Band: Crystallion
Titel: Hattin
Label: Dockyard 2
VÖ: 2009
Genre: Heavy/Power Metal
Bewertung: 4,5/5
Written by: Robert

Nach fast einem Jahr heißt es auch bei der bayrisch – salzburgerischen Fusion Crystallion, die Geschichte geht am 23.10.09 weiter. Thomas Strübler (voc), Patrick Juhasz (guit), Manuel Schallinger (keys), Stefan Gimpl (bass) und Martin Herzinger (drums) entführen uns auch ein weiteres Mal zurück in die Zeitgeschichte. Diesmal aber gar nicht mal solange zurück. Napoleon Bonaparte’s Rückkehr aus dem Exil der Insel St. Helena wurde klanglich umgesetzt. Wer diese Herrschafften kennt weiß, dass es auch dieses Mal wieder einiges fürs Gehör gibt. Power, Klassik und Rock wurden bei „Hundred Days“ wieder superb miteinander verbunden und dadurch ist auch der dritte Streich dieser Herrschaften ein klassischer Monumental Happen dem man sich nicht entziehen sollte.

Mit dem Meeresrauschen und dem folgenden Sprachintro wird das Machwerk „Cloak And Dagger“ eröffnet. Der Sprecher hat es ins sich und mit seiner markerschütternden Stimme verzaubert er uns den Beginn des Albums, bevor bis zum regulären Opener man uns noch mit einer orchestralen Weiterführung die Gehörgänge versüßt. Kitsch? Überall sonst nur nicht bei Crystallion, denn die Herrschaften wissen wie man es richtig und ausgewogen klingen lassen muss. „The Sleeping Giant“ knallt im Anschluss gleich voll auf die Zwölf und die Truppe brettert im saloppen Stil dahin und zu den shakigen, flotten Klängen kann man ganz passabel bangen. Guter Fäsutreckender Stahl zu dem man im Refrainteil live gut mit grölen kann. Darf meine Person überhaupt über den Gesang des Thomas Strübler urteilen, da er uns persönlich bestens bekannt ist? Ich schiebe mal die Befangenheit beiseite und offeriere allen Fans des Power Metal, das Tommi einer der aufstrebensten Sänger in diesem Genre ist. Auch dieses Mal versüßt uns der sympathische, nette Zeitgenosse das Zuhören. Doch auch seine Mitstreiter beweisen dass sie von Album zu Album mit sich selbst wachsen. Um Kanten schneller uns speediger schiebt man uns den Banger „A Cry In The Night“ in den Rachen. Flotte, treibende Klänge hat man ganz sauber mit kleinen, rockigen Nuancen ausgestattet. Gelungene Mischung die man uns im temporeichen Soundkleid präsentiert und das verleitet unvermindert sein Haupt sofort zu schütteln. Im galoppierenden Synthyrockkleid der flotten Art rattert nun „Sole Survivors In Ligny“ daher. Die Veränderung des Gesamtrhythmus steht der Band und ihrem Material sehr gut und man kann diese Weiterentwicklung hochleben lassen. Auch Herr Strübler zeigt, dass er an und ab ordentlich ins Mikro röhren kann. Durch dieses Vermengungen und Erweiterungen ist eine sehr dunkle Nummer entstanden und nur die etwas lieblichen Keyboardarrangements lassen eine komplette Verdunkelung nicht zu. Gute Shakernummer, die trotz der etwas finsteren Romantik ein abhoten und Bangen allemal zulassen. Die Bremse wird nun bei „Nations Falling“ gezogen. Ruhige, akustische Klänge schallen hier durch den Raum und vor allem der sehr gefühlvolle, ausdruckstarke Gesang sorgt hier für viel Charme. Doch bereits nach etwa einer Minute starten die Jungs die Rockmaschinerie, was mich vor allem durch den Gesamtrhythmus ein wenig an Axel Rudi Pell erinnert. Dennoch bestechen die Burschen einmal mehr mit viel Eigenständigkeit, auch wenn einige Parallelen erkennbar sind. Erdige, saloppe Weiterführung die man uns nun auf dem