändern aber wenig am hohen Niveau der acht Songs.






