Das Wort Supergroup wird ja in Musikerkreisen nicht immer gerne gehört. Wenn jedoch Leute zusammentreffen, die für Bands wie Killswitch Engage, Fear Factory oder All Shall Perish gearbeitet haben, dann muss man dieses Wort doch in den Mund nehmen. Die Rede ist von Devil You Know, die mit The Beauty Of Destruction ihr Debüt veröffentlichen. Dies und die Tatsache, dass es auch das Comeback von Ex-Killswitch Engage Fronter Howard Jones ist sind Grund genug um einmal bei Gitarrenvirtuosen Francesco Artusato anzuklopfen, um mit ihm über die neue Band und auch den Status seines anderen Betätigunsfeldes, All Shall Perish, zu sprechen.

Photo by Hristo Shindov

CE: Devil You Know ist ja die neue Band rund um Devolved und Ex-Fear Factory Drummer John Sankey, Ex-Killswitch Engage Sänger Howard Jones und dir, bekannt durch All Shall Perish und dein Soloprojekt. Du hast das Projekt aber zuerst nur mit John begonnen, wie ist es denn überhaupt dazu gekommen?

FA: John und ich haben uns vor 6 oder 7 Jahren in L.A. getroffen, haben in verschiedenen Bands gespielt aber dieselben Leute gekannt. Dann vor 3 oder 4 Jahren haben wir dann einmal begonnen gemeinsam Musik zu schreiben, zuerst nur zum Spaß so nach einer Tour zum runterkommen. Irgendwann kam dann der Punkt wo wir 10 oder 11 Songs hatten und uns dachten, hey das ist ganz schön cool, wir sollten einen Sänger suchen. Durch unsere Bekannten kamen wir dann zu Howard, ja er mochte unsere Musik und es war auch gerade die Zeit wo er überlegt hat wieder ins Business zurückzukehren. Es war aber auch nicht daran zu denken, dass wir eine richtige Band sind und auch auf Tour gehen, eher wir machen es aus Spaß, wir machen es für die Musik. Wir haben uns dann vor 1,5 Jahren mit Howard getroffen und fixiert, dass wir es machen. Wir haben so viel Musik geschrieben dass wir sofort gedacht haben, dass wir auch ein Album machen müssen. Es war aber kein Plan dass wir eine Band machen, eigentlich nur dass wir Musik zusammen machen und schauen was passiert.

CE: War Howard eigentlich eure erste Wahl? Hättet ihr denn Alternativen gehabt wenn er nein gesagt hätte?

FA: Wir haben über viele Namen gesprochen, auch mit Labels, Manager, haben dann aber gehört, dass Howard auf der Suche nach etwas Neuem ist. Auch ein Mann aus unserem Management, Mike Gitter, einer von Howards besten Freunden der auch viel mit Killswitch zusammen gearbeitet hat war da hilfreich. Wir kannten Howard ja auch schon und so kamen wir ins Gespräche. Klar, es gab auch andere Sänger von anderen Labels, aber Howard war wirklich eine der ersten vorgeschlagenen Namen. Wie gesagt, wir haben nur zum Spaß angefangen und dann bekommst du einen Sänger wie Howard, das ist schon genial.

CE: Ryan Wombacher und Roy Lev-Ari sind die weiteren Mitglieder der Band, sind die beiden fixer Bestandteil oder nur Session-Musiker für die nächste Tour?

FA: Die beiden kamen erst zu uns als das Album bereits im Kasten war. Ich meine den gesamten Songwritingprozess haben wir drei zusammen gemacht und da wollten wir unter uns bleiben. Als wir dann aber mit den Aufnahmen fertig waren haben wir auch über Auftritte gesprochen und dafür brauchen wir nun mal eine komplette Band. Ja und da kamen wir auf die beiden. Wir kennen sie ja schon lang, sie sind sehr talentiert und coole Leute. Ich kenne Roy nun schon seit 11 Jahren, als ich in die USA gekommen bin habe ich ihn nach ca. 2 Wochen getroffen und wir sind seit damals beste Freunde. Wir wollten einfach eine Band die aus Freunden besteht, die auf Tour und zu Hause zusammen Spaß haben können. Auch wenn die beiden am Songwriting nicht beteiligt waren sind sie trotzdem fixer Teil der Band, also nicht nur für die Tour.

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CE: Mit The Beauty Of Destruction kommt ja euer Album bald auf den Markt, wie sind denn so die Erwartungen?

FA: Es ist schon sehr verrückt, da ein gewisser Hype entstanden ist, es reden doch relativ viele Leute darüber. Es ist schon sehr cool. Wir sind eine ganz neue Band und haben bereits Fans. Es gibt sogar Leute die unser Logo als Tattoo haben wollen, und das bevor das Album überhaupt am Markt ist. Ich kann es kaum erwarten bis das Album kommt, für uns ist es ja jetzt schon eine lange Zeit und ich kann kaum darauf warten bis es jeder hören kann.

CE: Auf dem Album sind ja auch ein paar Songs die man Leuten die sonst eher härtere Sachen schreiben eher nicht zutraut, ich denke da mal an As Bright As The Darkness oder It’s Over. Wie würdest du denn den Unterschied im Songwriting sehen, wenn du Songs für dein Soloprojekt, All Shall Perish oder nun Devil You Know schreibst?