Silbertablett serviert. Auch die tiefen Growls haben erneut Verwendung gefunden und die sind ein toller Zusatz zum restlichen Sound. Im Mittelteil wird es immer heroischer und monumentaler und dies vollzieht man mit der Hörerschaft mit einem Übergang das man gar nichts mitbekommt und schon in einem fast komplett neuen Soundeck steht. Dies unterstreicht Potential und Können dieser Truppe und auch dieses Mal lassen sie dies wieder an allen Ecken und Enden durchblicken. Holla bei „Hougoumont“ lassen zumindest bei der Einleitung Savatage ganz stark und lieb grüßen. Danach brettert die Truppe im soliden Power Metal Style daher und lädt wieder zum infernalen Bangen ein. Ganz astrein geht es hier nicht zu und so schiebt man den Hörer immer wieder hin und her und die Parallelen zu den Amerikanern kommen vermehrt wie eine rote Linie zum Vorschein. Dadurch entpuppt sich dieser Song immer mehr zu meinem persönlichen Favoriten. Crystallion sind dafür bekannt dass sie viel in einem Song bieten und auch dieses Mal bestechen die Jungs mit vielen Sachen die dem Power – Melodic Metal Fan Freude machen. Im besten Bangerstil geht es nun mit „Under Heavy Fire“ weiter, vom Tempo fährt man eine ähnliche Schiene wie beim Vorgänger, wobei man diese Nummer etwas solider und kompakter ein gezimmert hat. Macht dem Genuss keinen Abbruch, denn auch weiterhin heißt es Langeweile nicht mal mit einem klitzekleinen Schein in Sicht. Bangen was das Zeug hält und sich auch weiterhin von den satten, flotten rockigen Power Metal Klängen den Hörgenuss versüßen lassen. Aller guten Dinge sind drei! So brettert die Formation mit „We Stand Aligned“ gleich hinterher und ackert sich zwar eher im galoppierenden Style, aber durchaus mit vielen Bangerallüren durchs Programm, wenngleich man etliche gefühlvolle Parts quer durch den Gemüsegarten eingerichtet hat. Leckeres Gebräu das man uns hier zum Headbangen in einem tollen, glänzenden Silberkelch reicht. Nun kommen bei „Hundred Days“ die monumentalen Freaks auf die Kosten. Nach der bombastischen Eröffnung rockt die Truppe wieder ordentlich, flott das Haus, doch die Rückkehr zu den heroischen und monumentalen Ufern werden ständig vollzogen. Megageil was man hier mit viel Charme und Druck durch die Boxen jagt. Mit einem klassischen Klavierintro beim letzen Track „The Bravest Of The Brave“ bestreitet man erst einmal sehr ruhige, balladeske Gewässer. Diese Schiene wird bis zu einer Minute weiter gefahren, doch auch dann bekommt man nur etwas an Fahrt und lässt das Ganze wie eine heroische Halbballade klingen und rundet den Silberling sehr gut damit ab.

Fazit: So muss Geschichte klanglich wieder gegeben werden. Gute Weiterentwicklung die man hier durchschritten hat und man bietet wieder Value for Money.

Tracklist:

01. Cloak And Dagger 02:22
02. The Sleeping Giant 05:49
03. A Cry In The Night 04:22
04. Sole Survivors In Ligny 05:39
05. Nations Falling 06:42
06. Hougoumont 05:09
07. Under Heavy Fire 04:51
08. We Stand Aligned 06:19
09. Hundred Days 04:56
10. The Bravest Of The Brave 06:03

Besetzung:

Thomas Strübler (voc)
Patrick Juhasz (guit)
Manuel Schallinger (keys)
Stefan Gimpl (bass
Martin Herzinger (drums)

Internet:

Crystallion Website

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Funkender sich als Chefredakteur bemühender Metalverrückter. Passion und Leidenschaft wurden fusioniert in der Verwirklichung dieses Magazins.

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