Band: Crematory
Titel: Antiserum
Label: Massacre Records
VÖ: 2010
Genre: Industrial/Gothic Metal
Bewertung: 4/5
Written by: Robert

Zu Crematory fällt mir genau eines ein, Gothic Metal für die Unendlichkeit. Die deutschen Vorreiter bzw. Wegbereiter dieser Stilrichtung kehren nach zwei Jahren zurück und präsentieren uns Ende Jänner den nunmehr zwölften Langstreich in der Bandhistorie. Da darf man nur gespannt sein was sich Felix (voc), Matthias (guit & voc), Harald (bass), Katrin (keys & Samples) und Markus (drums & Programmings) diesmal haben einfallen lassen, um unsere Gehörgänge zu versüßen. Auch der Albumtitel „Infinity“ beschreibt das von mir eingangs erwähnte bestens.

Mit viel Tempo und kraft durchpflügt man gleich mit „Infinity“ die Felder. Ein sehr mit dunkler Romantik strotzender Track der sich fest setzt. Sehr rau und etwas gemächlicher wird immer wieder gezockt und dabei zeigt man sich sehr vielschichtig und ausgewogen. Man kann es kaum erwarten wann wohl wieder die markanten Duett Gesänge schallen und pünktlich präsentieren sie einen Part der aus den tiefen, schwarzen Abgründen ans Licht zurück hievt. Dieses Wechselspiel vollzieht man öfters und läutet den Reigen sehr gut ein.

Mit einer Keyboardeinleitung im elektronischen Style wird nun „Sense of time“ eröffnet. Sehr klar klingt dies, doch lange brauchen wir auf einen harten Gemütsausbruch nicht warten und dieser folgt dem Ganzen auf dem Fuße. Wesentlich ruhiger geht es hier ab und dennoch verbleibt man in graustufen durchsetzen Ebenen und das Klangbild geht einem bis tief unter die Haut. Kurze warmherzige, klare Gesänge holen einen wieder pünktlich aus dem tiefschwarzen Loch zurück. Glanzvoll und interessant präsentiert man uns erneut diese Berg und Talfahrt der Gefühle, wenn auch im gemäßigterem Tempo.

Sehr kantig und flott holt man uns ans Tageslicht mit „Out of mind“ zurück. Bangen ist hier angesagt und dabei brettert die Rhythmusfraktion bestens dahin. Herrliche, temporeiche Kost zum Kopfschütteln wird uns hier geboten, diese Grundstruktur untersetzt man immer wieder mit Keyboard- bzw. Elektroarrangements der besonderen Art und dadurch klingt der Song trotz der harschen Grundrhythmik sehr bombastisch. Superbe Mischung die man ausgewogen schallen lässt.

Auch „Black celebration“ wurde Eingangs mit einer lieblichen Tasteneinleitung versehen und auch die zusätzlich beigesteuerten elektrischen Klänge erweitern den Genuss bzw. klingen zusammen mit dem Keyboardspiel sehr experimentell. Eigentlich hätte ich gleich zu Beginn eine Explosion erwartet, doch sehr ruhig geht es hier erst einmal von statten. Erst nach und nach lässt man dunkle, harte Strukturen Oberwasser bekommen. Dies macht man aber gekonnt sehr dezent und dadurch steigert man den interessanten Hörgenuss.

Sehr experimentell knüpft man mit Technovibes bei „Never look back“ an. Doch die Weiterführung bzw. Erweiterung ist sehr harsch und hart ausgefallen. Sehr vielschichtig was man hier durch die Boxen knallt. Doch auch den Bangerfaktor hat man stets im Auge und dafür gehen die German Gothic Metaller glänzend ab. Somit kann man getrost Abtanzen und seine Rübe schütteln. Aus diesen beiden Grundelementen hat man nämlich einen sehr aufwühlenden Song geschaffen.

Holla sehr lieblich wird’s bei „Broken halo“. Solch eine Seite kannte ich persönlich bis dato von Crematory kaum. Klingt sehr breitentauglich aber nicht uninteressant, auch ein gewisser theatralischer – bombastischer Hintergrundsound den man hier eingearbeitet hat steigert das Hörvergnügen ungemein. Das Tempo belässt man auf einer gemächlichen Fahrt und erweitert dieses Grundkonzept mit vielerlei Ingredienzen.

Wie ein Schlag ins Gesicht ist nun „Where are you now“ daran uns die Fresse zu polieren. Viel Wut und dunkle Thematik wird hier reichlich verbraten. Mit viel Geschwindigkeit und der nötigen Hörte knallt man uns dies vor den Latz. Somit heißt es hier abgehen und die Nackenmuskulatur strapazieren.

„A Story about…“ geigt nun wieder mit einem sehr breitentauglichen Klangbild als Einleitung auf. Sehr lieblich und besonnen klingt dies, doch die Weiterführung ist von einer sehr schwarz gefärbten, harten Rhythmik gesegnet. Sehr gut knüpft man hier an den Vorgänger an, wenngleich man hier das Tempo etwas gedrosselt hat. Dennoch Hass und Wut kommt hier dafür viel stärker rüber. Wutentbrannter Track der ordentlich aufwiegelt.

Weiter geht es mit viel Fahrt unterm Hinterteil mit „No one knows“ welches genau dort weitermacht wo man gerade eben aufgehört hat. Das Pedal wird stärker gedrückt und dadurch geht der Song recht gut ab. Zwar gibt es einige Breaks mit melancholischem Beigeschmack, doch im Großen und Ganzen steht auch hier flotte Düsterromantik im Vordergrund und zu dieser lässt es sich herrlich bangen.

„Auf der Flucht“ ist nun der Rausschmeißer und ein weiter Song in der Historie Crematory mit deutschen Lyrics. Sehr tiefgründiger Song der sehr anklagend, als auch hinterfragend schallt. Zu guter Letzt hat man zwar einen gemächlicheren Track parat, dieser hat es aber in sich und entpuppt sich als wahrer Genusstrack. Schön und vielschichtig zockt man hier das Ende herbei.

Fazit: Crematory werden auch weiterhin viele Meckerer nicht los werden. Als Fan dieser Truppe ist einem das auch egal, denn man bekommt wieder genau das was man von ihnen erwartet, ohne jedoch das man sich selbst kopiert oder gar wiederholt.

Tracklist:

01. Apocalyptic Vision 02:16
02. Until the End 04:48
03. Shadowmaker 03:39
04. If You Believe 03:56
05. Inside Your Eyes 04:07
06. Kommt Näher 04:25
07. Irony of Fate 03:57
08. Virus 03:43
09. Back from the Dead 03:32
10. Welcome 03:57
11. Antiserum 05:03

Besetzung:

Felix (voc)
Matthias (guit & voc)
Harald (bass)
Katrin (keys & Samples)
Markus (drums & Programmings)

Internet:

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Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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