Band: Helreidh
Titel: Fragmenta
Label: Pure Prog Records
VÖ: 2012
Genre: Progressive/Symphonic Metal
Bewertung: 4,5/5
Written by: Thorsten Jünemann

Oh My God…. wieder einmal eine italienische Prog-Band…

Woher kommt denn nun meine ausgeprägte, regelrechte Phobie vor italienischen Prog- und Powermetalbands?

Ganz einfach! Während sich ein Großteil der Musikfreunde in den 90ern in heroingeschwängerter Musik suhlte, die den Namen „Grunge“ trug, hatte ich noch die anderen Genres auf´m Schirm, und u.a. gab es unglaublich unzählige Bands aus Italien, die der Meinung waren, die Fahne des richtigen Rock hochhalten zu müssen…Leider waren davon mind. 90% dermaßen schlecht, dass ich ein gebranntes Kind bin, was diese Schublade angeht. Schlecht waren sie im Sinne von endlosen uninspirierten Fiedeleien, eierlosen Gesang, nicht passenden Rhythmusfraktionen, extrem konstruierten Songgerüsten und noch schlechteren Produktionen. Daher rührt meine „Panik“, wenn ich Italien als Herkunftsort lese.

Aber die Zeiten ändern sich und ich muss gestehen, dass es dann doch so einige Acts gab, die sich meine Gunst erspielen konnten. Geben wir HELREIDH mit ihrem aktuellen Output die verdiente Chance, sich profilieren zu können.

Doch wenn ich bereits im Infozettel lese, dass die beiden Vorgängeralben (Debüt 1997 „Memories“ und 1999 „Fingerprints Of The Gods“ EP) „ergreifend, vielschichtig“, usw. benannt werden, wird mir etwas anders, denn ich fand die beiden Outputs eher „unfertig“ und zusammengeschustert. Progrock/Progmetal muss zwar abwechslungsreich sein, sollte aber wie aus einem Guss klingen.

Vom neuen Line-Up verspricht man mehr, doch ein paar Zeilen weiter wird erwähnt, dass es sich auch um Songs aus der Anfangszeit der Band handelt, musikalische Ideen aus den Bands und Projekten der neuen Mitmusiker stammen… Und das Fans von SAVATAGE, KAMELOT und AYREON ihren Spaß haben werden. Is it really a „progressive vengeance“?

Nach dem ersten Durchlauf konnte ich aber feststellen, dass von dem Kastratengesang nix zu hören ist, auch wenn Sänger Max Bastasi hier und da zeigt, dass er auch die höheren Tonlagen beherrscht, und die Stücke abwechslungsreich, aber nicht konstruiert daherkommen. Das sehr gute Songwriting beinhaltet ruhige und manchmal auch schleppende Instrumentals, wunderschöne Balladen und auch Parts die hier und da auch an SAVATAGE erinnern, wenn es ruhiger, gemächlicher und tragender wurde. Teilweise sehr lockere Gitarren treffen auf einen warmen Keyboardteppich der auch in der Kategorie Poprock zu finden sein könnte, ggf. auch ein Soundtrack für ´nen kuschligen

Schmunzettenfilm sein kann, ohne die Leistung der Band mit dieser Aussage schmälern zu wollen.

Dementsprechend melodiegeschwängert gehen die Italiener zur Sache und lassen die Sperrigkeit des typischen Progrock außen vor, Einflüsse sehe ich vor allem in Richtung AYREON.

13 Jahre haben HELREIDH gebraucht um dieses Album endlich auf uns loszulassen und ich muss neidlos gestehen: Es hat sich gelohnt, auch wenn ich ehrlich gesagt, die Jungs längstens nicht mehr auf´m Schirm hatte. Vieles hat sich zu den Vorgängern positiv geändert und das ist zu honorieren, denn nicht von allen Seiten bekamen die Jungs damals positive Resonanzen. Progmetaller sollten die Scheiblette erst mal in Ruhe anchecken, während Freunde der ruhigen Töne bedenkenlos zugreifen sollten/dürfen/können.

Ich bin beinahe sprachlos angenehm überrascht und vergebe von Herzen gern 4,5 / 5 Punkte.

Vielleicht schaffen es die Mailänder das nächste hochqualitative Album dieser Art in einer geringeren Zeitspanne zusammenzuschrauben. Gegönnt sei es Ihnen und ich werde mein Vorurteilsdenken nochmal überdenken… Aber es waren die jahrelangen Erfahrungen, die mich so denken lassen/ließen…

Tracklist:

01. Exordium: Fragmenta
02. In Hoc Signo Vinces
03. Ex Visionibus….Fatus
04. Orfeo´s Lament
05. Exile (We Mot Delen Ato)
06. Shades Of My Untimely Autumn
07. Zep Tep
08. Congedum: Whispers

Besetzung:

Yorick (guit)
Francesco De Paoli (bass)
Max Bastasi (voc)
Aligi Pasqualetto (keys)

Internet:

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