FA: Naja, Devil You Know ist nun die Band, die ich schon immer haben wollte oder anders gesagt, dies ist der Sound den ich schon immer schreiben wollte. Eine Metal Band wo man auch mal mehr in Richtung Rock gehen kann oder sogar einmal eine Ballade schreiben kann. Bei meinem Soloalbum, also beim Ersten, mit dem Zweiten bin ich fast fertig, geht es doch eher um verrücktes Shredding. Es hat mir zwar sehr viel Spaß gemacht, ich mag aber nicht dass es die einzige Referenz ist von dem was ich mache oder wer ich bin. All Shall Perish ist dann auch wieder extremer und heftiger, aber die waren schon etabliert als ich bei ihnen eingestiegen bin, sie hatten schon Vorstellungen wie sie klingen wollen. Devil You Know ist dann wieder so, wenn ich in der Früh aufwache und einen Song schreibe, dann wäre er wohl für Devil You Know. Es ist das was für mich am natürlichsten ist.

CE: Fällt dir das Songwriting eigentlich leichter wenn du schon im Hinterkopf hast, dass dein Sänger so viele verschiedene Gesangsstile ohne Probleme schaffen kann?

FA: Oh ja absolut. Es ist ja so, als fix war dass wir Howard als Sänger bekommen, wussten wir sofort, dass wir nun wirklich alles schreiben konnten, er kann es. Wir können richtig harte Sachen machen, wir können Balladen machen, alles kein Problem.

CE: Wie viel Einfluss hatte eigentlich Logan Mader als Produzent?

FA: Es war sehr cool mit einem Mann wie Logan zusammen zu arbeiten. Wir wollten ja schon eine High-Quality-Demo aufnehmen und das haben wir auch schon mit ihm gemacht. Es war großartig mit ihm zu arbeiten, auch da man jemanden von außerhalb hat der auch seinen Input gibt. Er ist ein super talentierter Produzent und hat wirklich ein Ohr für coole Arrangements. Das war natürlich sehr wichtig. Nach der Demo haben wir dann das Schreiben fortgesetzt und auch schon nach der ersten Aufnahme gewusst, wie das Album klingen wird. Ich glaube es war der richtige Schritt, dass wir mit ihm zusammengearbeitet haben, er ist nicht nur talentiert, er ist auch eine richtig coole Person.

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CE: Das erste Video ist ja Seven Years Alone, warum wurde genau dieser Song die erste Single?

FA: Naja, es war der erste Song der allen Beteiligten, und jetzt spreche ich nicht nur von der Band sondern auch vom Management und dem Label, sich sicher waren, dass es der Song ist, der den Sound der Band am besten repräsentiert. Monte Conner, der Chef des Labels hier in den Staaten, war sofort verliebt in den Song und wollte auch dass er der erste veröffentlichte Song von uns wird. Es ist ein Song der uns gut repräsentiert, klar wir machen auch andere Sachen,  und wir haben uns dann einen Regisseur gesucht, der sofort gute Ideen hatte und da war auch klar, dass es ein gutes Video wird.

CE: Unterschrieben habt ihr ja bei Nuclear Blast. Wie kam es denn dazu, dass ihr euer Debütalbum genau bei ihnen veröffentlicht?

FA: Ich selbst hatte ja schon Erfahrung mit ihnen durch All Shall Perish, und das waren nur gute Erfahrungen, in allen Bereichen. Es ist auch ein Label den es um die Musik geht, sonst hört man ja auch oft Kommentare zu anderen Dingen. Sie respektieren einfach den Musiker. Auch der ganze Prozess mit Songs schicken, Songs vorspielen, all dies war ganz einfach. Monte Conner war zum Beispiel auch immer involviert, er kennt das Album so gut, wenn du mit ihm telefonierst spricht er mit dir über spezifische Teile der Songs, er kennt die Songs Note für Note. Das hast du nicht oft und so etwas gefällt mir natürlich. Wie gesagt, sie haben so viel Respekt für den Musiker, wissen was unser Job ist und wir wissen was ihr Job ist. Es also eine sehr gute Beziehung.

CE: Ihr geht ja auf US-Tour mit Black Label Society, was sind denn die Erwartung für diese Tour?

FA: Es wird sicher wirklich cool. Es ist ja unsere erste US-Tour und das Album kommt ungefähr 2 Wochen nachdem die Tour losging. Wenn du dann noch daran denkst, dass du mit Leuten wie Zakk Wylde und Phil Anselmo unterwegs bist, dann ist das schon richtig genial. Sehr gut ist auch, dass wir sowohl alte Heavy Metal Fans als auch junge Fans auf dieser Tour dabei haben werden. Ich freue mich auch schon wenn ich die Reaktion der Fans auf unsere Musik sehe.

CE: Du spielst ja auch immer noch bei All Shall Perish, wie sieht es denn da mit der Zukunft aus nachdem ja Eddie ausgestiegen ist?

FA: Wir haben uns ja öffentlich schon länger nicht mehr über All Shall Perish geäußert, ich glaube es war September oder Oktober. Wir werden rechtzeitig eine Pressemitteilung herausgeben, aber die Band ist noch nicht tot, wir haben uns noch nicht aufgelöst. Wir schreiben Songs, aber es ist eben gerade eine Pause. Die Leute werden es bald herausfinden.

CE: Dann bin ich auch am Ende mit meinen Fragen, die letzten Worte überlasse ich natürlich dir.

FA: Ich freue mich schon wieder einmal nach Europa zu kommen, ich hoffe wir schaffen es, dass wir gegen Ende des Jahres eine Europatour machen können.

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